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Sehenswertes in Hofheim
Kellereigebäude mit Hexenturm

Kellereigebäude mit "Hexenturm"

Wasserschloss ("alte Burg") und Kellereigebäude im Altstadtbereich bildeten bis 1819 den sogenannten herrschaftlichen Kellereihof und waren durch Mauern und Tore von der Stadt getrennt.

Teile des Kellereigebäudes und des alten Wasserschlosses können aufgrund der C14-Methode in Kombination mit der Dendrochronologie dem Jahr 1425/26 zugeordnet werden. Von 1717 bis 1719 ließ der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Lothar Franz von Schönborn das Kellereigebäude ausbauen. Es diente als Wohnung und als Dienstgebäude für den Amtsvogt; das Gebäude war damit quasi Sitz der Regionalverwaltung. Weil der Amtsvogt auch zuständig war für die Vereinnahmung von Steuern und Abgaben, wurde er auch Kellermeister genannt, und sein Dienstsitz hieß daher in der Stadt auch immer nur einfach "die Kellerei".

Das Kellereigebäude diente nicht nur als Verwaltungssitz, sondern auch als Land- und Jagd Sitz des Kurfürsten für sich und seine Gäste. Diese zusätzliche Nutzung erklärt auch einige Bauelemente, die man für ein bloßes Verwaltungsgebäude doch als übertrieben betrachten kann. Dazu gehört das großzügige Treppenhaus, aber auch das über dem Eingang befindliche Familienwappen.

Älter als das eigentliche Kellereigebäude ist der in das Haus integrierte Turm. Es handelt sich um einen von drei nachweisbaren Türmen der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert. Der Name "Hexenturm" geht darauf zurück, dass hier tatsächlich der Hexerei angeklagte Frauen inhaftiert waren. Auch andere Häftlinge sollen in dem Turm auf ihren Abtransport zum Gericht nach Höchst gewartet haben. Als Gefängnis diente er bis zum Jahre 1810. Auf diese Zweckbestimmung deutet auch die Bauweise des Turmes hin. Einst war er nur in einigen Metern Höhe vom Wehrgang der Stadtmauer aus zugänglich, an der Stelle der Tür befindet sich heute ein Fenster. Dort gab es einen Zwischenboden mit einer Einstiegsluke nach unten. Der innere Zugang zum Kellereigebäude wurde erst 1935 durch die Wand gebrochen.

1876 erwarb die Stadt das Gebäude und nutzte es als Schule. In der Zeit des ersten Weltkrieges wurde es für die Aufstellung preußischer Infanterieregimenter gebraucht, erlebte jetzt also auch eine militärische Nutzung. Als der Krieg vorbei war, quartierte sich ein Stab der französischen Besatzungsmacht hier ein. 1975 wurde das Kellereigebäude den Hofheimer Vereinen zur Nutzung überlassen und wird daher auch Haus der Vereine genannt. 2010 konnte eine zweijährige, grundlegende Sanierung abgeschlossen werden.

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