Baggerbiss für das City-Quartier Hofheim
Das Bauvorhaben setzt bereits beim Rückbau der bestehenden Gebäude konsequent auf die Prinzipien der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Aus einem vermeintlichen Abbruch mit tonnenweisem Schutt wird damit ein wertvolles Rohstofflager – ein Beispiel für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
„Wir sind seit Jahrzehnten ein verlässlicher Akteur in der Baubranche hier im Rhein-Main-Gebiet. Unser Ziel ist selbstverständlich auch, dass wir nachhaltig arbeiten und einen Beitrag für einen vernünftigen Umgang mit Ressourcen zu leisten. Unser Vorgehen am City-Quartier in Hofheim ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel“, sagt Günter Horn, Geschäftsführer HORN Projektgesellschaft: „Bereits einige Zeit vor Beginn des Rückbaus wurden durch Sachverständige umfassende Schadstoffuntersuchungen durchgeführt. Auf dieser Grundlage werden die bestehenden Gebäude nun Schritt für Schritt zurückgebaut und die dabei anfallenden Materialien möglichst sortenrein getrennt, um eine bestmögliche Weiterverarbeitung möglich zu machen.“
Insbesondere Beton und Mauerwerk können nach entsprechender Aufbereitung wieder als hochwertige Zuschlagstoffe im Hoch- und Tiefbau sowie im Straßen- und Wegebau eingesetzt werden. Dadurch wird der Bedarf an neu abgebauten Naturrohstoffen reduziert und gleichzeitig das Aufkommen von Abfällen minimiert.
Insgesamt werden durch dieses Vorgehen rund 50.000 Tonnen Recyclingbeton gewonnen. Das entspricht ungefähr 1.600 Lkw-Ladungen, auf die verzichtet werden kann – sodass Lärm und Verkehrsaufkommen deutlich verringert werden. Ein wesentlicher Teil des aufbereiteten Recyclingmaterials wird unmittelbar auf dem Grundstück wieder eingesetzt – unter anderem für den Wegebau, den Gebäudeunterbau und für erforderliche Bodenverbesserungsmaßnahmen. Auch 1.100 Tonnen Stahl werden dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt.
„Die Stadt Hofheim begrüßt dieses nachhaltige Wirtschaften außerordentlich. Es ist mehr als erfreulich, dass mit dieser Herangehensweise weniger neue Naturrohstoffe benötigt werden und wir somit im Sinne der Umwelt handeln“, sagt Wilhelm Schultze, Bürgermeister der Stadt Hofheim: „Wir sind schon sehr auf den Moment gespannt, wenn das „City-Quartier in Hofheim“ fertigstellt ist.“
Ein weiterer wichtiger Baustein ist der richtige Umgang mit dem anfallenden Erdaushub. Für die Herstellung der Baugruben werden rund 50.000 Kubikmeter Boden bewegt – was etwa 3.300 Lkw-Ladungen entspricht. Ziel ist es, einen möglichst großen Anteil dieses Bodens direkt vor Ort wiederzuverwenden.
„Wir wollen den anfallenden Erdaushub so effizient und nachhaltig wie möglich nutzen. Damit reduzieren wir nicht nur die Zahl der notwendigen Transporte, sondern schonen zugleich Ressourcen und vermeiden unnötige Belastungen für die Umgebung. Ich bin sehr froh, dass wir bei diesem Projekt diesen nachhaltigen Weg gehen können“, sagt Daniel Philipp, Erster Stadtrat in Hofheim.
Im ersten Bauabschnitt werden unter anderem Kanalisation, Frischwasserversorgung, Stromversorgung sowie rund 4.200 Quadratmeter neue Verkehrsflächen hergestellt. Hinzu kommen etwa 950 Meter Entwässerungskanäle, 150 Meter Stahlspundwand entlang des Bahndamms und rund 30 Meter Betonbohrpfahlwände.
Aufgrund des teilweisen instabilen Untergrunds sind zudem umfangreiche Bodenverbesserungsmaßnahmen erforderlich. Mithilfe sogenannter Rüttelstopfsäulen wird sortenreines Recyclingmaterial bis auf tragfähige Bodenschichten eingebracht. Diese anspruchsvollen Spezialtiefbauarbeiten werden durch entsprechende Fachunternehmen umgesetzt.
„Das Projekt zeigt, dass nachhaltiges Bauen nicht erst mit dem Neubau beginnt. Bereits im Rückbau entscheidet sich, ob wertvolle Rohstoffe verloren gehen oder als Bestandteil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft eine zweite Verwendung finden“, erklärt Günter Horn: „Dies wird uns hier außerordentlich gut gelingen. Die enormen Mengen an Beton und an Recyclingmaterial, die gewonnen und wiederverwendet werden, sprechen da eine klare Sprache für sich.“