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Weinlehrpfad

Weinlehrpfad der Stadt Hofheim am Taunus

Am 28. September 1997 konnte entlang des Weinbergs ein kleiner Weinlehrpfad eingeweiht werden, der vom „Diedenbergener Malkreis 1977“ gestaltet wurde. Er zeigt auf acht Tafeln die Arbeit des Winzers das Jahr über. Der städtische Wingert ist im Stadtteil Diedenbergen über die Casteller Straße zu erreichen und ab der Schwarzwaldstraße ausgeschildert.
Dank der finanziellen Unterstützung der Taunussparkasse konnte der Lehrpfad realisiert werden.

Wenn man die harte Arbeit des Winzers beschreiben wollte, hieß es früher, daß er in einem Jahr mindestens 17 Mal um jeden Rebstock „gehen mußte“. Dann erst konnte er mit der Lese beginnen. Auch heute gibt es im Weinberg noch zahlreiche Arbeitsgänge.

Es beginnt meist im Januar/Februar mit dem Rebschnitt (1. Tafel). Das alte Rebholz wird bis auf ein oder zwei kräftige Fruchtruten zurückgeschnitten. Der Rebstock verliert dabei ca. 90 Prozent seines Holzes. Dieser Rebschnitt wird durchgeführt, um Wachstum, Ernteertrag und Qualität, dem Standort angepaßt, zu regulieren. Früher wurde das abgeschnittene Holz beim sogenannten Auskehren der Weinberge gebündelt, aus dem Weinberg getragen und verbrannt. Heute wird es im Weinberg belassen und im Frühjahr gemulcht, so bleibt es als Humus im Weinberg.

Im März/April werden die Ruten gegertet (2. Tafel). Bei der hier im städtischen Weinberg angewandten Halbbogen-Erziehung werden sie bogenförmig über den oberen Gertdraht gebogen und am unteren Gertdraht festgebunden. Das gibt den Weinreben Halt und fördert den gleichmäßigen Austrieb aller Augen (Knospen).

Jedes Jahr entzieht der Weinstock dem Weinberg Nährstoffe. Ein junger Rebstock braucht zusätzliche Ernährung, um Stamm und Wurzelwerk aufzubauen. Dazu dient die Düngung (3. Tafel), die nach den Ergebnissen des Analyse von Bodenproben und zum Bedarfszeitpunkt vorgenommen wird. Dadurch werden Überdüngungen und unnötige Nährstoffauswaschungen vermieden.

Je nach Witterungsverhältnissen und dem damit verbundenen Befall durch Schädlinge und Pilze muß der Winzer die Reben in der Wachstumsphase von Mai bis Juli/August mehrfach durch Spritzungen schützen (4. Tafel). Er ist darauf bedacht, möglichst wenige und umweltfreundliche Mittel einzusetzen, so daß Nützlinge im Weinberg geschont und gefördert werden. Zu Beginn der Reifephase werden die Rebstöcke mit Netzen zum Schutz der Trauben vor Vogel- und Wespenfraß zugehängt.

Die Bodenbearbeitung (5. Tafel) ist gleichfalls vor allem in der Wachstumsphase notwendig, um den Wasser- und Lufthaushalt des Bodens zu regulieren und das Wachstum von Unkräutern zu begrenzen. Der städtische Weinberg steht auf einem schweren Lette-Boden, der die Feuchtigkeit gut hält, sich aber trotzdem im Frühjahr schnell erwärmt. Je nach Witterung und Bodenzustand wird der Boden gelockert oder der Wildwuchs zwischen den Reben gemäht und gemulcht. Heute können diese Arbeiten vorwiegend mit Spezialmaschinen ohne große körperliche Arbeit erledigt werden, teilweise ist es aber immer nocht harte Handarbeit mit Hacke und Karst.

Etwa ab Juni beginnen die Laubarbeiten (6. Tafel). Von den Rebstämmen werden Geiztriebe entfernt, die beweglichen Heftdrähte werden zunächst heruntergelegt und – sobald die Rebtriebe groß genug sind – wieder in ihr Verankerungen oben an den Pfählen eingelegt. Auf diese Weise können die Rebtriebe gut verteilt zusammengeheftet werden. Später werden die Triebe oben abgeschnitten (gegipfelt) sowie seitlich auswachsende Geiztriebe eingekürzt. Diese Maßnahmen dienen dazu, Schäden durch Windbruch zu vermeiden, durch bessere Belichtung und Belüftung der Laubwand die Nährstoffversorgung der Früchte zu verbessern und auch Pilzbefall und unerwünschte Fäulnis zu vermeiden.

Wenn die Trauben vollreif sind, beginnt die Weinlese, meist Ende Oktober/Anfang November (7. Tafel). Hierbei werden die Trauben mit einer Schere per Hand vom Stock geerntet. Im städtischen Weinberg wird diese Lese auf diese traditionelle Art durchgeführt. Eine Weinernte mit der Maschine ist hier bedingt durch die geringe Größe des Weinbergs und die Vielzahl freiwilliger, fleißiger und fröhlicher Lesehelfer nicht sinnvoll.

Die Lesemannschaft lädt Trauben auf (8. Tafel), die dann zum Winzer gebracht werden. Er verarbeitet das Lesegut im Keller weiter und baut es zu Wein vom „Diedenbergener Sonnengang“ aus.


Sie sind an einer Führung durch den Weinlehrpfad interessiert?
Anmeldungen hierzu nimmt der Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus, Herr Karl-Heinz Harpf, entgegen. Die Kontaktdaten erhalten Sie in der rechten Spalte.
Die Führung dauert ca. 45 Minuten.
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