Sprungmarken
Sie befinden sich hier
Startseite
Kultur
Stadtmuseum
Sonderausstellung
Ausstellungsrückblick
Sonderausstellungen 2006 - 2010
Kunst grenzenlos. Die Ausstellungsreisen der Hanna Bekker vom Rath 1952 - 1967

Kunst grenzenlos. Die Ausstellungsreisen der Hanna Bekker vom Rath 1952 - 1967

Die Ausstellungsreisen der Hanna Bekker vom Rath 1952 - 1967

„Kunst grenzenlos“ vor fünfzig Jahren war ein fernes Ziel, für das sich Einzelne mit großem Engagement, Mut und Weitblick nach den Erfahrungen von Diktatur und Weltkrieg einsetzten. Nur Wenige befassten sich mit den kulturellen Verlusten für Deutschland, bis zu interkulturellen Dialogen und Trialogen war es noch ein weiter Weg.

Mit über 140 Exponaten von fast 60 Künstlern bietet die Ausstellung einen Ausschnitt der Künstler und Werke, die Hanna Bekker vom Rath (1893 – 1983) als „Botschafterin der Kunst“ auf Ihren Ausstellungsreisen zwischen 1952 und 1967 durch vier Kontinente mit sich führte. In Anlehnung an die Kollektion der Reisen werden überwiegend grafische Arbeiten ausgestellt. Die Ausstellung zeigt auch ihre Entdeckungen in den Gastländern und gibt ihren Blick auf das Kunstschaffen bis zu den 1950/60er Jahren wieder.

Während der 1920er Jahre legte Hanna Bekker vom Rath den Grundstein zu ihrer späteren Kunstsammlung. Ludwig Meidner, Alexej von Jawlensky, Ewald Mataré, Karl Schmidt-Rottluff und Emy Roeder gehörten ihrem persönlichen Freundeskreis an. Hinzu kamen die Gegenstandslosen wie Willi Baumeister, Ernst Wilhelm Nay, Rolf Nesch, HAP Grieshaber, Günter Schulz-Ihlefeldt und Fritz Winter. Während des Dritten Reiches gewährte sie vielen der mit Mal- und Ausstellungsverbot Belegten Zuflucht und Malgelegenheit in ihrem „Blauen Haus“ in Hofheim. Ab 1938 zeigte sie in ihrer Berliner Atelierwohnung heimliche Ausstellungen der als „entartet“ verfemten Künstler.
1947 gründete sie das Frankfurter Kunstkabinett, das sich auch „jungen“ Künstlern öffnete: u.a. Kurt Federlin, Fridolin Frenzel, Gerhard Hintschich, Carl-Heinz Kliemann, Seff Weidl.

"Es galt, vor allem die Lücke wieder schließen zu helfen, die in den letzten zwanzig Jahren die Abwesenheit deutscher Kunst im internationalen Kunstleben mit sich gebracht hatte. ... Wiederholt wurde uns vom Publikum und der Kritik die Notwendigkeit bestätigt, wieder deutsche Kunst vorzustellen und wieder eine kulturelle Brücke zu jenen Ländern aufzubauen.“

Dies schrieb Bekker vom Rath 1952 im Resümee ihrer ersten Ausstellungsreise, die sie mit Unterstützung des Instituts für Auslandsbeziehungen realisiert und nach Südamerika geführt hatte.

Im Juni 1955 verabschiedete sich Bekker vom Rath für ein Jahr von Deutschland und brach zu ihrer Weltreise auf. 206 Blätter von 88 Künstlern zeigte sie in Kuba, Brasilien, Chile, Peru, Südafrika und Indien. Für den Bildertransport diente ihr ein großer, von ihr bemalter Aluminiumkoffer, der als Diplomatengepäck deklariert war und dessen Ein- und Ausladen in die Flugzeuge sie meist selbst überwachte. In den Jahren 1957 bis 1967 folgten weitere Ausstellungsreisen, u.a. in die USA, Mexiko, Spanien, Ägypten, Griechenland, Libanon und Marokko.

