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Bürgermeister a.D. Friedrich Flaccus ist tot

Bürgermeister a.D. Friedrich Flaccus ist tot

HOFHEIM Hofheim trauert um Friedrich Flaccus. Der frühere Bürgermeister starb am 31. Juli 2013, wenige Tage vor seinem 83. Geburtstag.

Friedrich Flaccus war Bürgermeister der Stadt Hofheim am Taunus vom 1. Mai 1973 bis zum 31. Dezember 1989 und hat die Entwicklung der Stadt maßgeblich gestaltet und geprägt.
Von Juni 1989 bis Juli 1995 arbeitete er beim damaligen Umlandverband Frankfurt (heute Regionalverband Frankfurt / Rhein-Main) als hauptamtlicher Beigeordneter.

„Mit Friedrich Flaccus verliert Hofheim einen bedeutenden Bürger. Fast 17 Jahre lang hat er sich für die Belange der Stadt und ihrer Menschen eingesetzt. Im Namen des Magistrats und persönlich spreche ich den Angehörigen unser tiefempfundenes Beileid aus“, erklärte Bürgermeisterin Gisela Stang.

Den Beileidsbekundungen schloss sich, im Namen der Stadtverordnetenversammlung, Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater an. Dabei hob er ganz besonders das Engagement von Friedrich Flaccus hervor, Hofheim eine Identität zu geben und somit die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt zu fördern.
Das Wohl der Allgemeinheit habe für Flaccus immer im Vordergrund gestanden, wobei er den städtischen Finanzspielraum nie aus den Augen verloren habe.

Flaccus wurde am 22. März 1973 von der Stadtverordnetenversammlung erstmals zum Bürgermeister der Stadt Hofheim gewählt.

In seiner Amtszeit wurde Hofheim im Jahr 1980 zur Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises erhoben, das Kreishaus gebaut und überörtliche Einrichtungen wie die Polizeiinspektion West und das Finanzamt wurden angesiedelt.

Das Stadtbild veränderte sich in diesen fast 17 Jahren nachhaltig.
Die Sanierung der Altstadt kam voran, etwa mit der Sanierung der Turmzeile, der Neugestaltung des Platzes Am Untertor und dem Umbau des alten Rathauses zum Café. Am Chinonplatz entstand, neben dem Neubau des Rathauses, die Stadthalle und an der Alten Bleiche der Busbahnhof. Der Dorfplatz in Wildsachsen wurde ebenso neugestaltet wie der Pfarrer-Klarmann-Platz in Marxheim.

Im Bereich Verkehr wurden unter anderem das Park-and-Ride-Deck am Bahnhof gebaut, die Elisabethenstraße und die Schwarzbachbrücke erneuert, die dortige Fußgängerunterführung gebaut. Außerdem wurden Tempo-30-Zonen eingeführt.


Das Kellereigebäude wurde in der Amtszeit von Friedrich Flaccus zum selbstverwalteten Haus der Vereine umgebaut, verbindliche Vereinsförderungsrichtlinien erarbeitet, Sportanlagen gebaut und ausgebaut, der Ehry-Hof zum Haus der Jugend umgewandelt und das Seniorenzentrum in der Hattersheimer Straße eingerichtet.
In Langenhain und Marxheim wurden neue Feuerwehrhäuser gebaut.
Die Wasserversorgung durch eigene Anlagen und Mitarbeit in Wasserbeschaffungsverbänden sichergestellt.

Umweltschutz und Abfallentsorgung wurden entwickelt, etwa durch die Umstellung der Mülltonnen und den Beginn des Recyclings sowie die neuen Kläranlagen in Lorsbach und Wildsachsen.

Impulse erfuhr auch das kulturelle Leben in der Stadt. 1974 und 1977 fanden Kulturwochen statt, der Theater- und Konzertring wurde eingeführt, das Rathaus-Foyer für Kunstausstellungen geöffnet und die Vorplanungen für das Stadtmuseum betrieben. Schließlich wurde in Hofheim 1988 der Hessentag ausgerichtet, aus dem der KreisStadtSommer hervorging.

Auch die Pflege der Partnerschaft mit der französischen Stadt Chinon, die seit 1967 besteht, lag Flaccus am Herzen. 1980 wurde die Verschwisterung mit der englischen Stadt Tiverton besiegelt.

Seit 1975 war Friedrich Flaccus Geschäftsführer der Stadthallen GmbH und seit 1976 Aufsichtsratsvorsitzender der Hofheimer Wohnungsbau GmbH.

Für „seine“ Stadt Hofheim setzte sich Flaccus auch in zahlreichen überregionalen Gremien ein. So zum Beispiel im Hessischen Städtetag, im Kreistag des Main-Taunus-Kreises, als Verbandsvorsteher im Wasserbeschaffungsverband Hofheim, als Vorstandsmitglied im Wasserbeschaffungsverband Main-Taunus-West, als Mitglied im Wasserbeschaffungsverband Rhein-Main-Taunus und in der Vertreterversammlung der Hofheimer Volksbank eG.
Er war stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach und Kreisvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.
Im Umlandverband Frankfurt war er Abgeordneter im Verbandstag (1975 – 1989), Mitglied in der Gemeindekammer (1977 – 1989) sowie schließlich ab 1989 hauptamtlicher Beigeordneter.

Für seine Verdienste auf kommunalpolitischem Gebiet wurde Friedrich Flaccus, auf Antrag des CDU-Stadtverbandes Hofheim, am 1. November 1990 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Friedrich Flaccus wurde am 3. August 1930 in Saarburg (Landkreis Trier-Saarburg) geboren. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Heidelberg und Mainz, legte die erste und zweite juristische Staatsprüfung in Mainz ab. Bevor Flaccus nach Hofheim kam, war er 1. Bürgermeister der Stadt Ingelheim.
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