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Weinlese im städtischen Wingert

520 Liter Most mit 90 Grad Öchsle und 9,5 Gramm Säure pro Liter. Das ist das Ergebnis der Weinlese im städtischen Weinberg „Diedenbergener Sonnenhang“ am vergangenen Montag. Die Weintrauben, die auch in diesem Jahr wieder unter der fachkundigen Anleitung von Jana Seidemann - vom gleichnamigen Hofheimer Weingut - sowie zahlreichen freiwilligen Lesehelfern geerntet wurden, bringen einen Ertrag von etwa 660 Flaschen hervor. „Wir können mit der Menge und der Qualität sehr zufrieden sein“, resümiert Jana Seidemann.

Nachdem der ursprünglich geplante Lesetermin noch dem Regen zum Opfer gefallen war, wurden die Erntehelfer am Montag mit blauem Himmel und Sonnenschein belohnt. Erschwert wurde die Lese einzig durch eine Vielzahl an Wespen und Bienen, die sich an den witterungsbedingt teilweise überreifen Trauben tummelten.

Auch die traditionelle Vesper, die zur Halbzeit der Lese zur Stärkung im Weinberg stattfand, fand großen Anklang unter den Teilnehmenden. Hier erstmalig dabei war auch der Gewinner des diesjährigen Weinetiketten-Wettbewerbs, Dr. Jürgen Henrich, der die gute Organisation lobte und sich über die bei der Arbeit gewonnenen neuen Eindrücke und den interessanten Gesprächsaustausch freute: „Das war ein schöner Tag und ich freue mich, dass ich dabei sein durfte.“

Der Weinbau in Diedenbergen hat eine lange Tradition. Von den Römern eingeführt, finden sich erste urkundliche Erwähnungen in Diedenbergener Gerichtsbüchern ab 1550. Dass der Weinbau in Diedenbergen zum Erliegen kam, ist der Industrialisierung zuzuschreiben. Viele Landwirte fanden Arbeitsplätze in der Industrie und führten fortan ihre Landwirtschaft nur noch als Nebenerwerb weiter. Weinberge lassen sich aber kaum ausschließlich nach Feierabend bewirtschaften. Deshalb wurden die Flächen in den 60er und 70er Jahren sukzessive aufgegeben.

Um dennoch die Tradition des Weinbaus im Hofheimer Stadtteil aufrechtzuerhalten, wurde 1988 ein Antrag auf Genehmigung einer Neuanlage beim Weinbauamt in Eltville gestellt. Diesem Antrag wurde stattgegeben, jedoch nur zu Forschungs- und Demonstrationszwecken. 1990 erfolgte dann die Neuanlage. Der Wein darf nur für den städtischen Eigenbedarf verwendet werden. Freuen über ein solch edles und seltenes „Tröpfchen“ dürfen sich vor allem Hofheimer Jubilare und Menschen, die sich ehrenamtlich in Hofheim engagieren.

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