Kreisstadt und HöMS beenden erfolgreiches Projekt zum Bürokratieabbau
In Vorbereitung des Projektes hatten die Kommune und die akademischen Betreuer des Projektes Dr. Endrick Lankau und Prof. Dr. Lars Dittrich Musterarbeitsbereiche für die Studierenden festgelegt und mögliche Problemfelder benannt. Den Studierenden kam sodann die Aufgabe zu, die entsprechenden Arbeitsprozesse auf Potentiale zur Vereinfachung und Digitalisierung zu untersuchen. Auf Basis der dabei gewonnenen Erkenntnisse entwickelten die Studierenden sodann abstrakte Handlungsoptionen, die jeweils nach ökonomischen, rechtlichen und verwaltungswissenschaftlichen Parametern bewertet wurden und so in konkreten Vorschlägen zur Umsetzung in der kommunalen Verwaltungspraxis mündeten.
Im Einzelnen erarbeiteten die Studierenden folgende praxistaugliche Lösungen:
- Ein vereinfachtes und digitalisiertes Anmeldungsverfahren für Veranstaltungen („One stop Veranstaltungsanmeldung“)
- Eine vereinfachte und digitalisierte Administration und Vergabe von Parkausweisen
- Eine vereinfachte Suche nach Hinterbliebenen bei Sterbefällen samt effizientem Folgeverfahren bei erfolgloser Suche
- Ein digitaler Namensgenerator zur Namensfindung bei Namensänderungen
- Ein Online-Verfahren für Anträge auf Einbürgerung
- Ein digitalisiertes Verfahren für Anträge auf Ausstellung standesamtlicher Urkunden
Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes lag darin, Informationen und Probleme aus der kommunalen Praxis für den Gesetzgeber aufzubereiten und an diesen zu kommunizieren. Die zu diesem Zweck erstellte Ausarbeitung zu Reformbedarfen im kommunalen Meldewesen sollen an die Staatssekretärin im Ministerium für Entbürokratisierung des Landes Hessen, übergeben werden. In dem Bericht empfehlen die Verfasser insbesondere, die Wohnungsgeberbescheinigung abzuschaffen und im Bundesmelderegister unter Umständen mehr Daten zu erheben und zu speichern als bisher, insbesondere eine Telefonnummer und die E-Mailadresse des Betroffenen.
„Auf dem Weg zu einer digitalen Verwaltung mit einem Minimum an Bürokratie ist dieses Projekt ein wichtiger Meilenstein für uns. Jetzt gilt es, darauf aufzubauen und unsere Dienstleistungen weiter zu digitalisieren und Bürokratie abzubauen. Mittlerweile haben wir 140 Online-Dienste im Verwaltungsportal Hessen und die Zahl steigt weiter. Ich danke der HöMS für die hervorragende Zusammenarbeit und die wertvollen Impulse aus der Wissenschaft für unsere praktische Arbeit hier vor Ort“, sagt Bürgermeister Wilhelm Schultze.
„Wir bedanken uns bei der Stadt Hofheim, dass Sie mit uns dieses tolle Projekt durchgeführt hat. Es hat unseren Studierenden aufgezeigt, dass Sie, als zukünftige Angehörige des gehobenen Dienstes das Rückgrat jeder Verwaltung sein werden und diejenigen, welche die erforderlichen Reformen an unserem Gemeinwesen maßgeblich anpacken und gestalten werden. Das erfordert eine fundierte Ausbildung aber auch Kreativität, Durchhaltewillen und Pioniergeist“ so der Präsident der HöMS Dr. Walter Seubert. Unser besonderer Dank gilt insoweit den beiden Leitern der beteiligten Fachbereiche, Frau Pasternak und Herrn Jaster, die das Projekt maßgeblich gefördert haben.
Weitere Infos zur Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit
Die HöMS hat vier Studienstandorte in Hessen, darunter den Campus in Wiesbaden. Die Kreisstadt Hofheim am Taunus bildet seit einigen Jahren regelmäßig Inspektoranwärterinnen und -anwärter aus, die am Campus Wiesbaden ihr Bachelorstudium „Public Administration“ absolvieren. Für diesen Studiengang sind für die Semester 3 und 4 Studienprojekte vorgesehen.