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Pruszcz Gdański
Besuch im September 2012

Besuch im September 2012

Schöne Tage in Pruszcz Gdański

Der Förderkreis Hofheimer Städtepartnerschaften e.V. berichtet vom ersten Gegenbesuch vom 18. bis 23. September 2012 in Hofheims polnischer Partnerstadt.

Beim Abschied stellte der stellvertretende Bürgermeister Wojciech Gawkowski den deutschen Reiseteilnehmern die Frage, was ihnen in Pruszcz Gdański besonders gefallen hätte. Aber so oft er auch fragte, er erhielt nur eine Antwort: Die herzliche Gastfreundschaft, mit der die Hofheimer in der neuen Partnerstadt empfangen und betreut wurden. Und in der Tat, diese vorbehaltlose Gastfreundschaft war die wohl eindrucksvollste Erfahrung, die die 40-köpfige Delegation Ende September von ihrem fünftägigen Besuch in der pommerschen Stadt nach Hause mitnehmen konnte.

Nachdem die Städtepartnerschaft mit Pruszcz Gdański am 25. April dieses Jahres in Hofheim besiegelt worden war, war dies der erste offizielle Gegenbesuch. Mit von der Partie waren demgemäß Bürgermeisterin Gisela Stang, Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater, Erster Stadtrat Wolfgang Exner, Stadtrat Wolfgang Winckler, zahlreiche Stadtverordnete und Angehörige der Stadtverwaltung. Den Förderkreis Hofheimer Städtepartnerschaften (FHS) vertraten der 1. Vorsitzende Dr. Jörg Bastian, die für Pruszcz Gdański zuständigen Vorstandsmitglieder Helena Taranczewski und Dr. Viktoria Polllmann und etliche Mitglieder des FHS, die sich in den letzten Jahren für das Zustandekommen der Partnerschaft besonders eingesetzt hatten. 

Beide Städte unterzeichnen eine neue Vereinbarung 

Höhepunkt des offiziellen Teils des Programms war die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen beiden Städten, die zum Ziel hat, das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen weiter zu fördern und einen regelmäßigen, für beide Seiten aufschlussreichen und nützlichen Erfahrungsaustausch unter den Verwaltungen zu installieren. Der feierliche Akt fand im Rahmen einer Sitzung des polnischen Stadtparlaments in der „Faktoria“ statt, in dem eindrucksvollen Freilichtmuseum, das seit 2011 an die römische Vergangenheit der Stadt an der „Via Ambra“, der von der Ostsee bis nach Italien verlaufenden Bernsteinstraße, erinnert. Der regionale Fernsehsender Północna.tv hat das Ereignis gefilmt. Man kann es bei Youtube sehen, hier ist der Link:

Pruszcz Gdański stellt sich vor

Natürlich stellten die Gastgeber den Hofheimern, von denen viele zum ersten Mal in Pruszcz Gdański waren, ihre Stadt vor. Vom Empfang im Rathaus, bei dem die Arbeit der „Universität des dritten Lebensalters“ in Anwesenheit vieler Kursteilnehmerinnen erläutert wurde, ging es zur Stadtbibliothek, die in einem schönen Gebäude aus dem 18. 
Jahrhundert untergebracht ist. Auch der weitere Schwerpunkt lag auf Bildungseinrichtungen. Eine Grundschule beeindruckte mit ihrer hervorragenden Ausstattung. Sie verfügt - das ist allerdings nicht polnischer Standard - über ein eigenes 
Schwimmbad und großzügige Sportanlagen. Die Kinder zeigten den Gästen eine pantomimische Darstellung von „Gulivers Reisen“ und imponierten nicht nur den mitreisenden Hofheimer Lehrerinnen mit ihrer ruhigen, disziplinierten Arbeitshaltung im Unterricht. Diese Arbeitshaltung fiel auch bei den Oberstufenschülern des Lyceum I auf, mit dem die Main-Taunus-Schule einen schon regelmäßigen Schüleraustausch pflegt. Mit berechtigtem Stolz präsentierte man auch die vorbildliche Einrichtung für praktisch  Bildbare, die vor einigen Jahren in einem wiederhergestellten historischen Gebäude untergebracht wurde. Ein Konzert auf der Barockorgel in der mittelalterlichen Heilig-KreuzKirche und eine Besichtigung der Faktoria rundeten die Erkundungen in der Stadt ab. 

