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Kunstaktion „Miteinander“ wurde mutwillig zerstörtKunstaktion „Miteinander“ wurde mutwillig zerstört

HOFHEIM Sie hat nicht nur Kälte, Wind und Wetter getrotzt, sondern auch mit den Gegebenheiten des Lockdown gerungen: die Kunstaktion „Miteinander“ im kleinen Park an der Wilhelmstraße. Vor wenigen Tagen aber wurde die Installation, die eine sehr positive Resonanz erfahren hatte, von Unbekannten mutwillig zerstört.
Kunstaktion zerstört
Das Foto zeigt die zerstörte Installation im Park an der Wilhelmstraße. Die Leinen wurden zerschnitten, die Kunstwerke liegen am Boden.© Lara Mouvée
„Es war mit Vandalismus zu rechnen. Ich habe aber nicht gedacht, dass alle drei Schnüre mit jeweils nur einem Schnitt durchtrennt würden und jemand so die Arbeiten, die darin enthaltenen Gefühle und Gedanken und die Kunst einfach fallen lässt. Vandalismus provoziert Empörung, die empfinde ich nicht. Ich frage mich, welche Welt übergeben wir unseren Kindern“, sagt die Künstlerin Lara Mouvée.
Sie hatte gemeinsam mit den Künstlerinnen Birgit Samson und Ingrid Franke zum ersten Adventswochenende, mit Genehmigung der Stadt Hofheim, die Installation „Miteinander“ gestaltet. Unterstützt wurden sie dabei von zunächst elf Künstlerinnen und Künstlern des „Kulturkreises Wallauer Fachwerk“.

Was zunächst "nur" zur gegenseitigen Ermutigung für die Kunstschaffenden und die Bürgerinnen und Bürger Hofheims gedacht war, entwickelte sich durch seine Vielfalt und durch die rege Teilnahme zum Aufruf des friedvollen Umgangs miteinander und warb um Toleranz gegenüber dem Fremden. Über QR- Codes konnten die Betrachter dazu auch Lieder und Gedichte hören.
„Die Bilder beschrieben die Sehnsucht, Vereinsamung und Dunkelheit. Sehr direkt waren die Arbeiten der Grundschulkinder. Sie zeigten die spielerische Leichtigkeit des Themas, formulierten Wünsche des Miteinanders über die Feiertage mit berührenden Beispielen“, berichtet Lara Mouvée. Am 12. Januar kamen die letzten Arbeiten dazu, durch die ein direkter Bezug zum Partner, zur Familie, zur Freundschaft entstand. Am 13. Januar wurde die Installation zerstört.

Im Laufe der Zeit beteiligten sich 25 Kunstschaffende aus Mainz, Wiesbaden, dem Rodgau, der Wetterau, Frankfurt-Höchst und des Main-Taunus-Kreises sowie einer Werkstattgruppe des Klingspormuseums aus Offenbach an der Installation. Sehr engagiert dabei war auch die Grundschulklasse 4a der Steinbergschule in Hofheim.

Zu sehen waren wetterfeste Drucke auf recyceltem Textil oder in Folien eingeschweißt, Fotografie, Malerei, Fotos von Skulpturen, Collagen, Lyrik, Haikus und konkrete Poesie. Zwischen 40 und 70 Kunstwerken waren im stetigen Wechsel zu sehen und sollten eigentlich bis Ende Januar zum Betrachten einladen.

„Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler bedankten sich immer wieder, dass jemand die Initiative für so eine Aktion ergriffen hatte und wir die Arbeit der Durchführung auf uns nahmen“, so Lara Mouvée.
Auch von Passanten und Besuchern hörte sie freudig positive Rückmeldungen – wie zum Beispiel: wenigstens etwas Kultur, Kunst für alle und direkt, konnte sie umrunden, sie von den Bänken aus in Ruhe betrachten, gab einem nochmal Gedanken mit auf den Heimweg von der Bushaltestelle aus oder mit dem Auto, wenn man dran vorbeifuhr. „Manche waren sogar zu Tränen gerührt, freuten sich auch schon aus der Ferne über die bunten Tupfer“, erzählt die Künstlerin, die sich nicht entmutigen lässt und auf der Suche nach einem neuen Standort für die Kunstaktion „Miteinander“ ist.

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