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Im Stadtmuseum: Lesung zum Gedenktag der Reichpogromnacht 1938

Zum Gedenktag der Reichspogromnacht 1938 gibt es im Stadtmuseum eine Lesung mit Michel Bergmann aus dessen Roman „Machloikes“. Michel Bergmann, 1945 als Kind jüdischer Eltern in einem Schweizer Internierungslager geboren, zog nach Stationen in Paris nach Frankfurt. Der Stadt und dem jüdischen Leben der fünfziger Jahre hat er mit "Machloikes" ein Denkmal gesetzt.
Beginn der Gemeinschaftsveranstaltung mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) ist am Donnerstag, 9. November, um 19.15 Uhr im Stadtmuseum, Burgstraße 11. Der Eintritt kostet 8 Euro, für Mitglieder des Kunstvereins und der CJZ 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Der Vorverkauf läuft im Stadtmuseum und in den Hofheimer Buchhandlungen. Reservierungen sind bis 8. November unter www.kunstvereinhofheim.de möglich.

Frankfurter Juden, einige haben den Holocaust überlebt. Sie werden aber keineswegs freudig begrüßt von ihren ehemaligen Nachbarn oder Verfolgern. Als Handelsvertreter, Teilacher, schlagen sich einige durchs Nachkriegsleben. Sie sind zurückgekommen, nicht unbedingt, um zu bleiben, aber für manche ergibt es sich einfach so. Von ihnen erzählte Michel Bergmann bereits in seinem ersten Roman „Die Teilacher“, aus dem Bergmann schon 2010 im Kunstverein gelesen hat. Ein Lesegenuß trotz des höchst ambivalenten Inhalts.‘“Machloikes“ – Ärger, Probleme, trouble – ist der zweite Teil der Trilogie. Die Teilacher, erfahrene Menschenkenner und sympathische Melancholiker, können zwar in zehn verschiedenen Sprachen schlagfertig antworten und Witze machen, doch gleich darunter verbirgt sich das Grauen ihrer Erinnerung. Aber man will sich auch nicht aufgeben. Wofür hat man überlebt?

Bergmann erzählt von bewegenden Momenten mit einer fürsorglichen Nonchalance, die jedem Pathos entgegenwirkt. Wir lernen schon junge Vertreter der nächsten Generation kennen, die die gleichen Machloikes haben wie andere Überlebende. Davids Söhne suchen wie alle anderen einen Neuanfang. Waren sie und ihre Eltern auch dem Massengrab entkommen, so leben sie doch im ständigen Bewusstsein des Massengrabes, in dem alle übrigen ihrer Verwandten liegen.

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