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Lothar Wolleh - eine Wiederentdeckung. Fotografien 1959 - 1979

Lothar Wolleh - eine Wiederentdeckung. Fotografien 1959 - 1979


Eine Wiederentdeckung. Fotografien 1959 - 1979


Lothar Wolleh (1930 - 1979), der unbekannte Porträtfotograf bekannter Künstler wie Beuys, Magritte, Man Ray, Moore oder Spoerri, war zunächst Werbefotograf, ehe er sich Ende der sechziger Jahre aus der Werbung zurückzog. Auf Anregung von Günther Uecker begann er, Künstlerinnen und Künstler zu porträtieren. Neben ausgewählten Aufnahmen von Künstlern sind auch Porträtfotografien von Wirtschaftsbossen und Kirchenoberen zu sehen. Insgesamt werden etwa 150 Fotos ausgestellt sowie veröffentlichte und unveröffentlichte Künstlerbücher von Wolleh. Die Ausstellung ist somit nicht nur die erste Retrospektive des fotografischen Œuvres von Lothar Wolleh, sondern auch ein Querschnitt durch die internationale Kultur und nationale Unternehmenskultur der 60er und 70er Jahre. Die Kunsthalle Bremen, das Kunst-Museum Ahlen sowie der Estate Lothar Wolleh konzipierten und realisierten die Ausstellung.

Nach seinem frühen und plötzlichen Tod geriet Lothar Wolleh nach und nach in Vergessenheit. Die Werkschau seiner Fotografien aus den Jahren 1959 bis 1979 will den unbekannten Porträtisten vieler bekannter Köpfe wieder entdecken.

Der Mann hinter dem Objektiv, vor dem sich Papst Paul VI. ebenso in Szene setzte wie Marcel Marceau, Otto Wolf von Amerongen oder René Magritte und Man Ray, studierte 1959 bis 1961 bei Otto Steinert an der Essener Folkwangschule. Als freischaffender Fotograf war Lothar Wolleh dann zunächst in der Werbung tätig, zog sich jedoch Ende der sechziger Jahre aus diesem Metier zurück. Wolleh fotografierte für den Vatikan das Konzil von 1965 und die Feierlichkeiten anlässlich des Heiligen Jahres 1975. 1970 erschien der Band „UdSSR. Der Sowjetstaat und seine Menschen“, der überwiegend mit Fotos von Lothar Wolleh illustriert ist.

Auf Anregung von Günther Uecker begann Wolleh, Künstlerinnen und Künstler zu fotografieren. Er portraitierte systematisch insgesamt über einhundert Künstler, darunter Gerhard Richter, Niki de Saint-Phalle und Jean Tinguely. Wolleh hat mit seinem Elan und mit seinem hoch entwickelten Gespür für die Eigenart eines Künstlers eine Porträtreihe entwickelt, die Bild für Bild wie in einem Fokus das Spezifische des Werks der Künstler erfasst. Der strenge symmetrische Bildaufbau rückt den Künstler in den Mittelpunkt und entzieht ihm dem Ambiente des Ateliers. So vermittelt Wolleh Einsichten in das Schaffen des Künstlers, ohne der üblichen „Maler-Bild-Optik“ zu bedürfen.

1972 erschien als Teil dieser seriellen Arbeit, die das Soziologie-Album „Antlitz der Zeit“ von August Sander innerhalb des Kunstbetriebes fortzusetzen scheint, der Prachtband „Art Scene Düsseldorf 1“ mit Porträtfotos u.a. von Joseph Beuys, Karl Gerstner, Heinz Mack und Blinky Palermo. Ein zweiter Band blieb unveröffentlicht, ebenso wie das „Unterwasser-Buch“ über Beuys, die Monografie über Jan Schoonhoven und der Bildband „Männer der Wirtschaft“ mit Fotos u.a. von Franz Heinrich Ulrich (Deutsche Bank), Rudolf Leiding (VW), Herbert Quandt (BMW), Rolf Sammet (Hoechst) und Matthias Seefelder (BASF). Zum Heiligen Jahr 1975 erschien der Band „Apostolorum Limina“.

Ausstellung und Katalog: Frank Laukötter und Karin Lelonek

Katalog: Lothar Wolleh – Eine Wiederentdeckung – Fotografien 1959 – 1979, Bremen, Hauschild Verlag 2005, € 28,-

Veranstalter: Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus – Stadtmuseum/Stadtarchiv in in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Stadtmuseum Hofheim am Taunus e.V. und dem Kunstverein Hofheim e.V.

Realisiert mit freundlicher Unterstützung durch
Förderkreis Stadtmuseum e.V.
Mainova AG


Ausstellungsstationen:
Kunsthalle Bremen (3.7. - 18.9.2005)
Stadtmuseum Hofheim (5.2. - 23.4.2006)
Kunst-Museum Ahlen (7.5. - 16.7.2006)
Ludwig Museum Koblenz (März - April 2007)


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