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Biografien - Frau Kopp

Biografien - Frau Kopp

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Biografie - Frau Kopp 

Emma Kopp (geb. 2.4.1864, gest. 31.8.1941) wurde in Offenbach am Main geboren. 1910 zog sie nach Hofheim und wurde Teil des Künstlerkreises um die Malerin Ottilie W. Roederstein und deren Lebensgefährtin, der ersten Chirurgin in Deutschland, Elisabeth Winterhalter. Emma Kopp hatte sich dem Kunstgewerbe verschrieben. Als sehr wohlhabende Frau und Freundin von Ottilie W. Roederstein, die sie oft malte und zeichnete, und Hannah Bekker vom Rath gehörte sie zur Künstlerprominenz der Stadt und genoss ein entsprechendes Ansehen. In der Einwohnermeldekarte ist für sie in der Rubrik Religionszugehörigkeit das Wort „Dissidentin“ eingetragen. 
Zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft mag sie das und ihre Freundschaft mit den Ehrenbürgerinnen in gewissem Maße vor allzu offener Diskriminierung geschützt haben, aber schließlich bekam auch sie die Auswirkungen der Verfolgungsmaßnahmen zu spüren. Als Ende 1938 jüdische Eigentümer von Grundbesitz gezwungen wurden, ihre Häuser und Grundstücke zu verkaufen, traf es auch Emma Kopp. Der Main-Taunus-Kreis interessierte sich für ihre prächtige Villa, um sie als Dienstwohnung für den Landrat zu nutzen und übte über Bürgermeister Meyrer entsprechenden Druck aus. Zu den mündlichen Verhandlungen mit dem Bürgermeister wurde Emma Kopp von Dr. Elisabeth Winterhalter begleitet. Zeitzeugen glauben, dass auch Hannah Bekker vom Rath sich für die Freundin eingesetzt habe, aber an den Tatsachen konnte alle Fürsprache nichts ändern. Immerhin ist es wohl als Zugeständnis anzusehen, dass Emma Kopp das Haus Kurhausstraße 31 mit Garten zur Miete als Ersatz angeboten wurde. Dem darin wohnenden Mieter wurde eine Entschädigung und Abfindung in Höhe von 300 RM vom Kreis angeboten. Dieses Haus gehörte Flora Gollhard geb. Lippmann, die bereits nach London emigriert war. Am 12. Januar 1939 forderte Bürgermeister Meyrer Emma Kopp höflich, aber unmissverständlich auf, innerhalb einer Frist von drei Tagen der besprochenen Regelung zuzustimmen, nach der sie bis zum 5. Februar 1939 ihr Anwesen zu räumen hatte. Der Kaufvertrag wurde schließlich am 24. Januar abgeschlossen. Emma Kopp zog in die Kurhausstraße 31 und musste nun von 300 Reichsmark im Monat leben, denn dies war die Höchstsumme, die sie monatlich von ihrem gesperrten Konto abheben durfte. Sie war zu dieser Zeit bereits krank und auf die Hilfe einer Pflegerin angewiesen. Um die Pflege bezahlen zu können, beantragte sie eine Erhöhung der als „Freibetrag“ bezeichneten auszahlbaren Summe auf 450 Reichsmark, was ihr schließlich am 29.5.1940 gewährt wurde. Emma Kopp starb am 31.08.1941 in Hofheim.

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