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Biografien - Familie Nachmann

Biografien - Familie Nachmann

Bärengasse 5

Biografie - Familie Nachmann

Bertha Nachmann geb. Eschenheimer (geb. 28.5.1863, gest. 5.1.1943) wurde in Esch geboren. In Hofheim lebte sie mit ihrem Ehemann, dem Metzger Leopold Nachmann und den beiden dort geborenen Kindern Friedrich (geb. 28.4.1889) und Greta (geb. 24.5.1892). Die Tochter verstarb sehr jung, kurz nach ihrer Heirat mit Alfred Löwenstein und der Geburt von Bertha Nachmanns Enkelin Irene Löwenstein. Zu Beginn des Jahres 1933, am 23. Januar, starb Leopold Nachmann und ließ
laut Familienüberlieferung seine Witwe fast mittellos zurück. Sie soll auf die Unterstützung von Verwandten und der Jüdischen Gemeinde angewiesen gewesen sein. Nach den Ereignissen der Pogromnacht im November 1938, als jüdische Hausbesitzer gezwungen wurden ihre Immobilien zu verkaufen, verlor auch Bertha Nachmann ihren letzten Besitz. Mit Beschluss vom 8.6.1939 erwarb die Stadt Hofheim ihr Haus in der Bärengasse. Am 3. März 1941 zog sie mit ihrem Sohn nach Frankfurt, Roßdorfer Straße 23. Bei dieser Adresse handelt es sich um ein so genanntes „Judenhaus“ in dem Juden zwangsweise leben mussten und von wo sie in Sammeltransporten deportiert wurden. Aus der Roßdorfer Straße 23 sind 21 Menschen verschleppt worden. Bertha Nachmann wurde am 15.9.1942 nach Theresienstadt verschleppt, wo sie am 5. Januar 1943 starb.

Friedrich Nachmann (geb. 28.4.1889) hatte nach dem Besuch der Volksschule in Hofheim wie sein Vater Leopold Nachmann das Metzgerhandwerk gelernt. Später verdiente er seinen Lebensunterhalt vermutlich aber als Händler. Zwischen 1915 und 1932 war er mehrfach nach Frankfurt abgemeldet, wohnte dann aber wieder im elterlichen Haus in Hofheim. Nach dem Zwangsverkauf des Hauses wohnte er möglicherweise in der Burgstraße 8, bei Familie Oppenheimer. Zusammen mit seiner Mutter Bertha Nachmann verzog er im März 1941 nach Frankfurt, Roßdorfer Straße 23. Laut Recherchen seines Nachfahren Abraham Frank wurde Friedrich Nachmann am 27. März 1943 nach Polen deportiert. Sein weiteres Schicksal und das Datum seines Todes sind nicht bekannt.

Irene Mayer geb. Löwenstein (geb. 1.6.1919), die Enkelin Bertha Nachmanns, kam in Schornsheim, dem Heimatort ihres Vaters Alfred Löwenstein (geb. 21.7.1892, gest. März 1971) zur Welt, verbrachte aber schon ihre ersten drei Lebensjahre in Hofheim. Ihre Mutter Greta Löwenstein geb. Nachmann starb bereits nach dreijähriger Ehe. Vater und Tochter lebten anschließend in Wörrstadt. Vor der nationalsozialistischen Verfolgung flüchteten beide 1935 in das US-amerikanische Exil. Tragischerweise erfüllte Irene Löwenstein ihrer verarmten einsamen Großmutter Bertha Nachmann den Wunsch zu ihr nach Deutschland zurückzukehren. 1937 zog sie nach Frankfurt. 1939 wurde sie offensichtlich verhaftet, denn am 31.3.1939 ist sie im Konzentrationslager Ravensbrück mit der Häftlingsnummer 1363 registriert. Doch sie kehrte noch einmal nach Frankfurt zurück. Sie hatte inzwischen geheiratet und am 31. März 1941 kam ihr Sohn Joel Mayer zur Welt. Nur acht Monate später am 22.11.1941 wurde sie zusammen mit ihrem Ehemann Manfred Mayer (geb. 14.8.1912) und ihrem kleinen Sohn nach Riga verschleppt. Wegen Überfüllung des Rigaer Ghettos wurde der Zug umgeleitet und die Verschleppten am 25.11.1941 in Kowno ermordet. Unter ihnen war wahrscheinlich auch die Familie Mayer.

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