Sprungmarken
Sie befinden sich hier
Startseite
Rathaus
Kultur und Tourismus

Weinetiketten: Hofheimerin Zinaida Starovoytova gewinnt Wettbewerb

Die Jury des Weinetiketten-Wettbewerbs hatte wieder die „Qual der Wahl“: 22 Künstlerinnen und Künstler hatten 36 Motive eingereicht, doch nur eines kann die Flaschen des städtischen Weins „Diedenbergener Sonnenhangs 2017“ zieren. „Die Jury entschied sich für den Wettbewerbsbeitrag von Zinaida Starovoytova, die mit dem Werk ‚Weinmusik vom Zeitungssänger Philipp Keim‘ überzeugt hat“, verkündete Bürgermeisterin Gisela Stang am Freitag bei der Eröffnung der Ausstellung, die im Rathaus-Foyer alle eingereichten Werke zeigt und der Preisverleihung des passenden Rahmen bot.

„Die Eröffnung dieser Ausstellung und die mit verbundene Preisverleihung ist jedes Jahr ein Höhepunkt der Veranstaltungen hier im Foyer des Rathauses und mittlerweile eine Hofheimer Tradition“, sagte Stang. „Gleichzeitig ist dieser öffentliche Rahmen eine schöne Würdigung für die künstlerische Arbeit der vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie ganz besonders der Gewinnerin.“ Sie gratulierte der Preisträgerin Zinaida Starovoytova, die sich über 500 Euro, 24 Flaschen des Diedenbergener Weins und vor allem über die Ehre freuen kann, dass mit ihrem Motiv ein ganzer Wein-Jahrgang bestückt wird.

Beim Rundgang durch die Ausstellung konnten sich Kunstschaffende, Besucherinnen und Besucher davon überzeugen, dass für diesen Wettbewerb absolut vielfältige Beiträge in den unterschiedlichsten Stilrichtungen gestaltet wurden. Acryl-Malereien, Grafiken, Fotografien, Computer Art, Feder/Tusche, Aquarelle, Linoldruck und Scherenschnitt wurden ebenso eingereicht wie Öl-Bilder, Wachskreide, Gouache, Buntstift, Pastellkreide, Tempera und verschiedene Mischtechniken.

Der Weinetiketten-Wettbewerb fand zum zwölften Mal statt. Teilnehmen konnten Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind und in Hofheim wohnen und auch solche, die Mitglied in einem Hofheimer Verein sind, aber nicht in der Kreisstadt wohnen.

Die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen zumeist aus dem Hofheimer Stadtgebiet aber aus den Nachbarstädten oder –kreisen. Eine Einsendung kam aus Schwerin. Alle konnten bis zu zwei Arbeiten einreichen, die im weiteren Sinn eine Beziehung zum Wein oder zur Geschichte des Stadtteils Diedenbergen aufweisen sollten.

Die Ausstellung im Foyer des Hofheimer Rathauses, Chinonplatz 2, ist bis einschließlich 12. September zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und Dienstag von 16 bis 18 Uhr.
Zur Künstlerin Zinaida Starovoytova und ihrem Werk

Zinaida Starovoytova ist kulturell stark in Hofheim engagiert: Sie nimmt seit 2008 regelmäßig am Weinetiketten-Wettbewerb teil und seit 2010 regelmäßig an den Tagen der offenen Ateliers. Im Dezember 2010 stellte sie im Rathausfoyer aus und beteiligte sich im November 2012 an der Gemeinschaftsausstellung zum Kulturprojekt ERDE. Beim Eröffnungsfest des KreisStadtSommers 2012 war Zinaida Starovoytova mit einem Kunsthandwerkerstand vertreten.

Die Künstlerin stammt aus St. Petersburg und arbeitet seit 25 Jahren als Künstlerin und Innenarchitektin. Sie malt mit Acryl und zeichnet mit Feder und Tusche. Seit elf Jahren lebt sie in Deutschland und wohnt in Hofheim. Ihre Kunst ist bereits seit 25 Jahren regelmäßig bei Ausstellungen in Deutschland zu sehen. In St. Petersburg studierte sie Kunst an der Staatlichen Akademie für Gewerbekunst und Design. Zu ihren Arbeiten zählen Malereien, Grafiken, Buchinstallationen und Wohnraumdesigns. Zudem forscht sie im Kunstbereich und hat Bücher über Farben und Psychologie geschrieben.

