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Neue Stadtbücherei: Stadtarchiv zieht mit in neues Gebäude

Die Planungen für die neue Stadtbücherei Hofheim gehen weiter. Die Stadt Hofheim hat in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) die Bürger beteiligt. Die Ausschüsse für Planung, Bauen, Umwelt und Verkehr sowie für Jugend, Sport, Kultur und Soziales sowie der Haupt- und Finanzausschuss hatten sich zuvor auf ein entsprechendes Konzept geeinigt. Gemeinsam mit dem Büro „Strunk Stadtplanung + Kommunikation“ aus Frankfurt wurde ein transparentes Verfahren für die kommenden Planungsschritte entwickelt. Dieses Verfahren unter neutraler Moderation steht nun kurz vor dem Abschluss. Derzeit arbeitet das beauftragte Architekturbüro "Gottstein Blumenstein Architekten BDA" am Entwurf für das neue Gebäude. Ein Überblick zum Stand des Projekts:

Synergieeffekte nutzen: Stadtarchiv zieht mit in neues Gebäude

Das Stadtarchiv wird Teil des Neubaus der neuen Stadtbücherei Hofheim. Das hat der Magistrat der Stadt Hofheim am Mittwoch beschlossen. Die Empfehlung für diesen Schritt sprach zuvor der Aufsichtsrat der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) aus. Die weiterentwickelten Planungen ermöglichen Synergieeffekte bei der Nutzung des neuen Gebäudes und senken die angenommene Miete pro Quadratmeter von 15,30 Euro auf 10,70 Euro. Die Möglichkeiten für die Taunussparkasse, ihren Standort in Hofheim deutlich aufzuwerten und weitere Arbeitsplätze in der Stadt zu schaffen, bleiben von den neuen Planungen unberührt.

„Nach der Entscheidung des Auswahlgremiums war klar, dass der ausgewählte Vorschlag des Architekturbüros Gottstein Blumenstein Architekten BDA noch nicht alle Ansprüche an das neue Gebäude bediente und ein intensiver Prozess der Weiterentwicklung notwendig sein würde“, erklärte Hofheims Bürgermeisterin und HWB-Aufsichtsratsvorsitzende Gisela Stang. „Das haben uns auch die zahlreichen Ideen und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger aus den Bürgerforen gezeigt.“ Der jetzt beschlossene Vorschlag sei eine logische Folge aus diesem Prozess der Weiterentwicklung, der neben der Verringerung der angenommenen Miete viele weitere Vorteile bei der Nutzung des Gebäudes bringe. „Zudem hat sich in den letzten Monaten gezeigt, dass in Diedenbergen die Ansiedlung des Stadtarchivs auf wenig Zuspruch stößt.“

Der Bauausschuss des Aufsichtsrates hatte zuvor auf der Grundlage der Empfehlungen des Auswahlgremiums mehrmals getagt. Bei der Diskussion um die Optimierung der Flächen zeigte sich, dass eine Integration des Stadtarchivs in den Neubau möglich ist. Durch die Nutzung des ersten Obergeschosses im Gebäude an der Pfarrgasse und den Verzicht auf fünf Stellplätze in der Tiefgarage, steht eine vermietbare Fläche von 1.317 Quadratmetern zur Verfügung. So können rund 1.000 Quadratmeter für die Bücherei und rund 317 Quadratmeter auf das Stadtarchiv verwendet werden.

Im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus Diedenbergen war eine Fläche von rund 340 Quadratmetern für das Stadtarchiv vorgesehen. Um die Flächen für die Stadtbücherei und das Stadtarchiv auch im neuen Gebäude am Kellereiplatz unterzubringen, war die bisherige Planung auf ihre Anpassungsfähigkeit zu prüfen. Nach gelungenem Abschluss der damit verbundenen Umplanung zeigen sich deutliche Synergieeffekte: Die Sozialräume und Toilettenanlage können gemeinsam genutzt werden. Die Büros des Stadtarchivs können mit den Büros für die Stadtbücherei räumlich zusammengefasst werden. Auch sind Arbeitsbereiche, wie beispielsweise die Kombination von Sachbuch und Präsenzbibliothek des Archivs sowohl für Bücherei- als auch Archivbesucher nutzbar.

