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Kultur
Stadtmuseum
Sonderausstellung

Holy Smoke. Stefanie Schroeder / Christian A. Werner

im Rahmen von EXTREME. RAY Fotografieprojekte Frankfurt RheinMain 2018
26. Mai 2018 – 19. August 2018

Eröffnung, Freitag 25. Mai 2018, 19 Uhr

Eigens für das Stadtmuseum Hofheim haben die beiden Künstler Stefanie Schroeder und Christian A. Werner eine Ausstellung zum Thema „Armut“ entwickelt. Die aktuelle Verschärfung gesellschaftlicher Gegensätze schürt Ängste bis weit hinein in die Mitte unserer Gesellschaft und macht Armut zu einem persönlich vorstellbaren Abstiegsszenario. Auch in der Kunst ist Armut ein allgegenwärtiges Thema – sie haftet dem Rollenbild vieler freischaffender Künstler an, ist oberflächliches Klischee, wirtschaftliche Realität und künstlerischer Gegenstand zugleich.

Eine wirtschaftsliberale Funktions- und Leistungslogik bringt es mit sich, dass Transferleistungsempfänger als untragbar gelten: als Menschen, die aus eigenem Unvermögen nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft voller Widersprüche und emotionaler Auseinandersetzungen darüber, welche Gruppen ein Recht auf Solidarität haben - und welche nicht.

Ausgehend von Recherchen zur Rolle der Armut in der Kunst überschreiten Stefanie Schroeder und Christian E. Werner in ihrer Ausstellung HOLY SMOKE die Grenzen der klassischen Fotografie. Während in den Stillleben nach Renate P. ikonische Motive in Szene gesetzt werden, die in Zeitungsmeldungen häufig für Altersarmut stehen, stellt das Video "post-bank" Fragen nach dem Hamsterrad-Kreislauf von 360°-Effizienzkontrollen und der Zukunft der Banken nach dem großen Crash. Die titelgebende Siebdruckserie "Holy Smoke" widmet sich schließlich dem verlorenen Sinnstiftungspotenzial von Arbeitsidentitäten und der Flucht in übersinnliche Heilsversprechen.

Zur Steigerung der künstlerischen Aussage bedienen sich Schroeder und Werner neben der Fotografie unterschiedlicher Medien wie z. B. Installation, Objekte und Video. Dabei folgt ihr Interesse stets einer erzählerischen Intention.


Christian A. Werner, *1980, studierte an der Hochschule Hannover.
 Er arbeitet als Dokumentarfotograf und Fotojournalist und ist Preisträger des Marta Hoepffner-Preises für Fotografie 2011.

Stefanie Schroeder, *1981, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und ist Preisträgerin des Zonta Sonderpreises für eine Fotografin 2011 im Stadtmuseum Hofheim, sowie
 Preisträgerin Gute Aussichten – Junge Deutsche Fotografie 2014-15, Deichtorhallen Hamburg, Stipendium Gute Aussichten Grant, 2017/18 im NRW Forum Düsseldorf


„Stillleben nach Renate P.“ (Arbeitstitel)

In Christian Werners Stillleben „nach Renate P.“ wird ein Kohlrabi zur zeitgenössischen Chiffre für ein „Armeleuteessen“. Immer wieder tauchen in Zeitungsmeldungen über Altersarmut dieselben ikonischen Beispiele für ein uneigentliches Leben auf. Neben den offenbar stigmatisierten erdnahen Knollengewächsen ist das zum Beispiel eine leere Colaflasche, die mit Leitungswasser gefüllt ist. Klassisch auch das künstliche Gebiss und Pumpernickel – ein lange haltbares Brot mit verdauungsfördernder Wirkung. Werners fotografische Inszenierungen überhöhen diese Motive der Entsagung in drei aktuellen Memento mori.

