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Geschichte

Zur Geschichte von Hofheim am Taunus

Die ältesten Spuren

Die bislang entdeckten ältesten Spuren, die auf eine Besiedlung des heutigen Stadtgebietes von Hofheim am Taunus hinweisen, stammen aus der Altsteinzeit (75 000 v. Chr.). Werkzeuge aus dieser Epoche wurden auf dem Hochfeld geborgen. Aus der Jungsteinzeit, ab etwa 5000 v. Chr., sind noch mehr Funde bekannt. Ein großes Siedlungsgebiet aus dieser Zeit konnte an den Ufern des Schwarzbachs und beiderseits des heutigen Schmelzwegs nachgewiesen werden. 

 

Die Michelsberger Kultur, um 4000 v. Chr., zeigt sich durch Siedlungsspuren auf dem Kapellenberg und dem Hochfeld. Unter den Funden, die insbesondere auf dem Kapellenberg entdeckt wurden, sind Äxte und Beile, Kratzer, Pfeilspitzen, ein Kultbeil und Gefäßscherben.

Bei Grabungen auf dem Hochfeld wurden Gräber der frühen und mittleren Bronzezeit (1800 v. Chr.) entdeckt. Wiederum auf dem Kapellenberg und dem Hochfeld wurden Funde aus der Latènezeit, ab 450 v. Chr., gemacht. Auch in Langenhain und Diedenbergen hat diese Periode Spuren hinterlassen. Die Römer bauten um das Jahr 40 n. Chr. ein befestigtes Erdlager auf dem Hochfeld, das um 75 n. Chr. durch ein Steinkastell ersetzt wurde. Dieses Kastell diente wahrscheinlich dem Schutz der Römerstraße von Mainz über Kastel und Hofheim nach Heddernheim. Um 110 n. Chr. gaben die Römer das Steinkastell auf. Nach ihnen siedelten im heutigen Stadtgebiet vermutlich die Mattiaker und 150 Jahre später Alemannen.

Ersterwähnung und Stadtrechte

Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Dorf Hofheim im Jahr 1263 als "Hoveheim". Wahrscheinlich ist der Ort aber schon in fränkischer Zeit entstanden. Davon zeugen zum Beispiel Funde fränkischer Gräber im Stadtgebiet. Kaiser Karl IV, König von Böhmen mit Residenz in Prag, unterzeichnete am 21. März 1352 das Dokument, in dem Hofheim die Stadtrechte gegeben wurden und ließ es durch einen Boten Graf Philipp dem Älteren von Falkenstein überbringen. Diese Urkunde gab Philipp das Recht, Mauern, Tore und Brücken sowie anderes zur Sicherung der Stadt zu bauen. Es durfte ein Galgen errichtet werden, das heißt es durfte Gericht abgehalten werden. Ebenso war es fortan erlaubt, Handwerk zu betreiben und an einem Tag in der Woche öffentlich Markt abzuhalten. Die Leibeigenschaft war aufgehoben. Im Reichskrieg gegen Philipp den Älteren, 1364 bis 1366, nahm der Erzbischof von Mainz die Stadt Hofheim ein. Da sie jedoch bald wieder verpfändet wurde, hatte der Eigentumswechsel zunächst keine Folgen. Im Jahr 1481 begann der Bau der Kirche St. Peter und Paul. Aus diesem Jahr sind bis heute der Nebenchor und Teile des Turmes erhalten. 1642 wurde die Kirche dann vollständig erneuert. Von 1478 bis 1559 war Hofheim als Pfandschaft im Besitz von Eppstein-Königstein bzw. seit 1535 von Stolberg-Königstein. Unter der Regentschaft der Grafen von Eppstein-Königstein entstand 1529 das Gebäude, in dem später das erste Rathaus von Hofheim eingerichtet wurde. Der Graf von Stolberg-Königstein führte 1540 offiziell die Reformation in Hofheim ein. Erzbischof Daniel Brendel von Homburg gelang es, unter erheblichem politischen und finanziellen Aufwand, Hofheim 1559 und definitiv 1565 von den Grafen von Stolberg wieder einzulösen. 1603 setzte Kurmainz wieder einen katholischen Pfarrer ein.

30-jähriger Krieg und Bergkapelle

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Hofheim durch Spanier, Bayern, Schweden und Franzosen geplündert und mehrfach verwüstet. Nach der lokalhistorischen Überlieferung fanden im Gasthof „Zum Goldenen Hirsch“ 1645 geheime Vorverhandlungen zum „Westfälischen Frieden“ statt. Aus Dankbarkeit, von der Pest verschont geblieben zu sein, bauten die Bürger Hofheims 1667 zu Ehren der hl. Muttergottes eine Kapelle auf dem Räuberberg (heute Kapellenberg) und gelobten, einmal jährlich dorthin einen Bußgang zu verrichten. 1772 wurde der Fachwerkbau abgetragen und durch eine größere Steinkapelle ersetzt.