Neue Mietberechnung

Mit der Integration des Stadtarchivs entstehen Projektkosten von ca. 12,1 Millionen Euro bei einer Gesamtmietfläche von ca. 3.187 Quadratmetern. Die Fläche der Taunussparkasse bleibt unverändert bei ca. 1.619 Quadratmetern ebenso wie die Gewerbefläche im Erdgeschoss des Gebäudes an der Pfarrgasse mit ca. 146 Quadratmetern. Die Wohnfläche würde sich auf 105 Quadratmeter verringern. Für die Stadtbücherei stehen ca. 1.000 Quadratmeter und für das Stadtarchiv ca. 317 Quadratmeter zur Verfügung. Daraus würde sich eine Miete von 15,40 Euro pro Quadratmeter ergeben.

Deshalb hat der Magistrat beschlossen, die Erbpacht auf 2,5 von bisher 4 Prozent zu reduzieren. Dies reduziert im gleichen Maße die Einnahmeposition bei der Stadt, ist jedoch vergleichbar mit anderen Erbpachtverträgen. Die Eigenkapitalverzinsung wird von bisher 4 auf 2,2 Prozent reduziert. Daraus ergibt sich eine Miete von 10,70 Euro pro Quadratmeter.

Ehemaliges Feuerwehrgerätehaus Diedenbergen

Die bisherige Planung sah ein Investitionsvolumen von rund einer Millionen Euro in das ehemalige Feuerwehrgerätehaus Diedenbergen vor. Dabei ging es auch um die Sanierung und Ertüchtigung der Wohnungen im Obergeschoss. Da das Stadtarchiv nun nicht in das Gebäude einziehen wird, hat der Magistrat die HWB beauftragt, sich die Potenziale des Gebäudes unter Einbeziehung aller Restriktionen wie den Denkmalschutz noch einmal anzuschauen und dann in einen noch festzulegenden Beteiligungsprozess zu geben.

Die Planungen für den Umzug des Stadtarchivs nach Diedenbergen hatten sich zuvor als schwierig erwiesen. Für die Diedenbergener Vereine war eine Erweiterung der geplanten Unterstellhalle des Historischen Landmaschinenvereins Diedenbergen e.V. (HLD) als alternative Lagermöglichkeit vorgesehen. Der HLD hatte jedoch zwischenzeitlich aus vereinsinternen Gründen von dem Bau der Unterstellhalle Abstand genommen. Der Magistrat arbeitete deshalb an einer eigenständigen Realisierung einer Halle, die auf dem MSC-Gelände in Diedenbergen hätte errichtet werden können. Der Vorstand des Vereinsrings und der MSC Diedenbergen waren zu dieser Lösung bereit gewesen. Es zeigte sich jedoch, dass sich darüber hinaus eine Akzeptanzgewinnung für einen Umzug langwierig gestaltete und bisher nicht abschließend gelungen war. Folglich gewann der Magistrat den Eindruck, dass die Verlagerung des Hofheimer Stadtarchivs nach Diedenbergen und ein anderer Standort als Lagerflächen für die Vereine in Diedenbergen nicht positiv angenommen worden wären.

Auswahlgremium votiert für „Gottstein Blumenstein Architekten BDA“

Das Auswahlgremium im Beteiligungsprozess zum Projekt „Neue Stadtbücherei“ hat in einer zweiten Sitzung getagt. Am Montag, 19. März, einigten sich die 19 Mitglieder des Gremiums im Hofheimer Rathaus mit großer Mehrheit darauf, den Lösungsvorschlag des Architekturbüros „Gottstein Blumenstein Architekten BDA“ für das weitere Verfahren zu empfehlen.

Nach Ansicht des Auswahlgremiums spricht für diesen Lösungsvorschlag, dass jede der unterzubringenden Funktionen – Stadtbücherei, Sparkasse, Gewerbe / Wohnen – ein eigenes Gebäude hat. Die damit verbundene Kleinteiligkeit des Ensembles sorgt auch für mehr natürliches Licht innerhalb der neuen Gebäude. Der Entwurf bildet außerdem einen vermittelnden Übergang von der modernen Architektur des Chinon Centers zu historischen Gebäuden der Altstadt. Im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag des Büros „Gottstein Blumenstein Architekten BDA“ ist der Abstand zum Hexenturm größer, der Lesegarten weniger tief und die einzelnen Gebäude etwas kleiner. 15 Mitglieder des Auswahlgremiums votierten für den Vorschlag von „Gottstein Blumenstein Architekten BDA“, drei für einen der beiden anderen Vorschläge, einer präferierte keine der Lösungen.

