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Biografien - Familie Allmeier

Biografien - Familie Allmeier

Neugasse 43

Biografien - Familie Allmeier 

Eduard Allmeier (geb. 11.6.1879, gest. 2.2.1958) geboren in Mühlheim am Main, betrieb in Hofheim bis 1925 eine Maßschneiderei. In erster Ehe war er verheiratet mit Silla Allmeier, geb. Grünbaum. 1905 kam ihr gemeinsamer Sohn Siegfried zur Welt, 1907 Tochter Berta. Um 1920 starb Silla Allmeier und Eduard Allmeier heiratete am 12. April 1921
Jenny Allmeier, geb. Kirchheimer (geb. 6.7.1892, gest. 26.1.1976) aus Berwangen. Zwei Jahre später wurde ihre gemeinsame Tochter Ruth geboren. 1925 übergab Eduard Allmeier seine Schneiderei in Hofheim an seinen Sohn Siegfried, arbeitete aber vermutlich noch im Geschäft mit. Am 29.7.1938 übersiedelte die ganze Familie nach Frankfurt M., Obermainanlage. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde Eduard Allmeier vom 16. November 1938 bis zum 3. Januar 1939 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach seiner Entlassung gelang es ihm und seiner Frau nach Palästina auszuwandern. Er starb in Israel am 2. Februar 1958, seine Frau Jenny Allmeier am 26. Januar 1976. 

Siegfried Allmeier (geb. 3.8.1905), der Sohn von Eduard Allmeier aus erster Ehe, übernahm 1925 den väterlichen Konfektionsbetrieb in Hofheim. Nachdem die Familie am 29.7.1938 nach Frankfurt, Obermainanlage umgezogen war, eröffnete er dort gemeinsam mit dem Vater wieder eine Schneiderei. Ebenso wie sein Vater wurde er im Zuge der Verhaftungsaktion jüdischer Männer nach dem Novemberpogrom 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach seiner Entlassung am 13. Februar 1939 verpflichtete man ihn zur Zwangsarbeit, so 1940 als Hilfsarbeiter in der Kohlenhandlung Kitz. Sein Vater und seine Stiefmutter waren bereits nach Palästina ausgewandert und er bemühte sich eine Ausreisegenehmigung zu erlangen, was ihm aber nicht mehr gelingen sollte. 1942 ist er in der Schwanenstraße 22 gemeldet, einem so genannten „Judenhaus“. Von dieser Adresse wurden 27 Personen bei mehreren Deportationen verschleppt. Die Angaben zu Siegfried Allmeiers Schicksal sind widersprüchlich. Nach einem Bericht des Suchdienstes des Internationalen Roten Kreuzes wurde er am 1. September 1942 nach Theresienstadt verschleppt und in Auschwitz ermordet. Laut einem Vermerk in den Devisenakten wurde er dagegen bereits vor dem 17. Juli 1942 „evakuiert“, vermutlich zusammen mit seiner Ehefrau Judith Allmeier, geb. Aronsohn, in das Vernichtungslager Majdanek.

Berta Allmeier (geb. 21.10.1907) wurde wie ihr Vater Eduard und ihr Bruder Siegfried in Mühlheim am Main geboren. Weitere Angaben über ihr Leben sind spärlich, da sie nur in einer einzigen Quelle erwähnt wird. Danach soll ihr 1939 ebenfalls die Flucht ins Ausland gelungen sein. Sie muss aber in jedem Fall jung verstorben sein, denn im Testament ihres Vaters von 1958 ist von seiner „verstorbenen Tochter Berta Allmeier“ die Rede. Sie wäre zu diesem Zeitpunkt 51 Jahre alt gewesen. 

Bella Allmeier (geb. 1.6.1914) ist nur in einer Liste jüdischer Einwohner Hofheims vom November 1933 aufgeführt. Sie war eine Tochter Eduard Allmeiers aus erster Ehe. Nach Angaben von Zeitzeugen gelang ihr die Flucht nach England, wo sie aber bald darauf verstarb. 

Ruth Allmeier (geb. 12.4.1923) war das einzige Kind von Eduard und Jenny Allmeier, geb. Kirchheimer. Am 29.7.1938 zog sie mit Eltern und Halbbruder nach Frankfurt M., Obermainanlage und wanderte vermutlich auch mit den Eltern nach Palästina aus. Sie lebt später als verheiratete Dominsky in Israel.

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