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Winterquartier für Mausohren

Winterquartier für Mausohren

Stadtwerke Hofheim werden für fledermausfreundliches Projekt ausgezeichnet

Hier hat die Mausohrfledermaus eine Heimat gefunden: Der Katzenlückstollen zwischen Langenhain und Lorsbach ist jetzt als fledermausfreundliches Haus ausgezeichnet worden. Der Stollen ist rund 100 Jahre alt, denkmalgeschützt und im Besitz der Stadtwerke Hofheim. Mit finanzieller Unterstützung des MTK-Umweltamts haben die Stadtwerke eine Metalltür mit einem Fledermaus-Einflug angebracht. Mit Erfolg – im vergangenen Jahr haben dort erstmals vier Mausohrfledermäuse überwintert.

„Das Mausohr ist in unserer Gegend extrem selten“, berichtet Michael Orf von der Unteren Naturschutzbehörde. „Im Kreis gibt es bis auf wenige alte Erzstollen und Luftschutzbunker kaum Überwinterungsmöglichkeiten für Fledermäuse.“ Deshalb sei der Katzenlückstollen wichtig fürs Überleben der lokalen Population. „Dass die Fledermäuse den Stollen nach so kurzer Zeit als Quartier angenommen haben, ist für uns eine kleine Sensation.“ Wegen der rauen Decke und der hohen Luftfeuchtigkeit ist der Stollen ein ideales Winterquartier für Fledermäuse.

Über den Erfolg und die Auszeichnung freuen sich Hofheims Erster Stadtrat Wolfgang Exner und Olaf Mewes, Technischer Betriebsleiter der Stadtwerke, der berichtete, dass die Metalltür vor vier Jahren im Zuge der Stollen-Restaurierung in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt eingebaut wurde. „Orientiert haben wir uns dabei an alten Plänen von der ursprünglichen Toranlage.“ Der Stollen ist 60 Meter lang. Früher diente er der Wasserversorgung – aus den Katakomben führte eine Wasserleitung bis nach Lorsbach. Um das Jahr 1980 wurde der Katzenlückstollen außer Betrieb genommen.

Das Projekt „fledermausfreundliches Haus“ wurde vor sieben Jahren vom Land Hessen und dem NABU, dem Naturschutzbund, ins Leben gerufen. Mittlerweile wurden hessenweit knapp 3000 Bauwerke ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird an Hausbesitzer verliehen, die schon bestehende Fledermausquartiere an ihrem Haus fördern oder neue Quartiermöglichkeiten schaffen. Im Main-Taunus-Kreis wurden vom NABU in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde bislang 20 Häuser ausgezeichnet, darunter Wohnhäuser, Wasserwerke und Kirchen.

Für ihr Engagement erhalten aktive Eigentümer, Mieter oder Kommunen eine Plakette, eine Urkunde und ein Fachbuch für Fledermäuse. Es werden weitere Bewerber gesucht, die
Fledermausquartiere schaffen wollen. Informationen gibt es bei Michael Orf von der Unteren Naturschutzbehörde in Hofheim (Tel.: 06192-201 1540, Email: michael.orfmtkorg) oder dem NABU (www.nabu-hessen.de).
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