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Biografien - Frau Lipmann

Biografien - Frau Lipmann

Kurhausstraße 53 (ehemals Kurhausstraße 31) 

HIER WOHNTE 
ADELE LIPMANN 
JG. 1879 
EINGEWIESEN 1938 
HEILANSTALT EICHBERG 
SCHICKSAL UNBEKANNT 

Adele Lipmann (geb. 6.10.1879) wurde in Offenbach am Main geboren. Von 1928 bis 1932 und dann von 1935 bis 1938 wohnte sie in der Kurhausstraße 31, dem Haus ihres Vaters Abraham Lipmann (gest. 1920). Ihre Geschwister waren Alice (Schicksal unbekannt), Ludwig und Hermann, die bereits als junge Erwachsene an Schwindsucht und Tuberkulose starben. Ihr dritter Bruder Heinrich heiratete Clementine geb. Heymann. Sie bekamen die Töchter Flora und Rosalie. 1911 beging Heinrich Lipmann Selbstmord. Zwei Jahre später zog Clementine mit den 8 und 10 Jahre alten Mädchen nach Hofheim. Ungefähr einen Monat wohnten sie bei dem Schwiegervater Abraham Lipmann bis der Umzug in die Kurhausstraße 22 möglich war. Laut Einwohnermeldekartei war Adele Lipmann bereits von August 1932 bis Juli 1935 in der jüdischen psychiatrischen Anstalt in Sayn (Bendorf), den Jacoby’schen Anstalten, untergebracht. Der Begründer dieser Klinik, Synagogenvorsteher Meyer Jacoby, bot für seine jüdischen Patienten koscheres Essen an und die Möglichkeiten zur Ausübung ihrer Religion. 
Nach dem Wegzug ihrer Verwandten Clementine Lipmann mit den Töchtern Flora und Rosalie im Herbst 1937 in die USA blieb Adele Lipmann noch ein Jahr in Hofheim gemeldet. Am 30. September 1938 erfolgte die Abmeldung zur Heilanstalt Eichberg. 
Die Landesheil- und Pflegeanstalt Eichberg für psychisch kranke Menschen wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zu einem Ort des Schreckens. Durch Überbelegung und Mangelernährung starben viele Patienten. Ab 1941 war die Anstalt im Rahmen der Tötungsaktion „T4“ Durchgangsstation für Kranke, die in den Gaskammern der Tötungsanstalt Hadamar umgebracht werden sollten. Aber auch in der Anstalt Eichberg selbst geschahen geplante Krankenmorde, zunächst auf der Kinderstation, ab 1942 auch von Erwachsenen. 
Ob dies auch das Schicksal von Adele Lipmann war, ließ sich nicht mehr feststellen. * 
Im Februar 1939 musste Emma Kopp, ehemals Jüdin, die frühere Wohnung von Adele Lipmann in der Kurhausstraße 31 beziehen, nachdem der Main-Taunus-Kreis sie gezwungen hatte, ihre Villa am Deschweg (heute Roedersteinweg) zu verkaufen. 

* Bekannt seit dem 30.8.2013: Im Gedenkbuch des Bundesarchives ist das Todesdatum von Adele Lipmann mit dem 5.2.1941, in Hadamar, angegeben.

Kurhausstrasse 53
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