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Hanna Bekker vom Rath

 

und der Künstlerkreis des Blauen Hauses

 

Die Hofheimer Kunstszene wurde von den Malerinnen Ottilie W. Roederstein und Hanna Bekker begründet. 1920 erwarb Hanna Bekker vom Rath den Landsitz eines Frankfurters am Kapellenberg und verlieh dem Haus eine blau-gelbe Farbgebung.  Das "Blaue Haus" - wie es später genannt wurde - entwickelte sich zum zeitweiligen Arbeitsdomizil vieler namhafter Künstler und zu einem Treffpunkt für Schriftsteller, Musiker, Schauspieler, Politiker und viele andere.

 

"Soweit ich zurückdenken kann, ist mir Malen und Zeichnen eine Notwendigkeit" (Hanna Bekker vom Rath, 1973)

 

Bereits als 12jährige unternahm sie erste Zeichen- und Malstudien und erhielt mit 20 Jahren endlich die elterliche Erlaubnis, Malunterricht bei Ottilie W. Roederstein zu nehmen. Ihre weitergehende Ausbildung, und gewiss auch prägendste Zeit, erfuhr sie als Schülerin von Adolf Hölzel und Ida Kerkovius in Stuttgart. Die Auf- und Umbruchstimmung während der Endphase des Ersten Weltkrieges beeinflusste sie tief und nachhaltig.

 

Obwohl Hanna Bekker vom Rath bereits früh damit begann, Arbeiten der mit ihr befreundeten Künstler zu sammeln, während der Zeit des Dritten Reiches auch an andere Sammler zu vermitteln und die Vermittlungstätigkeit schließlich ab 1947 im Frankfurter Kunstkabinett professionalisierte, gab sie zu keiner Zeit ihre eigene Malerei auf.

 

"Ex-Expressionist"


Mit diesem Zusatz unterschrieb Ludwig Meidner 1925 eine Postkarte an Hanna Bekker.

Während des Dritten Reiches unterstützte sie mutig und engagiert viele als "entartet" verfolgte Künstler, indem sie u.a. heimliche Ausstellungen organisierte.

Auch nach dem Krieg zog das "Blaue Haus" Künstler nach Hofheim. So fand der aus dem Exil zurückgekehrte Ludwig Meidner dank Hanna Bekker vom Raths Hilfe ein Atelier in Hofheim-Marxheim, wo er von 1955 bis 1963 lebte.

 

 

"Liebe, grüßen Sie mir Ihr ganzes liebes, blaues Haus u. all seine Einwohner"

So ließ Ida Kerkovius 1925 einen ihrer Briefe enden. Möglicherweise wurde sie damit Urheberin der Bezeichnung "Blaues Haus", die bald nach dem Umbau und Neuanstrich aufkam. Bis kurz vor ihrem Tode besuchte sie Hofheim sehr häufig, hier entstanden vor allem Pastelle und Aquarelle, die Blaues Haus und Garten zeigen. Bei diesen Aufenthalten traf sie auch gemeinsame Freunde, einer von ihnen war Alexej von Jawlensky.

Ottilie W. Roederstein (1859 - 1937)

 

Eine Künstlerin zwischen Tradition und Moderne

 

Die erfolgreiche Malerin und Zeichnerin Ottilie Wilhelmine Roederstein lebte und arbeitete in Zürich, Berlin, Paris, Frankfurt/Main und Hofheim am Taunus. Ihr künstlerischer Werdegang offenbart die vielfältigen Beschränkungen, denen eine Künstlerin um die Jahrhundertwende unterworfen war. 

> mehr zu Ottilie W. Roederstein <

Marta Hoepffner (1912 - 2000)

 

Lichtbilder - Bilder des Lichts

 

Die Fotografin schuf mit ihren experimentell ausgerichteten Werk einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der künstlerischen Fotografie des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde sie durch kameralose Fotografien und abstrakt-symbolische Arbeiten sowie durch ihre, die Grenzen der Fotografie überschreitenden, variochromatischen Lichtobjekte.

> mehr zu Marta Hoepffner <

 

Karl Schmidt-Rottluff und seine Frau Emy kamen 1932 zum ersten Mal nach Hofheim und kehrten bis 1972 (1943-46 ausgenommen) jedes Jahr zurück. Hanna Bekker überließ ihm ihr Atelier, und er malte Ölbilder und Aquarelle vom Haus, dem Garten, von der Stadt und der Taunuslandschaft. Hier fühlte sich Schmidt-Rottluff, der zu den verfemten Künstlern des Dritten Reiches gehörte, frei genug, um malen zu können. Häufig traf er in Hofheim seine wenigen auserwählten Freunde, vor allem Erich Heckel und Emy Roeder. Mitte der 1950er Jahre richtete Hanna Bekker vom Rath ihm ein eigenes Atelier ein.

 

"Pinselwaschen ist das Abendgebet des Malers"

Das sagte Ernst Wilhelm Nay erschöpft zu Hanna Bekker, als sie ihn einmal abends in seinem Hofheimer Atelier besuchte. Hofheim und der Taunus lösten bei Nay eine intensive Schaffensperiode aus, wie er schon nach einem seiner ersten Besuche schrieb: "Ein großes Bild, 2 Figuren, 2 Frauen in Taunuslandschaft. Sie sehen, ich bin nicht unbeeindruckt nach Hause gefahren. Wie sollte es anders sein. Im Gegenteil ! Ein großer voller Klang ist in mir, aufgebrochen im rechten Augenblick, der will nun Gestalt werden." (Nay, 1939)

Ernst Wilhelm Nay schuf in seiner Hofheimer Zeit (1945 - 1952) jene `Hekate-Bilder´, die noch heute zu den bedeutendsten Kunstwerken des Nachkriegsdeutschlands zählen. 

 

Die Künstlerfreunde hinterließen Spuren in Hofheim, und wie die Ausstellung zeigt, hinterließ Hofheim Spuren in ihrem Leben und Werk. Im Wechsel werden auch Arbeiten weiterer Künstler gezeigt: Shalom Sebba, Günter Schulz-Ihlefeldt, Max Beckmann, Heinz Battke sowie einzelner Künstler und Bildhauer, die heute in Hofheim leben.

 

Biografie von Hanna Bekker vom Rath als PDF-Datei zum Herunterladen

 

ART UNLIMITED. The exhibition-tours of Hanna Bekker vom Rath (1952-1967), PDF

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Ausstellung "Feste feiern wie sie fallen", 18.3.2012 - 27.5.2012

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Vorankündigung, ab 3. Juni 2012

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Biografie

Siegfried Shalom Sebba als PDF-Version

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Das Stadtmuseum Hofheim bei Google Maps

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