Geschichte und Gegenwart: Danzig und Marienburg

Die Umgebung von Pruszcz Gdański hat so viel zu bieten, dass man in wenigen Tagen nur Ausschnitthaftes erleben kann. Für das nur neun Kilometer entfernte Danzig war auch bei dieser Reise ein Tag reserviert. Die Besichtigung begann bei der Leninwerft, von der seit 1970 der Widerstand gegen das kommunistische Regime ausging, der letzten Endes zum Zusammenbruch des Ostblocks führte und damit auch die deutsche Wiedervereinigung möglich machte. Im Solidarność-Museum ist die dramatische Geschichte dieser Jahre eindrucksvoll dokumentiert. An den Besuch des Museums schloss sich eine Führung durch die im Zweiten Weltkrieg zerstörte, aber wundervoll wieder aufgebaute Altstadt an. 

Viele der Mitreisenden erlebten einen sehr schönen Konzertabend mit der Baltischen Philharmonie, für die vor einigen Jahren auf der Speicherinsel in den Mauern eines ehemaligen Elektrizitätswerks ein hervorragender Konzertsaal entstanden ist.

Ein weiterer Ausflug führte nach Malbork (Marienburg). Die imposante mittelalterliche Festung des Deutschen Ordens an der Nogat ist ein weiterer bedeutender Schauplatz der deutsch-polnischen Geschichte. Nach dem Ende der Kreuzzüge beteiligte sich der Ritterorden an der Ostkolonisation. 1309 verlegte der Hochmeister den Sitz des Ordens in die Marienburg. Von hier aus wurde der ursprünglich geistliche Orden bis zum Ende des 14. Jahrhunderts zur vorherrschenden staatlichen und wirtschaftlichen Macht im Ostseeraum, eine Vorherrschaft, die er aber im Laufe des 15. Jahrhunderts wieder an das damalige Polen verlor. Am Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört, wurde die Marienburg in den letzten Jahrzehnten fast vollständig wiederhergestellt und zeugt heute dank der hervorragenden Kunst polnischer Restauratoren erneut vom Glanz der einstigen Ordensmacht.

Eine Freundschaft entsteht

Die Menschen in unserer neuen Partnerstadt lassen es uns spüren: Die Schatten der Vergangenheit sollen nicht vergessen, aber gemeinsam überwunden werden. Die deutschen Gäste beeindruckt die große Aufgeschlossenheit und Herzlichkeit, mit der man Kontakt zueinander aufnimmt. Auch wenn viele Deutsche nicht Polnisch und viele Polen nicht Deutsch sprechen, gelingt die Verständigung. Wenn nach einem wunderbaren Gastmahl mit pommerschen Spezialitäten ausgelassen miteinander getanzt wird ..., wenn der Grillabend in der Faktoria in einem deutsch-polnischen Sängerwettstreit kulminiert (den dann ein Italiener gewinnt) ..., dann ist es schon fast wie bei alten Freunden. Die Basis ist allemal gelegt und bei manchen, die sich durch wiederholten Besuch und Gegenbesuch schon näher kennen, ist es schon jetzt wirkliche Freundschaft. Die 3 Partnerschaft zwischen Hofheim und Pruszcz Gdański, die Freundschaften zwischen Hofheimern und den Menschen aus Pruszcz, sie haben einen guten Anfang.

Dr. Gerhard Marquordt 
im Auftrag des 
Förderkreises Hofheimer Städtepartnerschaften e.V.

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