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Neue Stadtbücherei

Neue Stadtbücherei: Projekt startet in das Beteiligungsverfahren

Die Planungen für die neue Stadtbücherei Hofheim gehen weiter. Die Stadt Hofheim bereitet derzeit gemeinsam mit der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) die Beteiligung der Bürger vor. Die Ausschüsse für Planung, Bauen, Umwelt und Verkehr sowie für Jugend, Sport, Kultur und Soziales sowie der Haupt- und Finanzausschuss haben sich nun auf ein entsprechendes Konzept geeinigt. Gemeinsam mit dem Büro „Strunk Stadtplanung + Kommunikation“ aus Frankfurt wurde zuvor ein transparentes Verfahren für die kommenden Planungsschritte entwickelt. Dazu wird auch die Beteiligung der Öffentlichkeit unter neutraler Moderation gehören. Am Ende soll der Auftrag an ein Architekturbüro stehen. Öffentlichkeitsbeteiligung und Auftragsvergabe an einen Architekten werden zusammen etwa ein Jahr dauern. Ein Überblick zum Stand des Projekts:

Die Präsentation, die unter diesem Text zum Download bereit steht, zeigt die Entwicklung des Kellereiplatzes in den vergangenen Jahrzehnten. Noch im Jahr 1955 war der Kellereiplatz sowohl im Norden als auch im Süden von Gebäuden eingeschlossen. Nach und nach fielen die Gebäude nördlich des Platzes weg. Im Süden entstand das Gebäude der heutigen Bücherei. Das war der Stand im Jahr 2000 als das gesamte Areal begann, sich grundlegend zu verändern. Auf der gegenüber des Kellereiplatzes gelegenen Seite der Elisabethenstraße fielen die Gebäude des ehemaligen Schwimmbads und der Feuerwehr weg. Es folgte die Planung des Chinon Centers an dieser Stelle, was zu neuen Anforderungen an den Kellereiplatz führte. Eine Neugestaltung wurde nötig.

Ein von der Stadtverordnetenversammlung beschlossener Wettbewerb brachte 2006 Ideen, wie der Platz künftig aussehen sollte. Das Büro Trojan & Trojan aus Darmstadt gewann den Wettbewerb. Der Entwurf sah eine Bebauung nördlich und südlich des Platzes vor, so wie es bereits Jahrzehnte zuvor einmal der Fall gewesen war. Unter Beteiligung verschiedener Akteure aus der Hofheimer Bürgerschaft arbeitete das Büro Trojan & Trojan seinen Entwurf weiter aus.

Ergebnis war 2008 eine weiterentwickelte Platzgestaltung, die unter anderem die Grundlage für das heutige HWB-Forum legte und nördlich des Platzes ein längliches Gebäude als Übergang in die Altstadt vorsah. Die neue Planung machte eine Änderung des Bebauungsplanes Nr. 61 notwendig. Die Stadtverordnetenversammlung fasste einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss im November 2010. Im Mai 2012 trat die Änderung des Bebauungsplans in Kraft. Darin ist eine Baugrenze mit einem Abstand von vier Metern zwischen Hinterkante eines neuen Gebäudes auf dem Areal nördlich des Kellereiplatzes und der Elisabethenstraße festgesetzt. Die Denkmalpflege regelte außerdem Höhenvorgaben für einen Neubau.

Für den Neubau der Bücherei nördlich des Kellereiplatzes folgten im Jahr 2011 Entwürfe zur Realisierung aus einem Wettbewerb. Erster Preisträger wurde das Architekturbüro Henchion & Reuter aus Berlin. Der Entwurf machte Vorschläge zu Höhenschnitten und Freiflächen und zeigte Möglichkeiten zur Erweiterung eines Neubaus auf. An diese Planungen schließen sich nun die Überlegungen von Stadt und HWB zur Realisierung der neuen Stadtbücherei an.

Vorschläge erwünscht: Verfahren für die Bürgerbeteiligung

Für die Beteiligung der Öffentlichkeit soll es zwei Bürgerforen geben. Im ersten Bürgerforum wird es darum gehen, allen Teilnehmern das geplante Verfahren zu erklären. Anschließend wird es wieder einen Blick auf die Geschichte des Projekts Stadtbücherei geben. Auch der aktuelle Stand des Projekts wird dabei Thema sein. Dazu gehören auch Bindungen und Vorgaben, die der künftigen Planung zugrunde liegen. In diesem Forum werden die Bürger die Möglichkeit haben, ihre Hinweise zum Projekt einzubringen. Diese Hinweise werden dann ein Teil der Aufgabenstellung für die Architekturbüros sein, die für die Bearbeitung von Lösungsvorschlägen ausgewählt werden.

Die Vergabe der Architektenleistungen erfolgt parallel zum Beteiligungsprozess durch ein sogenanntes „Verhandlungsverfahren mit Planungsteil“. Das bedeutet, dass es zur Auswahl geeigneter Architekturbüros einen Wettbewerb mit begrenzter Teilnehmerzahl geben wird. Auswahlkriterien in diesem Wettbewerb sind besondere Fähigkeiten der Architekten und Referenzen in Form bereits abgeschlossener Projekte.

Die ausgewählten Büros reichen dann auf der Grundlage der Aufgabenstellung Planungsvorschläge in Form von Zeichnungen und Berechnungen ein. Diese Ideen zur Architektur der neuen Stadtbücherei wird die HWB gemeinsam mit der Stadt Hofheim in einem zweiten Bürgerforum von den Architekten präsentieren lassen. Auch dabei wird den Bürgern Gelegenheit geboten, Rückfragen zu stellen und sich zu äußern.

Ein Auswahlgremium, dem auch Bürger angehören sollen, bewertet dann diese Vorschläge, die neben weiteren Kriterien Grundlage der Entscheidung werden, welches Architekturbüro den Auftrag erhält.

Nutzungskonzepte: Vorschläge der HWB

Die Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) hat bereits im Jahr 2016 Vorschläge zur Flächennutzung im neuen Gebäude der Stadtbücherei gemacht. Dieses Vorschläge hat sie nun noch einmal erweitert und durch Vorschläge für die Vorgaben für die Aufgabenstellung an die noch auzuwählenden Architekturbüros im Beteiligungsverfahren ergänzt. Die Details dazu sind in der Präsentation unter diesem Text einsehbar.

Für die Aufgabenstellung an die Architekten schlägt die HWB vor, für die Bücherei 758 Quadratmeter, für Gewerbe 1400 Quadratmeter und für die Restflächen für Wohnen und / oder Gewerbe 598 Quadratmeter vorzugeben.

Der Hauptkörper des Neubaus soll einen Abstand von zehn Metern zur Pfarrgasse einhalten und der Erweiterungsbau zweigeschossig mit Staffelgeschoss realisiert werden. Die Nutzung der Zugänge für Bücherei und Gewerbe sollen sich in Richtung Kellereiplatz orientieren, so der Vorschlag der HWB. Der Eingang der Bücherei soll im Erweiterungsbau mit Verbindung zum Hauptbau über eine Gebäudebrücke untergebracht sein. Auch eine untergeordnete Gastronomie mit Lesegarten soll im Erweiterungsbau Platz finden. Aus Lärmschutzgründen sollen Wohnungen möglichst mehrheitlich abgewandt vom Kellereiplatz angeordnet sein. Zudem soll es eine qualifizierte Außengestaltung zu allen Gebäudeseiten und Flexibilität in den Flächenrelationen zwischen Bücherei und den Restflächen geben.

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