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Thilo Götze Regenbogen ist tot

HOFHEIM Das Stadtarchiv erinnert an Thilo Götze Regenbogen, der bereits Ende April gestorben ist. Thilo Götze Regenbogen lebte seit 1977 in Hofheim und unterrichtete ab 1978 in der Oberstufe des Main-Taunus-Gymnasiums Kunst und Visuelle Kommunikation. Er engagierte sich in der Stadt für den Erhalt der Natur und gegen ihre Zerstörung und wurde zum Mitbegründer der Bürgerinitiative „Umweltgruppe Hofheim“.
Gemälde Thilo Götze Regenbogen
Foto eines Gemäldes von Thilo Götze Regenbogen 1981© Stadtarchiv
Geboren am 24. März 1949 in Kloster Lehnin, Mark Brandenburg, führte der Weg von Thilo Götze 1957 in den Westen nach Bad Dürkheim. Als Ostzonen-Flüchtling wurde ihm schnell sein Nicht-von-hier-Sein bewusst. Schon früh spürte er die Grenzen in dem kulturellen System einer westlich geprägten Gesellschaft: Kunst, Sprache, Wissenschaft, Religion, Familie, Politik. Die Erforschung dieser – wie er sie nannte – „Kulturfelder“ sollten ihn sein ganzes Leben lang begleiten, ebenso wie die Werke von Laotse, die buddhistische Religion und die Musik von Bob Dylan. Sie beeinflussten seinen Weg zum Erwachsenwerden und sein Erwachsensein.
Thilo Götze begann früh mit ersten künstlerischen und schriftstellerischen Arbeiten. 1966 besuchte er die Meisterschule für Handwerker, später Werkkunstschule Kaiserslautern in der Grafik-Klasse von Helmut Göring. 1969 gründete er das „Lotos-Studio für Buddhistische Kunst der Gegenwart“ in Bad Dürkheim (ab 1971 dann in Hochheim, ab 1976 in Hofheim und von 1979 bis 1992 in Kriftel).
Nach dem Abschluss als Grafik-Designer grad. (1971) entschloss er sich zum Studium der Kunsterziehung und Kunstgeschichte in Mainz und Frankfurt.

1977 zog er nach Hofheim. In den folgenden 25 Jahren widmete sich „Thilo Götze Regenbogen“, wie er sich seit 1980 nannte, der Verknüpfung von unterschiedlichen Kulturfeldern und entwickelte dazu einen Lehrplan, den er in der Schule und in Kursen zu realisieren suchte. Seine künstlerisch-ökologischen und sozial-interkulturellen Projekte bezogen sich auch immer wieder auf Hofheim. Bekannt ist seine „Zigeunerwäldchenaktion“ gegen Waldzerstörung durch Straßenbau (1980) mit begleitendem Manifest. In diesem erklärte er auch den Namenszusatz „Regenbogen“: „Der Regenbogen ist die Gegenkonzeption der Natur zum Grau der industriellen Kultur des Nordens …Das Spektrum bevorzugt keine einzelne Farbe. Das ist die politische Konzeption der ökologischen Zukunft. Jede einzelne Farbe, die eine andere ausschließen will, schließt damit sich selbst aus. …“. Der „Regenbogen“ überspannt alle Aspekte der menschlichen Gemeinschaft. Es folgten sein „EygenArt Manifest / Unkrautkultur-manifest“ und weitere Aktionen. Thilo Götze Regenbogen, kurz „TGR“, engagierte sich auch in der Region, in der Bewegung gegen eine Erweiterung des Frankfurter Flughafens (Startbahn West, 1980).
1988 realisierte er zum Hessentag in Hofheim eines seiner Großprojekte: Der „Regenbogenweg“ mit Schülerbeiträgen aus 13 Schulen führte von der Altstadt zum damals neuerbauten Kreishaus. 2002 musste TGR aus gesundheitlichen Gründen seine Lehrtätigkeit beenden und widmete sich nun ganz den „Kulturfeldern“.

2003 verlegte er „Raum 1“ - Atelier, Begegnungsstätte, Bibliothek und Archiv - von Kriftel nach Hofheim in die Kurhausstraße 2. Sein weiteres Schaffen war nun geprägt von dem Ausbau seiner wissenschaftlichen Bibliothek und Dokumentationsstätte, der Erarbeitungen von Ausstellungen und Biografien, Veröffentlichungen, umfangreiche Studien zu Buddhismus und den kulturellen Forschungsfeldern.
Schließlich erforderte auch die Archivierung seiner in Jahrzehnten entstandenen Sammlung einen beträchtlichen Zeitaufwand. Im Oktober 2014 nahm TGR mit ausgewählten Arbeiten im Kreis von 14 ehemaligen Werkkunstschülern an einer Gedenkausstellung für seinen Lehrer Helmut Göring in den Räumen des Herrenhof Mußbach teil. In „Raum 1“ in Hofheim widmete er die 10. „Feldbefreier“-Vitrine diesem Lehrer. Bewusst hatte sich TGR vom Kunstmarktgeschehen und der Vermarktung ferngehalten, gemäß seinen Prinzipien der Selbstorganisation, Selbstrepräsentation und dem Erforschen alternativer Lebensweisen und -weisheiten. Am 30. April 2015 beendete er seinen persönlichen „Lebenswerklauf“.

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