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Biografien - Familie Weiss

Biografien - Familie Weiss

Elisabethenstraße 32 (ehemals Nr. 16)

Biografien - Familie Weiss

Adolf Weiss (geb. 13.12.1883) wurde in Mainz-Kastel geboren. Im Juli 1913 erwarb er zusammen mit seiner Ehefrau
Mina Weiss, geb. Sonnenberg (geb. 18.2.1888) in Hofheim Haus und Grundstück, Elisabethenstraße. 16 und eröffnete dort einen Altwarenhandel. Im folgenden Jahr kam ihre Tochter Erna zur Welt.
Nach 1933 trafen die Boykotte gegen jüdische Geschäftsleute auch den Betrieb von Adolf Weiss. Beim Novemberpogrom 1938 wurden in seinem Haus laut Schadensbericht der Polizei in vier Zimmern Fensterrahmen und -scheiben zertrümmert und die Dachziegel auf dem Wohnhaus beschädigt. Kurze Zeit später war das Ehepaar gezwungen seine Immobilie zu verkaufen. Durch Kaufvertrag vom 6. Juni 1939 ging das Grundstück an die Stadtgemeinde Hofheim. Adolf und Mina Weiss wurde ein Wohnrecht für die Dauer von fünf Monaten eingeräumt. Möglicherweise blieben sie noch länger in ihrem alten Haus wohnen, denn erst am 9. Januar 1942 erfolgte ihre Ummeldung in die Burgstraße 8, in die Pension der Familie Oppenheimer. Von dort wurden sie gemeinsam mit Karl und Hedwig Oppenheimer am 8. Juni 1942 bei der ersten Deportation aus dem Main-Taunus-Kreis nach Frankfurt gebracht. Am 11.6.1942 verließ ein Transport mit 618 Menschen das Gelände der Frankfurter Großmarkthalle in Richtung Izbica. Von diesem Transport sind keine Überlebenden bekannt.

Erna Schwarzschild, geb. Weiss (geb. 11.9.1914), die Tochter von Adolf und Mina Weiss, heiratete Julius Schwarzschild (geb. 7.11.1912), am 16. September 1938 einen gebürtigen Flörsheimer und dieser zog als Ehemann zu ihr in das elterliche Haus in der Elisabethenstraße 16, aber das Paar hatte bereits einen Visumsantrag gestellt, um in die USA auszuwandern. Während sie auf eine Ausreisemöglichkeit warteten, verschärfte sich ihre Lage, denn bei der Verhaftungsaktion gegen jüdische Männer nach dem Novemberpogrom 1938 wurde auch Julius Schwarzschild festgenommen. Vom 12.11.1938 bis 20.12.1938 wurde er im Konzentrationslager Buchenwald festgehalten und schließlich nur unter der Bedingung entlassen, dass er Deutschland innerhalb von drei Monaten verlassen würde. Das junge Paar ging nach Großbritannien mit der Absicht von dort in die USA weiterzureisen. Der Kriegsausbruch vereitelte jedoch diese Pläne. Julius Schwarzschild trat im November 1940 in die britische Armee ein und nahm einen englischen Namen an. Nach Kriegsende, im Dezember 1948, wanderte das Paar schließlich in die USA aus.

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