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Biografien - Familie Rosenthal

Biografien - Familie Rosenthal

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Biografie - Familie Rosenthal

Isidor Rosenthal (geb. 23.11.1876, gest. 15.12.1962) entstammte der weitverzweigten Familie Rosenthal, die in Langenhain seit dem Ende des 18. Jh. nachzuweisen ist. Seine Eltern waren Jacob Rosenthal und Sophie geb. Scheuer und damit war er ein Cousin der noch heute in Langenhain bekannten Lina Beer geb. Rosenthal, denn ihre Väter waren Halbbrüder. Isidor Rosenthal zog 1904 nach Hofheim und betrieb dort zusammen mit seiner Frau Mathilde eine gut gehende Zucht- und Milchviehhandlung. Sie bekamen zwei Söhne, Hermann und Kurt. Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten hatte für die Familie unmittelbare Auswirkungen. Im August 1933 wurde der älteste Sohn Hermann unter falschen Anschuldigungen für eine Woche im Gefängnis in Wiesbaden inhaftiert. Auch das Viehhandelsgeschäft litt unter den nationalsozialistischen Maßnahmen. So erinnerte sich Isidor Rosenthal nach dem Krieg, dass der Kreisleiter der NSDAP in Bad Soden den Bauern, die weiterhin mit Juden Geschäfte machten, damit drohte, sie von der bevorzugten Lieferung von Düngemitteln und Saatgut auszuschließen und auch die Milchabnahme zu verweigern. In der Folge kam das Geschäft Isidor Rosenthals in kürzester Zeit zum Erliegen und er musste seine Familie von den Ersparnissen ernähren. Im August 1935 verzog die Familie nach Frankfurt, Wiesenau 8. Im Oktober 1937 wanderte Isidor Rosenthal mit seiner Frau, seinem älteren Sohn Hermann und dessen Ehefrau Maud nach Mailand aus. Auch dort wurde bald gegen deutsche Juden vorgegangen und so blieb nur die weitere Flucht, zunächst nach Palästina. Nach Ablauf der Visa erfolgte die Ausweisung durch die Briten und im April 1940 gelang schließlich die Einreise in die USA.

Mathilde Rosenthal geb. Hamburger (geb. 18.8.1880) wurde in Alzenau geboren. Als Ehefrau von Isidor Rosenthal erledigte sie in dessen Viehhandelsgeschäft die Buchhaltung und Korrespondenz. Mit dem ältesten Sohn, Schwiegertochter und Ehemann floh sie Ende 1937 über Mailand und Palästina in die USA. In den 1960er Jahren lebte sie in New York.

Hermann Rosenthal (geb. 28.3.1905) war als ältester Sohn von Isidor und Mathilde Rosenthal in Hofheim geboren. Er war von Beruf Handelsvertreter und seit 1930 Teilhaber im Agenturgeschäft Siegmund Sommer in Frankfurt. Am 18. August 1933 wurde er unter der Beschuldigung verhaftet, einen SA-Mann aus Hofheim geschlagen zu haben, so dass dieser Magenblutungen davongetragen habe. Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellte sich heraus, dass das vermeintliche Opfer keinerlei Verletzungen aufwies und die Anschuldigungen gegen Hermann Rosenthal frei erfunden hatte, um von ihm Geld zu erpressen. Hermann Rosenthal musste dennoch eine Woche im Gefängnis verbringen, bis sich der Sachverhalt aufgeklärt hatte. Bei der Entlassung riet der Landrat der Familie, Hofheim zu verlassen, da die Gefahr bestünde, dass die SA an ihnen Rache nehmen würde. Aber erst zwei Jahre später zog die ganze Familie nach Frankfurt, Wiesenau 8. 1937 wanderte Hermann Rosenthal mit seiner Frau Maud und seinen Eltern über Mailand nach Palästina aus. 1940 gelang die Einreise in die USA.

Kurt Rosenthal (geb. 19.1.1917) wurde in Hanau geboren, besuchte aber die Realschule in Hofheim. Anschließend absolvierte er eine kaufmännische Lehre in der Tuchgroßhandlung Moritz Edenfeld in Frankfurt. Im August 1935 zog er mit Eltern und Bruder nach Frankfurt, Wiesenau 8. 1936 fand er eine Anstellung bei der Firma Siegmund Sommer in Frankfurt. Nachdem seine Arbeitgeber aufgrund der Boykottmaßnahmen die Firma schließen mussten, gelang ihm 1938 die Emigration in die USA.

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