„Es war erneut ein intensiver Austausch in großer Runde. Jeder konnte seine Pros und Kontras zu jedem der Vorschläge äußern“, sagte Bürgermeisterin und HWB-Aufsichtsratsvorsitzende Gisela Stang danach. Das Auswahlgremium habe die Wahl zwischen drei guten Lösungsvorschlägen, die ganz unterschiedliche städtebauliche Ansätze verfolgen, gehabt. „Die Diskussion war abermals offen und ehrlich, mitunter auch kontrovers“, ergänzte HWB-Geschäftsführer Norman Diehl. Auch Roland Strunk vom Büro „Strunk Stadtplanung + Kommunikation“, der das Beteiligungsverfahren betreut, zeigte sich mit dem Verlauf der Diskussion und der Verständigung auf einen Favoriten zufrieden.

Die Empfehlung des Auswahlgremiums wird nun zur weiteren Verhandlung nach der Osterpause in die städtischen Gremien und den HWB-Aufsichtsrat gegeben. „Dann beginnt die Arbeit im Detail“, erläuterte Norman Diehl. Diese werde aber nicht im stillen Kämmerlein geschehen, sondern es werde weitere Möglichkeiten für die Bürger geben, sich einzubringen. Geplant ist im Herbst den Bauantrag einzureichen, Anfang des Jahres 2019 mit dem Bau zu beginnen und 2020 den Neubau einzuweihen.

Seit der ersten Sitzung des Auswahlgremiums hatten die Architekturbüros an ihren Lösungsvorschlägen gefeilt. „Es gab dafür Gespräche mit dem Kreisbauamt, der Denkmalpflege und den Nutzern, namentlich der Stadtbücherei und der Taunussparkasse“, führte HWB-Geschäftsführer Josef Mayr aus. Die Stadtbücherei habe dafür in engem Kontakt mit der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken gestanden. „Die Büros haben bei ihren Lösungsvorschlägen vor allem am Abstand zum Kellereigebäude, den Flächen innerhalb der Gebäude und an der Optimierung von Details wie den Fassaden und besonderen Bauteilen gearbeitet“, erklärte Mayr. Insbesondere seien baurechtliche Fragen geklärt worden. Dabei sei es darum gegangen, den Bebauungsplan einzuhalten bzw. kleinere Befreiungen von diesem zu klären. „Natürlich haben wir uns auch mit den Baukosten und den Honoraren für die Architekten auseinander gesetzt“, sagte Mayr.

Das Auswahlgremium setzt sich aus 22 Vertretern folgender Institutionen zusammen, wobei drei Vertreter an der zweiten Sitzung krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnten: Geschäftsführung Hofheimer Wohnungsbau GmbH, Aufsichtsrat Hofheimer Wohnungsbau GmbH, Magistrat, Stadtverwaltung Hofheim, Landesamt für Denkmalpflege, Ortsbeirat Hofheim-Kernstadt, Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, Bürgerinitiative Kellereiplatz, Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt e.V., Kunstverein Hofheim e.V. und IHH Hofheim e.V. Beraten wurden sie von zwei externen Experten für Städtebau und Architektur und Hilmer Goedeking vom Büro „Goedeking Architekten“, welches das Vergabeverfahren begleitet.

Auswahlgremium sieht Potentiale in drei Vorschlägen

Das Auswahlgremium im Beteiligungsprozess zum Projekt „Neue Stadtbücherei“ hat nun getagt. Am Dienstag trafen sich die 22 Mitglieder des Gremiums im Hofheimer Rathaus. „Es war ein intensiver Austausch in großer Runde“, resümierte Norman Diehl, Geschäftsführer der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB), nach der Sitzung. „Jeder konnte seine Pros und Kontras zu jedem der Vorschläge äußern. Die Diskussion war offen, kontrovers und ehrlich.“ Nach sechsstündigem Austausch sah das Auswahlgremium bei drei Vorschlägen Potentiale, die in eine Reihe von Anregungen an die Architekten mündeten. Einzig der Vorschlag von „Sinning Architekten mit MTP Architekten“ wird nicht Teil der weiteren Verhandlungen sein.