„post-bank“

Es sind Nebenjobs und Jobcenter, die Stefanie Schroeder ihre brotlose Tätigkeit als Videokünstlerin subventionieren. Einer dieser Jobs war eine „Mystery-Shopping-Tour“ – ein Instrument des sogenannten Qualitätsmanagements. Inkognito führen Testkunden Gespräche mit Dienstleistern, um – in diesem Falle – die Servicequalität von Bankberatungen zu evaluieren. Als Schroeder Wochen nach ihrem Testgespräch zwar noch immer kein Geld, dafür aber eine eigene Bewertung erhielt: nur 3,5 Sterne, stellte sich die Frage, wer hier eigentlich getestet wurde. In ihrer Videoinstallation „post-bank“ aus nachgestellten Szenen und Found Footage aus dem Internet wird diese Frage weitergeführt: nach dem Hamsterrad-Kreislauf von 360°-Effizienzkontrollen und der Zukunft der Banken nach dem großen Crash.

Rahmenprogramm

Sonntags-Kuratorenführungen
mit Ralf Dingeldein oder Herbert Fischer
11.15 Uhr am 27.05.2018, 10.06.2018, 01.07.2018, 05.08.2018 und 19.08.2018

Künstlergespräch
mit Stefanie Schroeder und Christian A. Werner
In einem Gespräch werden Hintergründe und Ideen der Ausstellung beleuchtet.
Freitag, 29.06.2018, 20 Uhr
Eintritt frei

Film
Bombay Beach, USA 2011
Regie: Alma Har'el
Ein poetischer Dokumentarfilm über eine sterbende Stadt in der kalifornischen Colorado-Wüste.
Mit Filmmusik von Zach Condon (Beirut) und Bob Dylan.
Mittwoch, 15.08.2018, 20 Uhr
Cinepark Hofheim, Chinonplatz 6 -12
Eintritt: 6 €, erm. 4 € Kartenvorverkauf im Cinepark Hofheim



vvv

Die Ausstellung „Holy Smoke“ ist Teil der Fotografietriennale RAY 2018. Alle Informationen und weitere Ausstellungen finden Sie auf www.ray2018.de

RAY 2018 ist eine Initiative des Kulturfonds Frankfurt Rhein Main und eine Kooperation von
• Darmstädter Tage der Fotografie und Kunstforum der TU Darmstadt
• Deutsche Börse Photography Foundation
• DZ BANK Kunstsammlung – ART FOYER
• Fotografie Forum Frankfurt
• Frankfurter Kunstverein
• Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen, Rüsselsheim
• Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim
• Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main
• MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
• Nassauischer Kunstverein Wiesbaden

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Die RAY Fotografieprojekte Frankfurt Rhein/Main 2018 reflektieren unter dem Thema „Extreme!“ über gesellschaftliche Transformation, Identitätskonzepte und ästhetische Tendenzen im 21. Jahrhundert.
Was gilt in Anbetracht der digitalen Flut ungefilterter, unzensierter Bilder überhaupt noch als extrem? Und wie ist es in Anbetracht von Globalisierung und Multiethnizität um die Akzeptanz des vermeintlich Außergewöhnlichen bestellt? Welche ästhetische und inhaltliche Veränderung erfahren fotografische Werke, um sich in der Menge der verfügbaren Bilder zu differenzieren?

Internetseite der RAY Fotografieprojekte Frankfurt RheinMain 2018


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Die Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. wurde am 23. Mai 2001 im Stadtmuseum Hofheim am Taunus gegründet. Die Gesellschaft erinnert an die Fotografin Marta Hoepffner (1912-2000), die zwischen 1944 und 1970 in Hofheim lebte und arbeitete. Seit ihrer Gründung veranstaltet die Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. Führungen und Vorträge im Stadtmuseum Hofheim und vergibt alle drei Jahre den Marta Hoepffner-Preis für Fotografie in Verbindung mit einer Ausstellung und einem Katalog.

Internetseite der Marta Hoepffner Gesellschaft für Fotografie e.V.


Unser Dank geht an 

• Förderkreis Stadtmuseum Hofheim am Taunus e.V.
• Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
• Mainova AG
• Stiftung Flughafen Frankfurt/Main

Veranstalter:
Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. und Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus – Stadtmuseum/Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit Cine-Park Hofheim und Förderkreis Stadtmuseum Hofheim am Taunus e.V.


Das Stadtmuseum Hofheim auf • facebook


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