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Neues Weinetikett für den neuen Jahrgangswein 2012

Neues Weinetikett für den neuen Jahrgangswein 2012

Neues Weinetikett für den neuen Jahrgangswein 2012

HOFHEIM Die Idee im Jahr 2007, Hofheimer Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit zu geben, im Rahmen eines Wettbewerbes Ihre Vorstellungen für ein neues Weinetikett des jeweils neuen Jahrgangs zu gestalten, erwies sich als goldrichtig.

Am Wettbewerb können alle künstlerisch Schaffenden teilnehmen, die ihren ersten Wohnsitz in Hofheim haben und volljährig sind.

Die Arbeiten sollen im weiteren Sinne eine Beziehung zum Wein erkennen lassen. Der Wettbewerb ist für alle Techniken der Malerei offen und auch grafische Arbeiten, ebenso Computer-Art oder textiles Gestalten sind möglich.

Seit 2011 wird nur noch ein Bild prämiert. Die Richtlinien wurden geändert, um Zweit- und Drittplatzierte nicht von einer weiteren Teilnahme auszuschließen. Nach den alten Richtlinien konnten diese nämlich nicht mehr beim Wettbewerb mitmachen. Seit 2011 gilt dies nur für den ersten Preisträger.

„Und dieser erste Preis wurde Marcel Ammon aus Hofheim-Diedenbergen zugesprochen und seine private Adresse am Sonnenhang hat wahrlich nichts mit der Entscheidung der unabhängigen Jury zu tun“, so Bürgermeisterin Gisela Stang augenzwinkernd zu diesem Zufall, „und ich kann Ihnen ruhigen Gewissens Ihr Preisgeld und einige Flaschen des neuen Weines mit meiner Gratulation und der Urkunde aushändigen.“

Das Preisgeld in Form eines Schecks beläuft sich auf 500 Euro.

Marcel Ammon, Jahrgang 1988, hat nach dem Abitur und Ableistung eines Zivildienstes 2010 ein Studium für Kommunikationsdesign an der Hochschule Rhein-Main begonnen. Nebenbei arbeitet er in einer Personalmarketingagentur in Wiesbaden.

Sein Gewinnerbild „Sweet Vertigo“ ist in Aquarell-Technik mit einer (Typo-)Illustration entstanden, die dann noch digital aufbereitet wurde.

Die Jury Mitglieder Christa Pier, Dr. Dieter Hoffmann und Barbara Schönwandt aus Diedenbergen sowie Gisela Metzler aus Langenhain und Wulf Baltruschat aus der Kernstadt mussten sich aus insgesamt 27 eingereichten Werken entscheiden. Hieran beteiligten sich insgesamt 18 Künstlerinnen und Künstler, von denen einige mehrere Werke einreichten.


Zunächst nahm die Jury alle eingereichten Werke in Augenschein. Man einigte sich dann auf folgenden Verfahrensweise: Jedes Jury-Mitglied benannte maximal 2 Werke für die engere Auswahl. Nach kurzer Beratung einigte man sich auf das Bild „Sweet Vertigo“ von Marcel Ammon.

Alle eingereichten Bilder des Wettbewerbs werden im Hofheimer Rathaus-Foyer von Mittwoch, 11. September bis einschließlich Freitag, 29. September ausgestellt und können dann während der Öffnungszeiten des Rathauses, montags bis freitags 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr und dienstags zusätzlich von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr besichtigt werden.

Der Wein stammt aus dem städtischen Wingert in Diedenbergen, der unterhalb des Katholischen Gemeindezentrums liegt und den Namen „Diedenbergener Sonnenhang“ trägt.

Dreieinhalb Wochen später als im Vorjahr, nämlich am 24. Oktober 2012, erfolgte die Weinlese im städtischen Weinberg in Diedenbergen.

Während man im Vorjahr den frühesten Lesebeginn im städtischen Weinberg verzeichnete, fiel auch der diesjährige Lesetermin nicht aus dem Rahmen. Mitte bis Ende Oktober sind die üblichen Lesetermine.

Das Zuwarten hat sich gelohnt, denn die jüngsten sonnenreichen Tage brachten noch einmal eine Qualitätsverbesserung.

