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Stadtmuseum
Sonderausstellung

DIE SAMMLUNG KYRITZ

Ein erster Blick
1.3. - 19.4.2020

Eine Ausstellung des Stadtarchivs Hofheim am Taunus
Gustav Kyritz am Zapfhahn, Nov. 1967. 13. Landsbergbuch
Gustav Kyritz am Zapfhahn, Nov. 1967. 13. Landsbergbuch

In Hofheim am Taunus war der „Historische Gasthof Landsberg“ über Jahrzehnte ein Begriff für Gastlichkeit in historischer Kulisse und sein Wirt war bekannt für seine Liebe zur Stadtgeschichte. Aufgrund der Ausstattung mit historischen Objekten und Dokumenten nannte man den Gasthof oft das „kleine Hofheimer Heimatmuseum“. In den Jahrzehnten nach 1950 gab es immer wieder den Wunsch nach einem Stadtmuseum für Hofheim, aber die Realisation lag noch in weiter Ferne. Der Wunsch sollte erst im November 1993 in Erfüllung gehen. Zwar gab es seit 1954 ein Stadtarchiv, aber auch das führte einen „Dornröschenschlaf“.

1940, mit dem Tod des Vaters Gustav Kyritz sen., war der „Landsberg“ geschlossen worden. Zwar war Gustav Kyritz jun. als Nachfolger vorgesehen gewesen, doch Kriegsdienst, Gefangenschaft und Besatzungszeit verhinderten die Weiterführung des Gasthofes.

17 Landsbergbücher
17 Landsbergbücher
Erst am 13. Mai 1950 wurde der „Landsberg“ mit „neuem Gesicht“, d.h. bereits mit historischer Ausstattung, wieder eröffnet. Von den folgenden Jahren, gefüllt mit Geselligkeit, Richtfesten, Hochzeiten, Vereinsgründungen und Jubiläen, gemischt mit Artikeln und Nachforschungen zur Geschichte des Hauses zeugen bis heute die fortgeschriebenen Landsbergbücher. 1972 musste Gustav Kyritz die Wirtschaft aus Altersgründen verpachten. Den Wechsel der Wirte sieht man deutlich an den letzten zwei Bänden. Das letzte Buch (Band 18) endet mit der Todesanzeige seine Ehefrau im Jahr 1994. 1995 wurde der „Landsberg“ endgültig geschlossen.
Bäckerei Burkard in der Pfarrgasse, 1895. Hofheimer Bilderchronik VII
Bäckerei Burkard in der Pfarrgasse, 1895. Hofheimer Bilderchronik VII
Schon in den 1920er Jahren hatte Gustav Kyritz (1906-1989) seine Liebe zur lokalen Geschichte entdeckt und entwickelte im Laufe seines Lebens eine Passion für alles Historische und Dokumentarische zur Stadtentwicklung. Die Sammlung wuchs beständig und die Hofheimer nahmen sein Engagement für den Erhalt der Altstadt und ihrer Geschichte an. Sie brachten ihm weitere Dokumente und Fotografien. Bis in die 1980er Jahre setzte er seine Leidenschaft fort. Das historische Material füllte schließlich den Treppenaufgang und den ersten Stock des Hauses Hauptstraße 20a. Ob Zeitungsartikel, Fotografien und Veröffentlichungen – alles was Hofheim betraf wurde aufgehoben, abgeheftet, inventarisiert und war immer der Reihe nach, wie es eingetroffen war. So sind große Zeitsprünge und Themenwechsel z.B. innerhalb seiner Bilderchroniken oder der sog. Landsbergbücher typisch für den Sammlungsaufbau. Doch Dank eines detaillierten Schlagwort-Verzeichnisses war es Gustav Kyritz möglich, Material zu einem gesuchten Thema wieder zusammenzustellen auch wenn es über mehrere Regale, Ordner und Kästen verteilt war. Nach seinem Tod 1989 übernahm Tochter Diethild Kyritz die Pflege des Schrift- und Bildnachlasses für die nächsten Jahrzehnte.
Bahnwärter Georg Glitz vor dem Langenhainer Bahnübergang, um 1900. Hofheim
Bahnwärter Georg Glitz vor dem Langenhainer Bahnübergang, um 1900. Hofheimer Bilderchronik IV
Doch was sollte später einmal aus der Sammlung werden? Schließlich entschied sich die Familie 2016 die Sammlung Kyritz dem Stadtarchiv Hofheim anzubieten. 2018 fand die Übernahme statt. Seitdem erfolgt Stück für Stück eine Sichtung, die noch eine längere Zeit andauern wird, den die Sammlung Kyritz besteht aus mehr als 25 laufenden Metern Fotoalben, historischem Schrift- und Sammlungsgut, Büchern sowie unzähligen Zeitungsausschnitten und füllt eine große Schrankwand. Ebenfalls Teil der Sammlung sind die sogenannten Landsbergbücher – 18 Bände in 17 Büchern. Es sind sowohl Chroniken wie auch Gästebücher, zeitgeschichtliche Dokumente der Hofheimer Gesellschaft. Zum Schluss darf man nicht vergessen, dass Gustav Kyritz nicht nur sammelte sondern auch aktiv Stadtgeschichte erforschte, seine Erkenntnisse schriftlich niederlegt und auch zeichnerisch erklärte. Seine einzigen Veröffentlichungen blieben jedoch die zwei Heftchen „Hofemer Geschichtcher“.
Flutbach-Wehr, um 1902. Hofheimer Bilderchronik VII
Flutbach-Wehr, um 1902. Hofheimer Bilderchronik VII
Die Sonderausstellung „Die Sammlung Kyritz – Ein erster Blick“ zeigt den Besuchern eine kleine Auswahl aus den Bilderchroniken - Reproduktionen und die dazugehörigen Originalvorlagen, die die eigenwillige Art der Beschriftung von Gustav Kyritz aufzeigen – sowie die 17 Landsbergbücher und weitere Dokumente. Wer sich in die gesamte Sammlung vertiefen will, muss allerdings noch warten. Aus Platzgründen kann diese erst im neuen Stadtarchiv zugänglich gemacht werden und die Auswertung und Aufarbeitung wird einige Zeit in Anspruch nehmen.
Kochlehrgang im Gasthaus "Zur Krone", um 1902 / Johannisbeer-Pflücker,...
Kochlehrgang im Gasthof "Zur Krone", um 1902 / Johannisbeer-Pflücker, um 1908. Hofheimer Bilderchroniken X und XII

Am Meisterturm, 1899. Hofheimer Bilderchronik XVI
Am Meisterturm, 1899. Hofheimer Bilderchronik XVI

Unser Dank geht an

• Förderkreis Stadtmuseum Hofheim am Taunus e.V.
• Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Veranstalter:
Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus –
Stadtmuseum/Stadtarchiv


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