Wasserschloss und Kellerei

Wasserschloss („alte Burg“) und Kellereigebäude im Altstadtbereich bildeten bis 1819 den sogenannten herrschaftlichen Kellereihof und waren durch Mauern und Tore von der Stadt getrennt. Für das Wasserschloss erbrachte eine Untersuchung der Bausubstanz ein Entstehungsdatum um 1354/55 (dendrochronologische Untersuchung). Innerhalb der Mauern befindet sich noch heute ein Kelterhaus aus dem 17. Jahrhundert. Das Kellereigebäude - historische Verwaltungsstelle für Steuern in Form von Naturalien - konnte in Teilen seiner Bausubstanz bis ins Jahr 1425/26 zurückverfolgt werden (C14-Methode, dendrochronologische Untersuchung). Der Vorgängerbau war ursprünglich als Marstall erbaut und genutzt worden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg befanden sich sowohl Wasserschloss als auch Stall in einem ruinösen Zustand. Letzterer wurde, später ergänzt mit Speicher und Stuben, zur Herrenscheuer auf- und umgebaut. Von 1717 bis 1719 ließ der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Lothar Franz von Schönborn das Kellereigebäude ausbauen und für sich selbst im oberen Stockwerk Privatgemächer einrichten. Damit erhielt es seine bis heute vorhandene spätbarocke Fassade. In Folge der Französischen Revolution wurden Wasserschloss und Kellereigebäude besetzt und zerstört. 1876 erfolgte der Ankauf durch die Stadt und eine mehrfache Nutzungsänderung. 1975 wurde das Kellereigebäude den Hofheimer Vereinen zur Nutzung überlassen. 2010 konnte eine zweijährige, grundlegende Sanierung abgeschlossen werden.

Von 1803 bis 1938

1803 ging Hofheim durch den Reichsdeputationshauptschluß von Kurmainz an die Fürsten von Nassau-Usingen, die späteren Herzöge von Nassau, über. 1866 wurde das Herzogtum Nassau Preußen angegliedert. Hofheim gehörte seit 1867 zum Main-Kreis, seit 1886 zum Kreis Höchst. In diese Epoche fiel der Bau der Eisenbahnlinie Frankfurt-Hofheim-Limburg (1874 bis 1877), der auch Hofheim einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein errichtete 1895 auf dem Kapellenberg einen hölzernen Aussichtsturm. Zu Beginn dieses Jahrhunderts (1902) wurde in Hofheim eine Wasserleitung verlegt, im Oktober 1908 brannte zum ersten Mal elektrisches Licht. Die Bevölkerung wuchs in diesen sechs Jahren von 2800 auf 4040 Einwohner an. 1920 wurde Hofheim das seitdem gültige Stadtwappen verliehen. Seit 1925 wird Hofheim mit Gas versorgt. Drei Jahre später wurde der Aussichtsturm auf dem Kapellenberg durch eine Stahlkonstruktion ersetzt, die den Namen Meisterturm erhielt. Benannt wurde der Turm nach dem ersten Landrat des Kreises Höchst, Dr. Wilhelm von Meister. 1938 wurde Marxheim eingemeindet.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde die gesamte Inneneinrichtung des Bethauses (Synagoge) der jüdischen Kultusgemeinde in Hofheim zerstört und das Gebäude, ein ehemaliger Stadtturm, beschädigt. 1933 umfasste die jüdische Gemeinde 33 Mitglieder, 1942 gab es keine jüdischen Einwohner mehr in Hofheim. Nur wenigen gelang die Flucht ins Ausland, die meisten wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

Ab 1972

1972 kamen die bis dahin selbständigen Gemeinden Diedenbergen, Langenhain und Lorsbach zu Hofheim. Im Jahr 1977 erhielt die Stadt Hofheim mit Wallau und Wildsachsen zwei weitere neue Stadtteile. Im gleichen Jahr wurde das 625jährige Bestehen mit einer Kulturwoche gefeiert. Seit dem 1. Januar 1980 ist Hofheim Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises. Der Sitz der Kreisverwaltung wurde 1987 von Höchst auf das Hochfeld in Hofheim verlegt. Ein Jahr darauf war Hofheim Hessentagsstadt. Die Ehrenfahne des Europarates wurde der Kreisstadt 1991 verliehen. Partnerstädte von Hofheim am Taunus sind seit 1967 Chinon (Frankreich), seit 1980 Tiverton (England), seit 2008 Buccino (Italien) und seit 2012 Pruszcz Gdański (Polen).

Seit 2011 ist Hofheim Fairtrade-Stadt.

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