„Bedingt durch den Tiefgang der Diskussion und aufgrund des starken Interesses daran, was die Architekten aus seinen Anregungen machen, hat sich das Gremium darauf verständigt, zu einer zweiten Sitzung zusammenzutreten“, sagte Roland Strunk vom Büro „Strunk Stadtplanung + Kommunikation“, der das Gremium moderierte. Diese sei für das erste Quartal 2018 angedacht, nachdem die Architekten Gelegenheit hatten, zu den Anregungen aus der ersten Sitzung des Auswahlgremiums Stellung zu beziehen bzw. ihre Vorschläge zu überarbeiten.

Das Auswahlgremium setzte sich aus 22 Vertretern folgender Institutionen zusammen: Geschäftsführung Hofheimer Wohnungsbau GmbH, Aufsichtsrat Hofheimer Wohnungsbau GmbH, Magistrat, Stadtverwaltung Hofheim, Landesamt für Denkmalpflege, Ortsbeirat Hofheim-Kernstadt, Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, Bürgerinitiative Kellereiplatz, Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt e.V., Kunstverein Hofheim e.V. und IHH Hofheim e.V. Beraten wurden sie von zwei externen Experten für Städtebau und Architektur und Hilmer Goedeking vom Büro „Goedeking Architekten“, welches das Verfahren betreut.

Vier Varianten: Architekten zeigten Ideen für neue Stadtbücherei

Das Beteiligungsverfahren für die Bürger hat den nächsten Meilenstein erreicht. Im zweiten Bürgerforum präsentierten vier Architekturbüros ihre Lösungsvorschläge für das Projekt. Die Bürger hatten dabei Gelegenheit, Fragen zu stellen und Hinweise zu den einzelnen Vorschlägen zu geben. Das Ergebnis des zweiten Bürgerforums fließt in das Auswahlgremium mit ein. Zuvor werden noch die Kinder- und Schülerparlamente informiert. Das Auswahlgremium wird dann seine Empfehlung in das Verhandlungsverfahren für die Auftragsvergabe geben. Anbei stehen alle Präsentationen, Videos, Übersichtspläne sowie das Protokoll des zweiten Bürgerforums zum Download bereit:

Fünf Architekturbüros erarbeiten Lösungsvorschläge

Das Projekt „Neue Stadtbücherei“ geht in die nächste Phase. Die Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) hat nun nach Auswertung der eingegangen Bewerbungen durch das verfahrensbegleitende Büro Goedeking die Architekten ausgewählt (Referenzliste im Anhang), die städtebauliche und architektonisch-konzeptionelle Lösungsvorschläge für das neue Gebäude zwischen Kellereiplatz und Pfarrgasse erarbeiten sollen. 19 Architekturbüros waren von der HWB und Hofheimer Bürgern und Organisationen vorgeschlagen worden. Von acht Büros gab es keine Rückmeldung, vier haben abgesagt und sieben verblieben im Verfahren. Davon werden nun fünf ausgewählte Büros bis Oktober die Aufgabenstellung bearbeiten.

Die ausgewählten Architekturbüros werden in ihren Lösungsvorschlägen für das Projekt die Vorgaben aus der Aufgabenstellung beachten. Aus ihr geht die große Bedeutung des Projekts durch seine zentrale Lage an dieser wichtigen Stelle der Stadt hervor. Kernpunkte der Aufgabenstellung sind das Grundstück, der städtebaulichen Kontext, das Raumkonzept, der Denkmalschutz von Nachbargebäuden, die Baukosten und Nachhaltigkeit. Hinzu kommen besondere Anforderungen wie Qualität der Fassade, ein innovatives Energiekonzept und Freiflächengestaltung.

