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Hermann Haindl ist tot

Hermann Haindl ist tot

HOFHEIM „Mit Trauer haben wir die Nachricht aufgenommen, dass Hermann Haindl tot ist. Unsere Stadt hat einen begnadeten Künstler und aufmerksamen Bürger verloren, unser Mitgefühl gilt seiner Familie“, so Bürgermeisterin Gisela Stang und Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater.

„Vieles hat Hermann Haindl für und in Hofheim und darüber hinaus bewegt, wobei er zuweilen nicht ganz einfach und gelegentlich auch unbequem sein konnte - oder vielleicht auch: sein musste, weil er anders nicht konnte als seinen Weg zu gehen. Wir können uns Hermann Haindl aber auch nicht ohne Ecken und Kanten vorstellen, denn ohne diese hätte er seine Ideen nicht umsetzen und andere Menschen dafür begeistern können“, so Stang.

Im September 2007 wurde Hermann Haindl mit dem Ehrenring in Gold der Stadt Hofheim ausgezeichnet. Dies ist, nach dem Ehrenbürger, die zweithöchste städtische Auszeichnung. Sie wird sehr selten und nur an Personen verliehen, die sich auf politischem, künstlerischem, kulturellem, wissenschaftlichem, wirtschaftlichem, sozialem oder anderem Gebiet um die Stadt Hofheim in besonderem Maße verdient gemacht haben und durch ihr Wirken dazu beigetragen haben, das Ansehen der Stadt zu mehren.

Für den Ehrenbeirat, der die Verleihung damals beschlossen hat, war es keine Frage, dass Hermann Haindl diese Voraussetzungen erfüllt.
Er war Mitbegründer der „Hofheimer Gruppe“ (1962), des Kunstvereins Hofheim (1966), der „Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt“ (1974) und der Ludwig Meidner Gesellschaft (1990). 1987 und 1992, als Mitglied der Hofheimer Gruppe, wurde er mit dem Kulturpreis der Stadt ausgezeichnet.

Hermann Haindl war Mitbegründer der Wählerinitiative „Grüne offene Hofheimer Liste“ (1984) und des „Zentrums für altes und neues Wissen und Handeln“ (1987). Für die Sanierung eines barocken Fachwerkhauses in der Hauptstraße im Jahr 1977 wurde er zwei Jahre später mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz geehrt.
Im Jahr 1981 folgte die Sanierung der alten Scheune in der Bärengasse und deren Eröffnung als Atelier und Veranstaltungsraum.

Er wirkte an der Waldausstellung im Stadtmuseum mit, engagierte sich in der Lokalen Agenda und beim Stadtleitbild, initiierte ein Malprojekt für Kinder in der Stadthalle und war immer bereit, städtische Kultur- und Festveranstaltungen zu unterstützen, wie zum Beispiel 650 Jahre Stadtrechte.

„Noch heute hellwach ist meine Erinnerung an den Deutsch-Polnischen Kulturdialog im April 2004 in Katowice – mit dem Konzert und der Ausstellung ,Klangmalerei‘ gemeinsam mit seinem Sohn Rainer und befreundeten Künstlern. Das war ein Beitrag zur Aussöhnung auf kulturellem Weg“, so Bürgermeisterin Stang.

Und nicht zu vergessen, dass Hermann Haindl Maler war – und zwar ein sehr aktiver Maler, wie seine zahlreichen Ausstellungen, auch im Hofheimer Rathaus, zeigen.
„Über welche Energie, welche Schaffenskraft musste Herr Haindl verfügen, um all dies zu leisten? Zumal die Aktivitäten, die er initiierte, ja nicht beim Entwurf halbherzig stehen blieben, sondern zielstrebig und mit großem Elan auf einen guten Weg gebracht wurden“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Vater.

Eine hohe Wertschätzung hat das Ehepaar Haindl vor wenigen Tagen durch Hofheims italienische Partnerstadt erfahren: Die Stadt Buccino hat Erika und Hermann Haindl, in Abwesenheit, zu Ehrenbürgern ernannt.


Hermann Haindl wurde 1927 in Berlin geboren.
Bis 1944 machte er eine Ausbildung als Theatermaler am Landestheater Kattowitz. Als Soldat kam er vier Jahre in russische Kriegsgefangenschaft, lebte kurz in Berlin, flüchtete 1949 nach Frankfurt, wo Verwandte ihn aufnahmen. 1950 bekam er eine Anstellung bei den Städtischen Bühnen in Frankfurt, wo er schließlich Bühnenbildner und Chef des Malersaals wurde.

Nach Hofheim kam er wegen seiner Frau Erika, die er 1955 geheiratet hat.
Wenig später schon leitete er Mal- und Kunstgewerbe-Kurse beim Hofheimer Volksbildungsverein, 1962 gründete eine Laienspielgruppe in der evangelischen Thomasgemeinde und war Mitbegründer der „Hofheimer Gruppe“.
1966 Mitbegründer des Kunstvereins Hofheim und 1. Vorsitzender bis 1968.
1967 Gestaltung der Kirchenfenster für die Thomasgemeinde.
1974 Mitbegründer der „Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt“ und
1976 Mitherausgeber des Buches „Hofheimer Altstadt, Vergangenheit und Zukunft“ mit Zeichnungen von Hermann Haindl und Texten von Gustav Kyritz.
1977 Sanierung eines barocken Fachwerkhauses als Pilotprojekt in der Hauptstraße.
1978 Eröffnung der „Malschule im Haindl-Hof“.
1979 Auszeichnung mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz für die Sanierung seines Hauses
1981 Sanierung einer Scheune in der Bärengasse, Eröffnung als Atelier und Veranstaltungsraum für öffentlich kulturelle Veranstaltungen.
1984 Gründungsmitglied der Wählerinitiative „Grüne Offene Hofheimer Liste“
1987 Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Stadt Hofheim
1987 Mitbegründer des „Zentrums für altes und neues Wissen und Handeln e.V.“
1990 Gründungsmitglied der Ludwig-Meidner-Gesellschaft in Hofheim
1992 Initiative und Organisation des Versöhnungsrituals „500 Jahre Columbus“ in der Hofheimer Stadthalle
1992 Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Stadt Hofheim, zusammen mit der „Hofheimer Gruppe“

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