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Hofheim ist als "Fairtrade-Stadt" ausgezeichnet

17.01.2012

HOFHEIM Die Stadt Hofheim ist "Fairtrade-Stadt" und gehört damit zu den mehr als 1.000 Fairtrade-Towns weltweit. Manfred Holz, Fairtrade-Ehrenbotschafter, hat die Auszeichnung am Dienstag im Cinepark Hofheim an Bürgermeisterin Gisela Stang und Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater überreicht.
Verliehen wurde die Auszeichnung von TransFair e.V. - Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt".

Mit der Auszeichnung wurde der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 17. August 2011, Hofheim möge sich als Fairtrade-Stadt bewerben, erfolgreich umgesetzt.
CDU, Grüne, SPD und BfH hatten in ihrer gemeinsamen Vorlage dafür geworben, den in Hofheim bereits bestehenden, vielfältigen Aktivitäten rund um den Fairen Handel ein verbindendes Element zu geben.
Dies ist mit der Auszeichnung geschehen: Mit dem Titel "Fairtrade-Stadt" können die Aktivitäten herausgestellt werden, die Beteiligten können Werbung für sich und ihre Produkte machen, die Stadt kann sich weiter als verantwortungsvolle und nachhaltige Stadt profilieren.

Bürgermeisterin Stang dankte allen, die sich bereits für den fairen Handel einsetzen - Schule, Vereine, kirchliche Gruppen, Geschäfte und Restaurants: "Sie haben die Frage der globalen Verantwortung bereits in ihr tägliches Handeln integriert. Wir sind zuversichtlich, dass die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt ein starkes Signal setzt und sich weitere Akteure für den fairen Handel engagieren."
Der Verein TransFair vergibt die Auszeichnung für zwei Jahre und überprüft anschließend, ob die Kriterien weiterhin eingehalten werden. "Es wäre schön, wenn Hofheim dann eine noch längere Liste an Beteiligten und Aktivitäten melden könnte", so Stang.

Günter Adam vom Katholischen Bezirksbüro stellte im Anschluss anhand eines Beispiels aus der Fair-Handelsbeziehung zu PREDA in den Philippinen dar, warum und wie sich die kirchlichen Gruppen im Bereich Fairtrade engagieren und welche Ziele sie verfolgen. Ein Filmausschnitt zeigte die Verarbeitung von Mangos und die Zusammenarbeit mit den Fair-Handelspartnern.

Fairer Handel spielt in Hofheim also bereits eine Rolle, so dass die fünf Kriterien für eine Bewerbung als "Fairtrade-Stadt" gut erfüllt werden konnten.

1. Kriterium: Es liegt ein Beschluss der Kommune vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeisterbüro Fair Trade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Stadt den Titel „Fairtrade Stadt“ anzustreben.

Die Stadtverordnetenversammlung unterstützt alle Anstrengungen des Magistrats und der Lenkungsgruppe, die Bewerbung Hofheims als FairtradeTown entsprechend auszuarbeiten und einzureichen
Die Stadtverordnetenversammlung unterstützt ausdrücklich die Bewerbung und verpflichtet sich, sich bei der Fort- und Weiterentwicklung der Fairtrade-Town-Initiative mit entsprechenden Beschlüssen zu beteiligen.


2. Kriterium: Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

Diese Steuerungsgruppe besteht. Mitwirkende sind das Katholische Bezirksbüro Main-Taunus, der Weltladen, der Verein Industrie, Handel, Handwerk (IHH), die Katholische Pfarrei St. Georg und Bonifatius, die Stadt Hofheim, die Hofheimer Lokale Agenda 21, die Friedensinitiative Main-Taunus, der Eine-Welt-Kreis der Thomasgemeinde, Bürgermeisterin Gisela Stang, die Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul, der Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo.


3. Kriterium: In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden Fair Trade-Produkte ausgeschenkt.

Fairtrade-Produkte werden unter anderem in folgenden Geschäften und Gastronomiebetrieben angeboten:
Der Markt, EDEKA Chinon Center, Modehaus Hammel, Weltladen, Lidl Chinon Center, Lidl Wallau, Tegut Marxheim, Cinepark Hofheim sowie
Restaurant Goldener Apfel, Restaurant Scheuer.