Die HWB fragt in der Aufgabenstellung auch nach der Konkretisierung der flexiblen Flächenerweiterungen für die Stadtbücherei. Dies war nicht nur in der Vorlage 2015/061 der Stadtverordnetenversammlung Grundlage des Beschlusses (9/2015), sondern auch im Bürgerforum gewünscht. Die Architekten erhalten in der Aufgabenstellung (Anlage) auch die Informationen aus dem Bürgerforum vom 28. Juni. Hinweise aus diesem Forum beinhalten unter anderem eine Öffnung der Bücherei zum Kellereiplatz. Außerdem sind Vorschläge zur Gestaltung der Freiflächen, dem Übergang zum Kellereiplatz, zur Gestaltung entlang der Elisabethenstraße und der Pfarrgasse sowie zum Übergang zur Altstadt zu machen. Dabei soll auch ein schlüssiges Bild des gesamten Ensembles entstehen, das auch Konzepte für Zugänge und Zufahrten sowie für die Fahrradinfrastruktur enthält.Die Erläuterungen der Architekten zu ihren Lösungsvorschlägen werden im Herbst Inhalt eines zweiten Bürgerforums sein. Zuvor prüft das Büro Goedeking Architekten, ob alle Unterlagen die Anforderungen der Aufgabenstellung erfüllen. Während des Forums werden dann alle Architekten ihre Entwürfe persönlich vorstellen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Vorschlägen und Hinweisen der Bürgerinnen und Bürger liegen. Es soll nachvollziehbar sein, wo sich diese in den Lösungsvorschlägen der Architekten wiederfinden oder warum sie nicht berücksichtigt wurden.

Nach dem zweiten Bürgerforum wird ein Auswahlgremium zusammentreten und die Entwürfe beurteilen. Das Auswahlgremium ist noch final zu besetzen. Ihm werden Vertreter der HWB, der Stadt Hofheim und Hofheimer Bürgerinnen und Bürger angehören. Kriterien der Auswahl werden unter anderem die Umsetzung der räumlichen und funktionalen Anforderungen, Variabilität der Flächenzuweisungen, konstruktive und wirtschaftliche Machbarkeit, stadt- und innenräumliche Qualität, Fassadengestaltung, Barrierefreiheit sowie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sein.

Erstes Bürgerforum: Zusammenfassung und Ergebnisse

Das erste Bürgerforum im Beteiligungsprozess zur neuen Stadtbücherei brachte kritische Diskussionen, wertvolle Anregungen und interessante Ideen. Grundsätzlich herrschte eine eher skeptische Stimmung gegenüber dem Projekt. Am Mittwochabend hatte die Hofheim Wohnungsbau GmbH (HWB) Bürgerinnen und Bürger in die Stadthalle eingeladen, um ihnen Raum zu geben, ihre Vorstellungen zu Gebäude und Konzept der neuen Stadtbücherei einzubringen.

„Dieses Forum ist ein wichtiger Schritt, um das Vergabeverfahren an ein Architekturbüro transparent und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gestalten“, sagte Hofheims Bürgermeisterin und HWB-Aufsichtsratsvorsitzende Gisela Stang. „Wir sind sehr zufrieden mit der regen Beteiligung und machen uns nun an die Auswertung. Die Teilnehmer haben uns viele spannende Punkte in unser Hausaufgabenheft geschrieben, die nun im weiteren Verfahren eine wichtige Rolle spielen werden“, erklärte HWB-Geschäftsführer Norman Diehl am Ende der Veranstaltung.

Die Anmerkungen der Bürger werden in die Aufgabenstellung der Architekten aufgenommen. Die Architekturbüros werden dann anhand dieser Vorgaben Lösungsvorschläge erarbeiten. Diese präsentieren sie anschließend in einem zweiten Bürgerforum. Dort werden die Bürger nochmals Gelegenheit für Fragen haben.

„Wir nehmen die Hinweise der Bürger sehr ernst und konnten herauslesen, dass vielen eine größere Fläche für die Bücherei lieber wäre. Deshalb werden wir die Planer auch Lösungen mit einer größeren Büchereifläche entwickeln lassen“, sagt HWB-Geschäftsführer Norman Diehl. Bürgermeisterin und HWB-Aufsichtsratsvorsitzende Gisela Stang ergänzt: „Es ist aber auch erkennbar, dass der Standort der neuen Bücherei unterstützt wird. Das Team der Bücherei freut sich über den Wunsch nach mehr Bücherei und wir werden im weiteren Verfahren sehen, ob und wie wir diesem entsprechen können.“

Unter der Moderation von Prof. Dr. Ursula Stein hatte es zunächst Informationen zur Historie und zum aktuellen Stand des Projekts gegeben. Im Anschluss an eine Fragerunde konnten die Bürgerinnen und Bürger dann ihre Hinweise auf Karten schreiben und an eine der Thementafeln kleben. Zu den Themen „Altstadt und Umfeld“, „Nutzungen“, „Zugänge und Zufahrten“ und „Über was sonst noch gesprochen werden sollte“ gaben die Teilnehmer ihre Meinungen ab.

