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Biografie Ida Kerkovius

Biografie Ida Kerkovius

Ich bekenne mich zu keiner Kunstrichtung, sondern bin immer bestrebt, wie am Anfang meiner Entwicklung den Gefühlen, die in mir leben, Gestalt, Qualität und Ausdruck zu geben, sei es im Bild oder im angewandten Werke. Schon als Kind lebte die Sehnsucht nach künstlerischer Gestaltung in mir. Die Bedeutung der Lehre Adolf Hoelzels hatte ich geahnt, als ich in Riga eine Ausstellung einer Schülerin Hoelzels sah.  (Ida Kerkovius, 1949)

31. August 1879
Als Ida Luitgarde Kerkovius in Riga als viertes von 12 Kindern geboren. Die Eltern sind wohlhabende Gutsbesitzer.

1899
Diplom an der privaten Jung-Stilling`schen Mal- und Zeichenschule in Riga.

1903
Italienreise, Studium bei Adolf Hölzel in Dachau.

Bis 1907
Aufenthalt in Livland. Erste Ausstellungsbeteiligung im Rigaer Kunstverein.

1908
Private Malschule von Adolf Mayer in Berlin. Fortsetzung des Studiums an der „Königlich Württembergischen Akademie der bildenden Künste“ bei Adolf Hölzel.

1911
Meisterschülerin und Assistentin Hölzels mit eigenem Atelier an der Akademie.

1912
Reise mit Hölzel und seinen Schülern nach Montjoie (Monschau) und zur „Internationalen Ausstellung des Sonderbundes“ in Köln.

1913
Johannes Itten wird ihr Schüler.

1914
Mit Ausbruch des 1. Weltkriegs werden ihr als russische Staatsangehörige Meisteratelier und Lehrbefugnis entzogen. Sie bezieht ein neues Atelier in der Urbanstraße 53, Stuttgart. Der größte Teil des Familienvermögens geht verloren.

1915
Kurz hintereinander sterben beide Eltern.

1915–1918
In den Kriegsjahren nimmt Hanna Bekker vom Rath bei ihr privaten Mal- und Zeichenunterricht. 1916, Beteiligung an der Ausstellung „Hölzel und sein Kreis“ im Freiburger Kunstverein.

1920–1923
Schülerin am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Sie belegt Kurse u. a. bei Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee und erlernt das Kunsthandwerk der Weberei. Teilnahme an der Bauhausausstellung von 1923.

1924 – 1932
Beteiligung an zahlreichen renommierten Ausstellungen. 1928 Parisreise mit Hanna Bekker vom Rath. 1930 erste Einzelausstellung im Württembergischen Kunstverein Stuttgart. 1924/25 und 1931/32 Reisen nach Paris, Hofheim am Taunus, Tirol, Lettland, in die Schweiz und Norditalien.

1933 – 1938
Nach Machtergreifung der Nationalsozialisten werden zwei ihrer Arbeiten aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Das Ölbild „Bild I“ (Visionen) wird 1937 in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ zur Schau gestellt. Dennoch erhält sie kein Berufs- oder Ausstellungsverbot.

1937 und 1939
Reisen nach Lettland mit Hanna Bekker vom Rath. Es entstehen stimmungsvolle und farbintensive Strandbilder.
1939 verliert sie als Folge des Hitler-Stalin-Pakts ihre Heimat und das restliche Familienvermögen.

Bis 1945
1941/42 Juni, Besuch in Hofheim. Neben kunsthandwerklichen Arbeiten verdient Kerkovius den Lebensunterhalt mit privatem Kunstunterricht. Ihr Atelier wird zum Treffpunkt der Stuttgarter Kunstszene.
1944 wird das Atelier durch einen Bombentreffer zerstört. Viele ihrer Werke sind vernichtet.

1946–1970
Der befreundete Stuttgarter Geschäftsmann, Sammler und Gründer der Galerie Maercklin, Erich Schurr errichtet auf seinem Grundstück in Degerloch ein eigenes Häuschen für Kerkovius. In dieser „Künstlergemeinschaft“ mit Erich Schurr, selbst Künstler des weiteren Hoelzel-Kreises, seiner Frau Margarete, Schülerin von Kerkovius sowie der Familie entwickelt sich eine lebendige, fruchtbare Lebenssituation.

1948
zwei wichtige Einzelausstellungen: im Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath und im Württembergischen Kunstverein, Stuttgart. Kerkovius avanciert zur gefragten Künstlerin. Wiederaufnahme der Besuche in Hofheim.

1949
Teilnahme an der Pfälzischen Sezession, Speyer.

1950–1954
Mitglied im Deutschen Künstlerbund.
1954 Staatspreis und Bundesverdienstkreuz Erster Klasse

1955 – 1958
1. Preis der Ausstellung „Ischia im Bilde deutscher Maler“ des Heidelberger Kunstvereins.
Aufträge für Glasfenster, u.a. für das Stuttgarter Rathaus.
1958 Verleihung des Professorentitels

1959
Ausstellung zum 80. Geburtstag im Württembergischen Kunstverein Stuttgart. Die Galerie Maercklin mit Erich Schurr ist neben Hanna Bekker vom Rath der wichtigste Galerist für Ida Kerkovius.

1960 – 1963
Ehrenmitglied der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart sowie der Künstlergilde Esslingen.

1963
Ehrenvorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes. Ihre Reiselust ist auch im Alter ungebrochen. Studienreisen mehrmals nach S. Angelo/Ischia, u.a auch in die Bretagne und den Gardasee.

1969
Zu ihrem 90. Geburtstag wird sie mit mehreren Ausstellungen, u. a. im Württembergischen Kunstverein und in der Stuttgarter Galerie Maercklin geehrt.

1970
Ida Kerkovius stirbt am 8. Juni in Stuttgart.

nach: Ausstellungskataloge
• Ida Kerkovius. Teppiche und Entwürfe, Stadtmuseum Hofheim, 1998
• Ida Kerkovius – Retrospektive, Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg, 2001
• Ida Kerkovius. Im Herzen der Farbe, Städtisches Museum Engen + Galerie


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