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Jugend und Alter
Ludwig Meidners Porträts aus den 1950er und 1960er Jahren

28. August 2016 - 13. November 2016
Eröffnung: Sonntag, 28. August 2016, 16.00 Uhr

Eine Ausstellung im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes "Ludwig Meidner - Seismograph" ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.


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In Kooperation mit dem Jüdischen Museum der Stadt Frankfurt am Main

„Hier ist es schön, Marxheim gefällt mir. Seit einem Monat wohne ich nicht mehr in Frankfurt, sondern bin auf`s Land gezogen, nach Marxheim, einem kleinen Dorf bei Hofheim, wo ich mir eine geräumige Klempnerwerkstatt in ein Studio umgewandelt habe, ein so schönes, helles, wie ich es nie besessen habe. Hier wohne ich inmitten lieblicher Natur, und ich will das nützen...“ (Ludwig Meidner an Ludwig Kunz, Juni 1955)


An der Staffelei/Garten des Blauen Hauses, 1959/Hunsrückstraße in Marxheim
An der Staffelei/Garten des Blauen Hauses, 1959/Hunsrückstraße in Marxheim.© fotografie: stefan moses, 1956 (Bild links)

Ludwig Meidner (1884–1966) zählt zu den herausragenden deutschen Künstlern der Moderne. Werk und Biografie stehen exemplarisch für die gesellschaftlichen Brüche, mit denen Kunstschaffende im Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konfrontiert waren. 1939 emigrierte der Maler und Dichter aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung nach London, wo er 14 entbehrungsreiche Jahre im Exil verbrachte.

Meidner gehört zu den wenigen jüdischen Emigranten, die in ihre deutsche Heimat zurückkehrten. Durch Vermittlung von Hanna Bekker vom Rath bezog er im Mai 1955 eine Atelierwohnung im damals noch sehr dörflichen Hofheim-Marxheim.

In der Bahnstraße /
In der Bahnstraße /© fotografie: Stefan Moses, 1956

Acht Jahre hat er in Marxheim dort gelebt. Aus vielen Äußerungen geht hervor, dass er diese Zeit als die glücklichste nach seiner Rückkehr aus dem englischen Exil empfand.
Ludwig Meidner. 4 Porträts
Ludwig Meidner. Bild 1 Cornelia von Plottnitz, 1960 / Bild 2 Selbstbildnis mit Käppchen, 1959 / Bild 3 Porträt Hanna Bekker vom Rath, 1958 / Bild 4 Jörg mit Zeitung, 1961
Während Meidner in London aus materiellen Gründen kaum malte, wandte er sich nun wieder verstärkt diesem Metier zu. insbesondere als Porträtist gelangen ihm außergewöhnlich intensive Bilder, die in ihrer psychologischen Dichte und leuchtenden Farbigkeit ausgesprochen modern wirken.
Porträtsitzung im Atelier /
Porträtsitzung im Atelier /© fotografie: stefan moses, 1956

Zunächst entstanden viele Darstellungen von älteren Personen. In der Marxheimer Zeit fällt auf, dass Porträts von jungen Menschen überwiegen. Zahlreiche Besucher gingen in der Bahnstraße 15 ein und aus.

Meidner entfachte in der Dorfgemeinschaft reges Interesse am vom Bohemien geprägten Künstlerdasein. Die Gemälde stammen überwiegend aus den Beständen des Ludwig Meidner-Archivs im Jüdischen Museum Frankfurt.

Präsentiert wird auch die Fotoserie von Stefan Moses, der im Sommer 1956 in eindrücklichen Schwarzweiß-Aufnahmen den Menschen Ludwig Meidner sowie das Marxheimer Wohn- und Arbeitsumfeld festhielt.

Ludwig Meidner. 4 Porträts
Ludwig Meidner. Bild 1 Frau, 1954 / Bild 2 Alter Mann, 1961 (Josef Westenberger) / Bild 3 Junge Frau im Profil, 1963 / Bild 4 Junger Mann mit blauer Krawatte, 1965



Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die einheimische Bevölkerung, die – im Gegensatz zu der reichen und adeligen Oberschicht – ihre einzige Hoffnung in der Zuflucht bei Gott sah und der Bitte um Fürsprache durch die Heilige Muttergottes sowie die Pestheiligen St. Rochus und St. Sebastian. Diesen Dreien ist die Hofheimer Bergkapelle geweiht.

Das Anwachsen der Pilgerströme, die Arbeit der Eremiten und die Forderungen der Gläubigen nach mehr und mehr geistlicher Versorgung in der Kapelle der „Maria auf dem Berg“ - auch wenn dieser Erfolg nicht immer im Sinne der örtlichen Pfarrer war - werden beschrieben und natürlich auch die Baugeschichte der ersten und zweiten Kapelle. Vor allem im 19. Jahrhundert nahm die Marienverehrung große Ausmaße an und der Hofheimer Pfarrer Diefenbach ist der Nachwelt besonders durch seine Mariengebeten überliefert. Sein Wallfahrtsgebet „Maria hilf“ gab der Ausstellung ihren Titel.


Katalog (mit einem Essay von Eva Demski) 136 Seiten, 98 Abbildungen, 23 x 27,5 cm, Broschur, 15 Euro (ISBN 978-3-933735-50-8)

Die Ausstellung ist Teil des von der Ludwig Meidner-Gesellschaft initiierten und vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH geförderten Gemeinschaftsprojektes „Ludwig Meidner – Seismograph“ zum 50. Todesjahr des Künstlers mit weiteren Ausstellungen

• Galerie Netuschil
• Institut Mathildenhöhe Darmstadt
• Kunstarchiv Darmstadt e.V.
• Museum Giersch der Goethe-Universität Darmstadt


gefördert von:


Veranstalter: Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus – Stadtmuseum / Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit 

• Fachstelle Demenz beim Caritasverband für den Bezirk Main-Taunus
• Förderkreis Stadtmuseum Hofheim am Taunus e. V.
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Main-Taunus-Kreis e.V.
• Kueko-Tours •Kunstverein Hofheim e.V.
• Ludwig Meidner Gesellschaft e.V.
• Marta Hoeffner-Gesellschaft für Fotografie e.V.
• Main-Taunus-Kreis - Amt für Jugend, Schulen und Kultur
• Main-Taunus-Schule
• Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Für die abgebildeten Werke von Ludwig Meidner:
© Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main

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