4. Kriterium: In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fair Trade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.

In folgenden Kirchengemeinden gibt es zurzeit verschiedene Aktivitäten:
Die katholische Pfarrei St. Georg und Bonifatius in Marxheim betreibt von Mai bis Oktober das Café Eden, in dem ausschließlich fair gehandelter Kaffee, Tee, Orangensaft angeboten wird. Weiterhin werden über 100 fair gehandelte Produkte jeden 2. Sonntag nach den Gottesdiensten verkauft.
Die evangelische Thomasgemeinde bietet ebenfalls diese Produkte zwei Mal im Monat nach dem Gottesdienst zum Kauf an.
Das Katholische Bezirksbüro Main-Taunus und die Einrichtungen des Caritasverbandes Main-Taunus in Hofheim bieten bei allen Konferenzen und Tagungen ausschließlich fair gehandelten Kaffee, Tee und Saft an. Weiterhin kann zu den Bürozeiten eine Auswahl fair gehandelter Waren im Katholischen Bezirksbüro erworben werden.
Alle Kirchengemeinden bieten im Laufe des Jahres und insbesondere in der Fastenzeit sogenannte Eine-Welt-Essen mit inhaltlichen Informationen über die Probleme des Welthandels und die Auswirkungen auf die Bevölkerung der Länder des Südens an.
Alle zwei Jahre findet der "Misereor-Solidaritätsgang" statt, an dem aus Hofheim circa 100 Personen teilnehmen, für ein Projekt in den Ländern des Südens. Bei den bisher acht Solidaritätsgängen kamen insgesamt mehr als 250.000 Euro zusammen.
Alle Kirchengemeinden haben partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchengemeinden in diesen Ländern, in den Philippinen, in Brasilien und anderen. Immer wieder bieten Gäste aus diesen Partnergemeinden Gelegenheit, sich persönlich zu informieren.
Auch auf den Märkten werden an den kirchlichen und karitativen Ständen fair gehandelte Produkte verkauft.
In der Main-Taunus-Schule werden teilweise im Religionsunterricht die Thematik angesprochen und bei Schulveranstaltungen faire Produkte (Schokoriegel, Mangoschnitten und anderes) verkauft. Während der Vorbereitung zur Stand-up-Aktion 2010 haben sich über 10 Klassen intensiv mit den ungerechten Handelsstrukturen auseinandergesetzt.

Als jüngster Akteur unter den Eine Welt-Initiativen in Hofheim ist der Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo zu nennen, ein gemeinnütziger eingetragener Verein seit 2010. Er wurde nach einer Reise von zehn Hofheimer Bürgerinnen und Bürgern nach Burkina Faso - insbesondere nach Tenkodogo - gegründet. Die Beziehungen zu Tenkodogo bestehen schon seit vielen Jahren über die französische Partnerstadt Chinon, mit der sich Hofheim an verschiedenen Projekten beteiligt hat. Auf Wunsch der burkinischen Partner wird sich Hofheim künftig aber auch direkt in Tenkodogo engagieren.
Der Verein engagiert sich in unterschiedlichster Form, zum Beispiel:
• durch differenzierte Information über Land und Stadt und das Leben der dortigen Menschen mithilfe von Informationsständen bei diversen Veranstaltungen in Hofheim, Organisation eigener Bildungsveranstaltungen, Teilnahme am überregionalen Austausch mit anderen Vereinen und Initiativen, die ebenfalls in Burkina Faso engagiert sind, intensive Medienarbeit zu dem Arbeitsfeld des Vereins; durch Rferate von Vereinsmitgliedern in Schulen und Vereinen,
• durch Vermittlung des Batikkünstlers ZEM in Kitas und Horte sowie in die allgemeine Öffentlichkeit,
• durch Projekte - in enger Abstimmung mit Chinon und Tenkodogo - zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region Tenkodogo auf den Gebieten Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung.


5. Kriterium: Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“.
In der Vergangenheit hat die örtliche Presse über die diversen Aktivitäten ausführlich berichtet.