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Flower Power für Frauenrechte und fairen Handel

Am Weltfrauentag (8. März 2017) Frauenrechte stärken – dafür setzt sich TransFair e.V. mit der Kampagne „Flower Power“ ein.

Denn wer Fairtrade-Rosen verschenkt, setzt sich für Arbeiter-
und Frauenrechte auf Blumenfarmen in Anbauländern wie Kenia ein.

Bundesweit finden am Weltfrauentag Aktionen zur Fairtrade-Rosenaktion statt, unter anderem in zahlreichen Fairtrade-Towns. Was Fairtrade für die Arbeiterinnen und Arbeiter in Kenia bedeutet, davon berichtet die Blumenpflückerin Rosemary Achieng, die anlässlich der Flower Power-Kampagne zu Gast in Köln ist und am Donnerstag gemeinsam mit Lisa Herrmann von TransFair e.V. von Bürgermeisterin Gisela Stang ins Hofheimer Rathaus eingeladen war.

Hofheim am Taunus ist seit Januar 2012 Fairtrade-Stadt und achtet seitdem noch stärker als zuvor auf den Kauf und die Verwendung fair gehandelter Produkte, sensibilisiert Dritte und hat sie als Mitstreiter gewonnen.

Vor diesem Hintergrund freute sich Bürgermeisterin Stang, die Themen fairer Handel und Frauenrechte gemeinsam mit Lisa Herrmann und Rosemary Achieng erneut in die Öffentlichkeit zu tragen.

Mit der Auszeichnung als Fairtrade-Stadt war der entsprechende Beschluss der Stadtverordnetenversammlung erfolgreich umgesetzt worden. „Wir konnten den in Hofheim bereits bestehenden Aktivitäten von Schulen, Vereinen, kirchlichen Gruppen, Geschäften und Restaurants rund um den Fairen Handel ein verbindendes Element geben“, so Stang.

Nicht nur, dass im Rathaus seit Jahren fair gehandelter Kaffee getrunken oder Wert auf eine faire Beschaffung gelegt wird: Mit Veranstaltungen wie der Reihe "global lokal - lokal global", durch Kino-Filme und Ausstellungen, faires Frühstück und faire Nikoläuse wurde das Thema gemeinsam mit zahlreichen Partnern direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern transportiert und gezeigt, dass jede und jeder etwas tun kann.

„Fairer Handel hat auch immer etwas mit Frauenrechten zu tun. Meist sind es Frauen, die am Anfang einer Produktionskette stehen, mit wenig Geld für harte Arbeit abgespeist werden und keinerlei Aussicht auf ein berufliches Weiterkommen oder Weiterbildung haben“, so Stang. Damit sprach sie Lisa Herrmann und Rosemary Achieng aus dem Herzen.

Für die Kenianerin ist die Stärkung von Frauen ein Herzensthema, sie ist selbst alleinerziehende Mutter von drei Söhnen und seit mehreren Jahren Leiterin des Genderkomitees der Fairtrade-zertifizierten Blumenfarm Panda Flowers.

Dort setzt sie sich für ihre Kolleginnen und die Gemeinde ein: „Mein Hauptziel ist es, meinen Söhnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen, damit sie eine sichere Zukunft haben. Ich bin dankbar dafür, dass Fairtrade mich auf diesem Weg unterstützt. Durch die Fairtrade-Prämie profitieren alle Gemeindemitglieder. Ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr Fairtrade-Blumen verkauft werden, damit alle Kinder unserer Gemeinde eine gute Schulbildung erhalten werden.“

Frauen und Gemeinden profitieren
Mit der Fairtrade-Rosenaktion zeigt TransFair, dass Fairtrade aktiv Frauenrechte stärkt. Etwa die Hälfte aller Beschäftigten auf Blumen- und Pflanzenfarmen sind Frauen. Fairtrade fördert ihre gleichberechtigte Teilhabe, sie profitieren von festen Arbeitsverträgen, Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Fortbildungen. Fairtrade-zertifizierte Blumen- und Pflanzenfarmen müssen ihren Beschäftigten mindestens den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Darüber hinaus erhält die Belegschaft die Fairtrade-Prämie, die der Importeur zusätzlich zum Exportpreis bezahlt und die zehn Prozent dieses Preises beträgt. Das von der Belegschaft gewählte Fairtrade-Prämienkomitee entscheidet über die Nutzung des Geldes.

 

Fairer Handel verändert Nord und Süd
Deutschland ist Weltmarktführer beim Verkauf von Fairtrade-Rosen, die zum Großteil aus Ostafrika kommen. Im Jahr 2016 wurden alleine in Deutschland 365 Millionen faire Rosen verkauft und insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro Fairtrade-Prämie generiert, die in Gemeinschaftsprojekte investiert werden. Und hierzulande ändert sich durch den fairen Handel das Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher: Wie eine von TransFair und anderen NGOs in Auftrag gegebene Studie kürzlich wissenschaftlich bestätigte, verändert der faire Handel auch sichtbar die Gesellschaft im Norden. Verantwortungsbewusster Konsum ist mittlerweile fest im Alltag der deutschen Verbraucher verankert: Jede vierte Schnittrose in Deutschland trägt heute das Fairtrade-Siegel.

 

Fairtrade-Towns Kampagne
Fairtrade-Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Auf kommunaler Ebene spielt der faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, zunehmend auch bei der öffentlichen Beschaffung. Für den Titel „Fairtrade-Town“ müssen nachweislich fünf verschiedene Kriterien zum fairen Handel von der Kommune erfüllt werden.

www.fairtrade-towns.de

 

Hintergrund:
Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e.V. nicht selbst mit Waren, sondern setzt sich dafür ein, den Handel mit fair gehandelten Produkten und Rohstoffen zu fördern und mehr Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu erreichen. www.fairtrade-deutschland.de TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International e.V., in dem Fairtrade-Organisationen  aus 25 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Fairtrade International entwickelt die international gültigen Fairtrade-Standards. www.fairtrade.net  Alle beteiligten Akteure entlang der Lieferkette werden regelmäßig von FLOCERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft arbeitet mit einem unabhängigen und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 17065 (DIN EN 45011). www.flocert.net

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Bürgermeisterin Gisela Stang und Rosemary Achieng präsentieren die Plakate „Flower Power“ zum Weltfrauentag. StadtHofheim
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