Eines ihrer Themen, das sie nun auch im Gewinnerbeitrag umgesetzt hat, ist das Leben und Wirken des Diedenbergener Dichters Philipp Keim. Er war nicht nur nassauischer Dichter, sondern auch volkstümlicher Zeitungssänger. 1804 in Diedenbergen geboren, starb er dort 1884. Keim kam als jüngstes von elf Kindern des Diedenbergener Lehrers Johann Heinrich Keim zur Welt. Nach dem Schulabschluss wurde er Küfer. Bei der Arbeit im herzoglichen Schlosskeller zu Biebrich erblindete er im Alter von 17 Jahren bei einem Unfall. Der Herzog schenkte ihm daraufhin eine Drehorgel und erlaubte ihm, im ganzen Herzogtum zu musizieren. Mit seiner späteren Frau Elisabeth zog er durch das Nassauer Land und verkündete in seinen Liedern Neuigkeiten. In Diedenbergen sind Philipp-Keim-Schule und Philipp-Keim-Straße nach ihm benannt.

Das Siegerbild „Weinmusik vom Zeitungssänger Philipp Keim“ ist eine Mischtechnik aus Aquarell, Feder, Tusche, Gold- und Silberakryl im Format 30 mal 40 Zentimeter aus dem Jahr 2018. Es wird nun in das Format des Weinetiketts gebracht und ziert in den Jahrgang 2017 des Diedenbergener Sonnenhangs.

Information über den städtischen Wein „Diedenbergener Sonnenhang“

Die Stadt Hofheim informiert über den städtischen Weinberg und die Weinetiketten auf ihrer Homepage www.hofheim.de unter Tourismus / Weinkultur.

Nach der Lese im städtischen Wingert in Diedenbergen im vergangenen Jahr stand fest, dass der Jahrgang 2017 des Diedenbergener Sonnenhangs eine Spätlese ist. Der Hofheimer Winzer Konrad Seidemann, der den Wein keltert und ausbaut, hatte in den 570 Litern 92° Öxle bei 8,5 Promille Säure gemessen. Das sei vorbildlich. Folgende Mengen und Qualitäten wurden in den letzten Jahren geerntet:

2009 97° Öchsle (Auslese) 800 Flaschen
2010 91° Öchsle (Spätlese) 720 Flaschen
2011 96° Öchsle (Auslese) 780 Flaschen
2012 97° Öchsle (Auslese) 750 Flaschen
2013 88° Öchsle (Spätlese) 1.010 Flaschen
2014 87° Öchsle (Spätlese) 720 Flaschen
2015 95° Öchsle (Auslese) 740 Flaschen
2016 92° Ochsle (Spätlese) 660 Flaschen

Trotz behördlicher Genehmigung des Weinbergs darf die Qualitätsstufe nicht auf dem Etikett angegeben werden. Nach dem deutschen Weingesetz ist nur die Angabe „Deutscher Wein“ zulässig. Auch gibt es für den städtischen Weinberg keine amtliche Lagebezeichnung mehr. Da Diedenbergen 1971 aus der Weinbergsrolle fiel, besteht auch keine Möglichkeit mehr, eine alte Lagebezeichnung (z.B. Steinhaus oder Linsenberg) wieder aufleben zu lassen. Nur inoffiziell heißt der Weinberg Diedenbergener Sonnenhang.

Der Weinbau in Diedenbergen hat eine lange Tradition. Von den Römern eingeführt, finden sich erste urkundliche Erwähnungen in Diedenbergener Gerichtsbüchern ab 1550. Dass der Weinbau in Diedenbergen zum Erliegen kam, ist der Industrialisierung zuzuschreiben. Viele Landwirte fanden Arbeitsplätze in der Industrie und führten fortan ihre Landwirtschaft nur noch als Nebenerwerb weiter. Weinberge lassen sich aber kaum ausschließlich nach Feierabend bewirtschaften. Deshalb wurden die Flächen in den 60er und 70er Jahren sukzessive aufgegeben.

Um dennoch die Tradition des Weinbaues im Hofheimer Stadtteil aufrechtzuerhalten, wurde 1988 ein Antrag auf Genehmigung einer Neuanlage beim Weinbauamt in Eltville gestellt. Diesem Antrag wurde stattgegeben, jedoch nur zu Forschungs- und Demonstrationszwecken. 1990 erfolgte dann die Neuanlage. Der Wein darf nur für den städtischen Eigenbedarf verwendet werden. Freuen über ein solch edles und seltenes „Tröpfchen“ dürfen sich vor allem Hofheimer Jubilare und Menschen, die sich ehrenamtlich in Hofheim engagieren.

Suche

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.

Mehr Infos