Erreicht wurde ein Mostgewicht von 97 Öchsle. Die bisher gelesenen Weine lagen alle im gehobenen Qualitätsweinbereich. Folgende Mengen und Qualitäten wurden in den letzten 5 Jahren geerntet:

2007 93 Öchsle (Spätlese) 950 Flaschen
2008 93 Öchsle (Spätlese) 900 Flaschen
2009 97 Öchsle (Auslese) 800 Flaschen
2010 91 Öchsle (Spätlese) 720 Flaschen
2011 96 Öchsle (Auslese) 780 Flaschen

Jedoch darf trotz behördlicher Genehmigung des Weinbergs die Qualitätsstufe nicht auf dem Etikett angegeben werden, da es für den städtischen Weinberg keine amtliche Lagebezeichnung gibt. Nach dem deutschen Weingesetz ist nur die Angabe „Deutscher Wein“ zulässig. Eine eigene Lage zu erhalten, und damit zum Weinanbaugebiet „Rheingau“ zu gehören, ist bisher gescheitert.

An der Lese beteiligt haben sich 15 freiwillige Lesehelfer. Wie immer waren es dem Weinbau verbundene Hofheimer und städtische Bedienstete und Pensionäre. Die Lese dauerte etwa 4 Stunden und wurde traditionell mit einem zünftigen „Bauernfrühstück“ zur Halbzeit unterbrochen.

Die Erntemenge ergab rund 555 Liter Traubenmost (740 Flaschen). Gekeltert und ausgebaut wird der Wein vom Hofheimer Winzer Konrad Seidemann.

Karl-Heinz Harpf, in der Stadtverwaltung zuständig für den Städtischen Weinberg, sprach angesichts des eher durchwachsenen Sommers von einem sehr guten Ergebnis. Die Lage des Weinberges könnte besser nicht sein. Sonneneinstrahlung und Bodenbeschaffenheit ermöglichen hier qualitativ sehr hochwertige Weine, die sich durchaus mit guten Rheingauer Lagen messen lassen können.

Der Weinbau in Diedenbergen hat eine lange Tradition. Von den Römern eingeführt, finden sich erste urkundliche Erwähnungen in Diedenbergener Gerichtsbüchern ab 1550.

Sowohl die Bodenbeschaffenheit als auch die klimatischen Bedingungen sind für den Weinanbau in Diedenbergen sehr günstig. Dies sind neben dem Ausbau die entscheidenden Voraussetzungen, um qualitativ sehr hochwertige Weine hervorbringen zu können.

Dass dennoch der Weinbau in Diedenbergen zum Erliegen kam, ist der Industrialisierung zuzuschreiben. Viele Landwirte fanden Arbeitsplätze in der Industrie und führten fortan ihre Landwirtschaft nur noch als Nebenerwerb weiter. Weinberge lassen sich aber kaum ausschließlich nach Feierabend bewirtschaften. Deshalb wurden die Flächen sukzessive aufgegeben.

1971 fiel Diedenbergen endgültig aus der Weinbergsrolle.

Um dennoch die Tradition des Weinbaues im Hofheimer Stadtteil aufrechtzuerhalten, wurde 1988 ein Antrag auf Genehmigung einer Neuanlage beim Weinbauamt in Eltville gestellt.

Diesem Antrag wurde stattgegeben, jedoch nur zu Forschungs- und Demonstrationszwecken. Der Wein darf deshalb auch nur für den städtischen Eigenbedarf verwendet werden und erfährt keine offizielle Qualitätseinstufung. Obwohl überwiegend Spät- und sogar Auslesequalitäten erreicht wurden, darf auf dem Etikett offiziell nur Tafelwein stehen.

Freuen über ein solch edles und seltenes „Tröpfchen“ dürfen sich auch Hofheimer Jubilare, die zu ihrem besonderen Geburts- oder Hochzeitstag eine oder zwei Flaschen als Präsent erhalten. Auch besonderes ehrenamtliches Engagement wird auf diese Weise belohnt und die Kirchengemeinden in Diedenbergen erhalten von der Stadt alljährlich eine Weinspende.




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