Bei einer ersten Durchsicht der Tafeln kristallisierten sich interessante Hinweise heraus. Beispielsweise, dass eine großzügige Bücherei mit viel Luft und einem ebenerdigen Zugang in Richtung Kellereiplatz gewünscht wird. In Teilen wurde eine Nutzung durch Wohnungen und durch ein Kreditinstitut kritisch gesehen. Wobei sich mache eine reine Büchereinutzung wünschen, andere hingegen nur das Verhältnis der Flächen zugunsten der Bücherei verändern wollen. In jedem Fall soll es aber einen Lesegarten und ein Lese-Café geben. Sorgen äußerten viele bei der Gestaltung der Parkplätze. Sowohl ein mögliches erhöhtes Verkehrsaufkommen in der Pfarrgasse sowie mögliche Nachteile für Nachbargebäude durch eine Tiefgarageneinfahrt in Richtung der Altstadt stören viele Teilnehmer.

Entscheidend ist für viele die Außenwirkung des Gebäudes. Es soll möglichst nicht zu massig wirken und sich optisch an die Altstadt anpassen. Einladende Eingänge für die Bücherei in Richtung des Kellereiplatzes sollen helfen, die Bibliothek zu einem Raum für Begegnung, Erlebnis und Bildung zu machen. Zu vermeiden ist eine einengende Gestaltung der Fassade sowohl in der Elisabethenstraße als auch in der Pfarrgasse durch ein zu hohes Gebäude mit monotoner, ununterbrochener Außenhülle. In diesem Zusammenhang sind den Teilnehmern des Forums Freiflächen auf dem gesamten zu bebauenden Areal sehr wichtig.

In der Kategorie „Über was sonst noch gesprochen werden sollte“ kamen sehr viele Vorschläge. Ideen wie „Urban Farming auf dem Dach“, ein Glasdach, helle Räume und eine mögliche Erweiterung der Tiefgarage sind wichtige Anregungen für die Architekten.

Die Präsentation, die unter diesem Text zum Download bereit steht, zeigt die Entwicklung des Kellereiplatzes in den vergangenen Jahrzehnten. Noch im Jahr 1955 war der Kellereiplatz sowohl im Norden als auch im Süden von Gebäuden eingeschlossen. Nach und nach fielen die Gebäude nördlich des Platzes weg. Im Süden entstand das Gebäude der heutigen Bücherei. Das war der Stand im Jahr 2000 als das gesamte Areal begann, sich grundlegend zu verändern. Auf der gegenüber des Kellereiplatzes gelegenen Seite der Elisabethenstraße fielen die Gebäude des ehemaligen Schwimmbads und der Feuerwehr weg. Es folgte die Planung des Chinon Centers an dieser Stelle, was zu neuen Anforderungen an den Kellereiplatz führte. Eine Neugestaltung wurde nötig.

Ein von der Stadtverordnetenversammlung beschlossener Wettbewerb brachte 2006 Ideen, wie der Platz künftig aussehen sollte. Das Büro Trojan & Trojan aus Darmstadt gewann den Wettbewerb. Der Entwurf sah eine Bebauung nördlich und südlich des Platzes vor, so wie es bereits Jahrzehnte zuvor einmal der Fall gewesen war. Unter Beteiligung verschiedener Akteure aus der Hofheimer Bürgerschaft arbeitete das Büro Trojan & Trojan seinen Entwurf weiter aus.

Ergebnis war 2008 eine weiterentwickelte Platzgestaltung, die unter anderem die Grundlage für das heutige HWB-Forum legte und nördlich des Platzes ein längliches Gebäude als Übergang in die Altstadt vorsah. Die neue Planung machte eine Änderung des Bebauungsplanes Nr. 61 notwendig. Die Stadtverordnetenversammlung fasste einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss im November 2010. Im Mai 2012 trat die Änderung des Bebauungsplans in Kraft. Darin ist eine Baugrenze mit einem Abstand von vier Metern zwischen Hinterkante eines neuen Gebäudes auf dem Areal nördlich des Kellereiplatzes und der Elisabethenstraße festgesetzt. Die Denkmalpflege regelte außerdem Höhenvorgaben für einen Neubau.

