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Biografien - Familie Lipmann

Biografien - Familie Lipmann

Clementine Lipmann, geb. Heymann (geb. 25.5.1873) geboren in Kirchberg (Simmern) war die Witwe von Heinrich Lipmann, der bereits 1911 Selbstmord beging. Laut Einwohnermeldekarte lebte sie erst seit 1913 in Hofheim, aber ihre jüngste Tochter Rosalie wurde 1905 bereits in Hofheim geboren. Die ältere Tochter Flora war zwei Jahre zuvor in Mainz geboren worden. Clementine Lipmann wohnte mit ihren beiden Töchtern in der Kurhausstraße 22. Um den Lebensunterhalt aufzubessern vermietete sie ein Zimmer des Hauses an den niederländischen jüdischen Lehrling Herbert Frankenhuis, der eine Ausbildung im ebenfalls jüdischen Kaufhaus Schiff in Höchst machte. Herbert Frankenhuis beschwerte sich 1936 bei seinem Konsul über mehrfache - auch handgreifliche - Belästigungen durch Hofheimer Jugendliche auf seinem abendlichen Weg zum Hause Lipmann. 1937 kehrte er in die Niederlande zurück. Auch Clementine Lipmann verließ mit ihren Töchtern Flora und Rosalie Hofheim. Rosalie wanderte direkt in die USA aus, während Clementine Lipmann und die zweite Tochter in Frankfurt eine Wohnung in der Liebigstraße 1 bezogen. Auch sie waren bereits 1937 – mehr als ein Jahr vor den Ausschreitungen in der Pogromnacht im November 1938 – von Nationalsozialisten bedroht worden und man hatte die Fenster des Hauses eingeworfen. Im Februar 1938 gelang den beiden Frauen ebenfalls die Auswanderung in die USA.

Flora Lipmann (geb. 16.2.1903) war von Beruf Kontoristin. Bis zum 31. August 1937 arbeitete sie als Fremdsprachenkorrespondentin bei den Enameline-Werken in Höchst. Als jüdische Angestellte wurde sie bei der „Arisierung“ des Unternehmens, das heißt dem zwangsweisen Verkauf an „arische“ Eigentümer, ebenfalls entlassen. Im September 1937 zog sie mit der Mutter nach Frankfurt. Am 10.11.1938 berichtet ihre Freundin und ehemalige Kollegin bei den Enameline-Werken, Johanna Strahlheim, von den schrecklichen Ereignissen die in der Reichpogromnacht in Frankfurt und Hofheim passierten und bittet „Flokk“ um Hilfe.

Zeit ihres Lebens pflegte Flora Lipmann Kontakte zu Hofheimer Schulfreundinnen und Familien. Eine Einladung der Stadt Hofheim an die ehemaligen jüdischen Mitbürger, ihre frühere Heimat 1980 noch einmal zu besuchen, konnte sie nicht annehmen. Flora Lipmann starb 1979.

Rosalie (Rösel) Lipmann (geb. 29.9.1905) war gebürtige Hofheimerin. Sie arbeitete als Verkäuferin und lebte mit Mutter und Schwester in der Kurhausstraße 22. Im September 1937 wanderte sie von Hofheim direkt in die USA aus, wohin ihre Familie nur wenige Monate später folgte. 1980 folgte Rosalie Lipmann der Einladung der Stadt und besuchte noch einmal Hofheim.

Kurhausstraße 26 (ehemals 22)
Kurhausstraße 26 (ehemals 22)
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