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Unbeirrbarkeit, Unbestechlichkeit und moralische Stütze - Emy Roeder

Unbeirrbarkeit, Unbestechlichkeit und moralische Stütze - Emy Roeder

"Die Persönlichkeit verschwindet hinter dem Werk..." 

Diese Äußerung von Hanna Bekker ist fast wörtlich zu verstehen: Die zierliche Emy Roeder (1890-1971) wirkte neben ihren großformatigen Arbeiten fragil, ja unscheinbar. Sie sprach auch sanft und leise, aber ihre Stimme hatte, so Bekker weiter: "dennoch die Kraft und Sicherheit einer Schaffenden, der es um nichts Höheres im Leben geht, als durch Zeichnungen und Skulpturen plastisch darzustellen, wozu ihr eigenstes Erleben der Umwelt sie drängt." (Hanna Bekker vom Rath, 1965)

  • 1912-1915 Bildhauerische Ausbildung bei Bernhard Hoetger in Darmstadt.
  • 1915 Übersiedlung nach Berlin, dort Kontakt u.a. zu Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und Karl Schmidt-Rottluff, mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verbindet.
  • 1919 Mitglied der Novembergruppe und der Vereinigung der radikalen bildenden Künstler. Heirat mit dem Bildhauer Herbert Garbe.
  • 1920 Preis der Akademie der Künste Berlin für die Plastik „Die Schwangere“.

• 1936 Villa-Romana-Preis. Sie beschließt nicht nach Deutschland zurückzukehren, da ihre Werke als „entartet“ verfemt werden. Sie lebt und arbeitet, von finanziellen Sorgen geplagt, in Florenz. Freundschaft mit Rudolf Levy und Hans Purrmann. • 1944/45 von den Allierten in einem Lager bei Padula (Provinz Salerno) interniert. • 1950 Rückkkehr nach Deutschland, Wohnsitz und Professur in Mainz. • 1955 Teilnahme an der documenta 1 in Kassel. • 1962 großer Kunstpreis der Stadt Mainz.

Emy Roeders künstlerischer Nachlaß besteht aus Plastiken und Zeichnungen, die sich auf je eigene Weise mit den gleichen Themen befassen: Mädchen und Frauen in verschiedenen Lebensphasen, mit Geschwistern, als Schwangere, mit Kindern, mit Körben und Gefäßen. Ein weiteres Thema sind Tiere, hinzu kommen einige Portraits enger Freunde. Die Mädchen- und Frauenbildnisse sind weniger Portraits als vielmehr Darstellungen typischer Situationen, die sie beobachtet und mit einem Ausdruck innerer Ruhe festhält. Emy Roeder sieht und formt in ihrer überzeugend streng vereinfachten Weise aus dem Blickwinkel einer Frau - zu dieser Zeit eine Seltenheit in dem männlichen Metier der Bildhauerei.
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