Für den Neubau der Bücherei nördlich des Kellereiplatzes folgten im Jahr 2011 Entwürfe zur Realisierung aus einem Wettbewerb. Erster Preisträger wurde das Architekturbüro Henchion & Reuter aus Berlin. Der Entwurf machte Vorschläge zu Höhenschnitten und Freiflächen und zeigte Möglichkeiten zur Erweiterung eines Neubaus auf. An diese Planungen schließen sich nun die Überlegungen von Stadt und HWB zur Realisierung der neuen Stadtbücherei an.

Vorschläge erwünscht: Verfahren für die Bürgerbeteiligung

Für die Beteiligung der Öffentlichkeit soll es zwei Bürgerforen geben. Im ersten Bürgerforum wird es darum gehen, allen Teilnehmern das geplante Verfahren zu erklären. Anschließend wird es wieder einen Blick auf die Geschichte des Projekts Stadtbücherei geben. Auch der aktuelle Stand des Projekts wird dabei Thema sein. Dazu gehören auch Bindungen und Vorgaben, die der künftigen Planung zugrunde liegen. In diesem Forum werden die Bürger die Möglichkeit haben, ihre Hinweise zum Projekt einzubringen. Diese Hinweise werden dann ein Teil der Aufgabenstellung für die Architekturbüros sein, die für die Bearbeitung von Lösungsvorschlägen ausgewählt werden.

Die Vergabe der Architektenleistungen erfolgt parallel zum Beteiligungsprozess durch ein sogenanntes „Verhandlungsverfahren mit Planungsteil“. Das bedeutet, dass es zur Auswahl geeigneter Architekturbüros einen Wettbewerb mit begrenzter Teilnehmerzahl geben wird. Auswahlkriterien in diesem Wettbewerb sind besondere Fähigkeiten der Architekten und Referenzen in Form bereits abgeschlossener Projekte.

Die ausgewählten Büros reichen dann auf der Grundlage der Aufgabenstellung Planungsvorschläge in Form von Zeichnungen und Berechnungen ein. Diese Ideen zur Architektur der neuen Stadtbücherei wird die HWB gemeinsam mit der Stadt Hofheim in einem zweiten Bürgerforum von den Architekten präsentieren lassen. Auch dabei wird den Bürgern Gelegenheit geboten, Rückfragen zu stellen und sich zu äußern.

Ein Auswahlgremium, dem auch Bürger angehören sollen, bewertet dann diese Vorschläge, die neben weiteren Kriterien Grundlage der Entscheidung werden, welches Architekturbüro den Auftrag erhält.

Nutzungskonzepte: Vorschläge der HWB

Die Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) hat bereits im Jahr 2016 Vorschläge zur Flächennutzung im neuen Gebäude der Stadtbücherei gemacht. Dieses Vorschläge hat sie nun noch einmal erweitert und durch Vorschläge für die Vorgaben für die Aufgabenstellung an die noch auzuwählenden Architekturbüros im Beteiligungsverfahren ergänzt. Die Details dazu sind in der Präsentation unter diesem Text einsehbar.

Für die Aufgabenstellung an die Architekten schlägt die HWB vor, für die Bücherei 758 Quadratmeter, für Gewerbe 1400 Quadratmeter und für die Restflächen für Wohnen und / oder Gewerbe 598 Quadratmeter vorzugeben.

Der Hauptkörper des Neubaus soll einen Abstand von zehn Metern zur Pfarrgasse einhalten und der Erweiterungsbau zweigeschossig mit Staffelgeschoss realisiert werden. Die Nutzung der Zugänge für Bücherei und Gewerbe sollen sich in Richtung Kellereiplatz orientieren, so der Vorschlag der HWB. Der Eingang der Bücherei soll im Erweiterungsbau mit Verbindung zum Hauptbau über eine Gebäudebrücke untergebracht sein. Auch eine untergeordnete Gastronomie mit Lesegarten soll im Erweiterungsbau Platz finden. Aus Lärmschutzgründen sollen Wohnungen möglichst mehrheitlich abgewandt vom Kellereiplatz angeordnet sein. Zudem soll es eine qualifizierte Außengestaltung zu allen Gebäudeseiten und Flexibilität in den Flächenrelationen zwischen Bücherei und den Restflächen geben.

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Neue Abstände: Seit 2012 gilt die Änderung des Bebauungsplans Nr. 61. Stadt Hofheim
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