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Sehenswertes in Hofheim
Hofheimer Bergkapelle

Die Hofheimer Bergkapelle

Die Bergkapelle verdankt ihre Entstehung einem Gelöbnis, das die Einwohner Hofheims am 03. Juni 1666 wegen der ringsum wütenden Pest ablegten. Der damalige Pfarrer Johannes Gleidener zog mit seiner Gemeinde in einer Prozession auf den "Rabberg" (Räuberberg), betete um Verschonung von der Pest und versprach, an dieser Stelle eine Marienkapelle zu bauen und alljährlich am ersten Sonntag im Juli eine Wallfahrt dorthin zu unternehmen.

Ein Jahr später wurde die erste Kapelle- ein Fachwerkbau- vollendet und am 29. September 1667 eingeweiht. Bald kamen immer mehr Pilger zu den Wallfahrten, und tatsächlich gab es in Hofheim und den anderen Gemeinde, die sich am Gelübde beteiligt hatten, keinen einzigen Pestkranken. Bis heute ziehen am ersten Sonntag im Juli viele Gläubige aus den katholischen Kirchengemeinden von Hofheim, Münster, Kriftel, Zeilsheim und Hattersheim in feierlicher Prozession den Berg hinauf.

Im Jahre 1772 begann mit dem Bau einer neuen, größeren Kapelle, die 1784 eingeweiht, aber bereits elf Jahre später von plündernden Soldaten zerstört wurde. Das mit Notaltären ausgestattete Gemäuer verwitterte langsam. Von 1851 bis 1857 wurde die Kapelle von Grund auf erneuert und erhielt ihr heutiges Aussehen.

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Bergkapelle wurde 1916 die Treppe zur Kapelle erbaut.

Gleichzeitig wurden von den ehemals sieben Stationen eines alten Kreuzweges - Fußfälle Christi genannt - vier auf Podeste neben der Treppe aufgestellt. Die Kreuzwegstationen waren 1701 von dem bekannten Aschaffenburger Bildhauer Anton Wermerskirch aus Main-Sandstein gefertigt worden.

Unter den Kunstwerken im Inneren der Kapelle befinden sich mehrere Holzfiguren. Die Kreuzigungsgruppe wurde 1776 von Johann Georg Biterich geschaffen.

Der Schmerzensmann (Christus an der Geißelsäule) stammt wahrscheinlich aus dem ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts. Man nimmt an, dass es sich wohl um einen sogenannten "Blauen Christus" handelt, der besonders im süddeutschen Raum verbreitet war. Dieser Name leitet sich von der vormals üblichen blauen Fassung ab, die unter der heutigen rötlichen Farbe aber nur noch ganz schwach erkennbar ist.

Die zwei Skulpturen des Heiligen Rochus (links) und des Heiligen Sebastian rechts) stammen wohl ebenfalls aus dem ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts.

Die Doppelmadonna stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Sie war ursprünglich eine Einzelfigur, die etwa um 1810 auf der Rückseite glatt geschliffen und sehr gelungen mit der zweiten Hälfte verkittet wurde.

Nach länger Auslagerung hängt nun auch das 1890 entstandene Bild "Der Maialtar / Le moir de Marie" von Ottilie W. Röderstein (1859 - 1937), einer bekannten Hofheimer Künstlerin, wieder in der Bergkapelle. Es hing Ende des 19. Jahrhunderts in mehreren internationalen Ausstellungen, unter anderem 1893 in der Weltausstellung in Chicago.



Öffnungszeiten von Juni bis September:
Jeden Sonntagnachmittag zwischen 14.30 und 16.30 Uhr Besichtigungsmöglichkeit
Jeden Samstag um 08.00 Uhr Gottesdienst

Ihr Weg zur Bergkapelle:

Die Bergkapelle auf dem Kapellenberg können Sie über einen Fußweg erreichen. Ausgangspunkt ist der Wanderweg an der Straße Kreuzweg. Ca. 5 Gehminuten, steil ansteigend.

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