Publikum und Presse in den bereisten Ländern nahmen regen Anteil an den Ausstellungen. Unterstützung bei ihren oft improvisierten Ausstellungen fand sie vielfach durch deutsches Botschaftspersonal oder durch Vertreter der Kulturinstitute vor Ort.
Hanna Bekker vom Rath nutzte diese Reisen zugleich um alte Verbindungen aufzufrischen (u.a. Benno Elkan und Ludwig Meidner/Exil England, Hans Platschek lebte in Uruguay) wie um neue zu knüpfen, die sich im Programm internationaler Künstler ihrer Galerie wiederfanden: z.B. Isidor Aschheim, Alexander Calder, Luigi Coppa, Alberto Giacometti. Manche dieser Künstler sind heute zu unrecht fast in Vergessenheit geraten, ihre Namen und Arbeiten wieder in Erinnerung zu rufen, ist ein weiteres Anliegen der Ausstellung "Kunst grenzenlos".

Weder alle 177 Künstler der Ausstellungsreisen, noch alle der zusätzlich etwa 100 Künstler und Immigranten der Gastländer können gezeigt werden. Da sich die Ausstellung auch zum Ziel gesetzt hat, den Blick der Hanna Bekker vom Rath auf das Kunstschaffen der 1950er und frühen 1960er Jahre wiederzugeben, wurden vor allem Arbeiten dieser Zeit ausgewählt und der Schwerpunkt auf die ersten Reisen der Jahre 1952-1959 gelegt.


"Kunst grenzenlos" zeigt Werke von:


● Isidor Aschheim ● Ernst Barlach ● Heinz Battke ● Willi Baumeister ● Max Beckmann ● Emil Bizer ● Martin Bloch ● Francis Bott ● Alexander Calder ● Luigi Coppa ● Heinrich Davringhausen ● Otto Dix ● Meret Eichler ● Benno Elkan ● Artur Fauser ● Kurt Federlin ● Lyonel Feininger ● Paul Fontaine ● Fridolin Frenzel ● Alberto Giacometti ● Walter Gramatté ● HAP Grieshaber ● George Grosz ● Renato Guttuso ● Erich Heckel ● Otto Herbig ● Gerhard Hintschich ● Adolf Hoelzel ● Johannes Itten ● Alexej von Jawlensky ● Wassily Kandinsky ● Max Kaus ● Ida Kerkovius ● Ernst Ludwig Kirchner ● Paul Klee ● Carl-Heinz Kliemann ● Käthe Kollwitz ● Wilhelm Lehmbruck ● Franz Marc ● Ewald Mataré ● Else Meidner ● Ludwig Meidner ● Otto Mueller ● Ernst Wilhelm Nay ● Rolf Nesch ● Emil Nolde ● Max Pechstein ● Hans Platschek ● Siegfried Reich a.d. Stolpe ● Otto Ritschl ● Manuel Rivera ● Emy Roeder ● Luise Rösler-Kröhnke ● Christian Rohlfs ● Luis Saez ● Karl Schmidt-Rottluff ● Johanna Schütz-Wolff ● Günter Schulz-Ihlefeldt ● Siegfried Shalom Sebba ● Seff Weidl ● Fritz Winter ●

Von ihren Reisen brachte Hanna Bekker vom Rath auch manches Kunstwerk aus dem Bereich der Volkskunst mit. Diese anonymen Objekte stellen die Verbindung her zwischen den Werken „ihrer“ Künstler und dem Thema der Ausstellungsreisen.

Katalog, 268 Seiten, 18,00 €. ISBN 978-3-933735-37-9

Veranstalter: Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus - Stadtmuseum/Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Stadtmuseum Hofheim am Taunus e.V., dem Kunstverein Hofheim e.V. und dem US-Generalkonsulat Frankfurt

Ausstellung und Katalog realisiert mit freundlicher Unterstützung durch:

● Mainova AG
● 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse

● Förderkreis Stadtmuseum Hofheim am Taunus e.V.
● Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
● Maximiliane Kraft, Hofheim

Suche

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.

Mehr Infos