,Neubaufest' im neuen Kinder- und Familienhaus Nord
27.01.2012
HOFHEIM Es geht voran in der Fichtestraße 20 beim Bau des neuen Kinder- und Familienhauses in Hofheim Nord.Viele Kinder mit ihren Eltern, Nachbarn, Gäste aus dem öffentlichen Leben, den städtischen Gremien, beteiligten Partnern und weitere Interessierte trafen sich heute zu einem „Neubaufest“, um sich über den Baufortschritt zu informieren. In diesem Rahmen stellte sich auch die zukünftige Leiterin Julia Remsperger vom VdJJ den Gästen vor.
„Während man vorher seine Phantasie bemühen musste, um sich das neue Kinder- und Familienhaus aufgrund der Pläne vorzustellen, kann man jetzt im wahrsten Sinne des Wortes schon „begreifen“, was für Möglichkeiten sich hier für alle Nutzer ergeben können“, so Bürgermeisterin Gisela Stang in der kurzen Begrüßung.
Alle Gäste nahmen zügig den Rohbau „in Beschlag“ und erkundeten die Räume auch im Rahmen kleiner Führungen durch Mitarbeiter des Bauherrn, der Hofheimer Wohnungsbau Gesellschaft, HWB.
Am 16. Juni 2010 wurde der Beschluss zur Errichtung eines Kinder- und Familienhauses im Städtebaufördergebiet „Soziale Stadt“ Hofheim Nord von der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hofheim einstimmig gefasst, wie Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater ergänzte.
Damit wurde ein wichtiger Baustein des Integrierten Handlungskonzeptes für Hofheim Nord auf den Weg gebracht und die Voraussetzung für eine Förderung aus Mitteln des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ geschaffen.
Die Stadt Hofheim suchte seit der Aufnahme in das Städtebauförderprogramm Ende 2007 intensiv nach einem Standort im Projektgebiet. Nachdem das Grundstück Fichtestraße vom Eigentümer auf dem Immobilienmarkt zum Kauf angeboten wurde, fanden im Herbst 2009 erste Gespräche zur Realisierung eines Kinder- und Familienhauses an dieser Stelle statt.
Zeitgleich wurden Verhandlungen mit möglichen Trägern aufgenommen und schließlich mit dem Verein zur Förderung demokratischer Jugendarbeit und Jugendbildung e.V. (VdJJ e.V.) erfolgreich zu einem Abschluss gebracht.
Der VdJJ, Träger des Kinderhauses „Spatzennest“ in der Rheingaustraße, beabsichtigte seit langem, sein Angebot für Hofheimer Familien auszuweiten und hatte in den letzten Jahren
einige Objekte besichtigt und auf ihre Eignung zum Umbau zu einer Kindertagesstätte geprüft, aber kein geeignetes Objekt gefunden.
Der VdJJ e.V. war der erste Träger im Main-Taunus-Kreis, der bereits seit 1991 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren anbietet.
Inzwischen ist das Kinderhaus Spatzennest bei allen Institutionen und vor allem bei den Eltern als eine erfahrene Kinderbetreuungseinrichtungen anerkannt und der Verein berät viele Hofheimer Träger, die sich zur Zeit in der Planungs- und Eröffnungsphase von Krippengruppen befinden.
Der VdJJ ist übergangsweise mit einer alterstufenübergreifenden Gruppe in den Räumen des m ehemaligen „Cafe Flot“ in der oberen Hauptstraße untergekommen. Der dortige Kinderladen "Freche Spatzen" ist eine Übergangslösung, von Stadt und VdJJ konzipiert um der gestiegenen Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen in allen Alterstufen gerecht zu werden.
Im ehemaligen „Cafe Flot“ werden seit dem 06. September 2010 ganztätig 15 Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren betreut, die nach Fertigstellung der neuen Kita dann in die Fichtestraße 20 umziehen werden.
Das neue Kinder- und Familienhaus Hofheim Nord ist für die Betreuung von bis zu 45 Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren ausgelegt. Es gibt dann hier in 3 Gruppen 21 neue Krippenplätze und 24 neue Kindergartenplätze.
Auf dem circa 560 Quadratmeter großen Grundstück wurde ein zweigeschossiges Gebäude mit einer Nutzfläche von 472 Quadratmetern erstellt.
Im Rohbau im Obergeschoss sind neben Garderobe, Toiletten und Teeküche auch zwei knapp 20 Quadratmeter große Nebenräume, ein Schlafraum mit rund 19 Quadratmetern sowie zwei Gruppenräume mit jeweils 31Quadratmetern errichtet.
Im Erdgeschoss befinden sich künftig neben Büro- und Personalräumen, Toiletten und Küche auch ein Gruppenraum in der Größe von rund 31Quadratmetern sowie ein Mehrzweckraum mit rund 46 Quadratmetern.
Unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit für alle Nutzer des Gebäudes ist die neue Kita auch mit einem Aufzug ausgerüstet.
Auf dem dazugehörigen Grundstück entsteht zudem ein wenn auch kleiner Außenbereich mit Spielmöglichkeiten für die Kinder, gestaltet durch den Landschaftsarchitekten Jobst Seeger aus Hofheim.
Mit dem Bau des Kinder- und Familienhaus Nord entsteht durch den Mehrzweckraum einschließlich Teeküche, Sanitäranlagen und dem Besprechungsraum ein Bereich, der von der eigentlichen Kindertagesstätte räumlich abgetrennt und somit eigenständig nutzbar sein wird.
Der Mehrzweckraum wird im Rahmen der Kinderbetreuung für drei altersübergreifende Gruppen als Tobe- und Bewegungsraum genutzt werden. Außerhalb dieser Zeiten kann dieser Bereich – ganz im Sinne einer nachhaltigen Nutzung - dann auch Eltern, Gruppen, Vereinen und Organisationen für weitere soziale Angebote zur Verfügung gestellt – soweit es mit dem Betrieb vereinbar ist und es den Zielen der Kindertagesstätte nicht zu wider läuft.
Das heißt, damit erhält der Stadtteil dauerhaft ein neues Raumangebot für soziale Begegnung und Kurse wie Geburtsvorbereitungskurse, „Starke Eltern - Starke Kinder“, Gesundheits- und Sprachkurse, Eltern-Kind-Gruppen, Mentoren- oder Lotsen-Programme oder auch Beratungsangebote im Sinne eines nachhaltig und vielfältig genutzten Familienhauses.
Das Quartiersmanagement der NH ProjektStadt und die Stadt wollen diese Entwicklung hin zu einem Familienzentrum aktiv unterstützen.
Josef Mayr, Geschäftsführer der stadteigenen HWB, erläuterte die finanziellen Aspekte: „Für den Ankauf des Grundstückes, den Bau der Kindertagesstätte und die Herstellung der Außenfläche investieren wir hier insgesamt rund 1,8 Millionen Euro, davon alleine rund 125.00 Euro für energetische Maßnahmen wie beispielsweise ein Gründach, Mehrstärkedämmung für Fenster, Wände, Dach und Boden und einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.“
Ergänzend erklärte er, dass sich sowohl der Bau als auch der finanzielle Aufwand im kalkulierten Rahmen und im Zeitplan halten.
In die Refinanzierung dieser Investition fließen Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ und dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2008 bis 2013“. Hierfür wurde bereits eine Summe von 315.000 Euro - darunter 304.00 Euro Baukostenzuschuss - bewilligt.
Der Grundstückskauf selbst wurde ebenfalls bereits aus den sozialen Stadtmittel finanziert. Die restlichen Baukosten sind zu 56 Prozent förderfähig, wobei die bereits geleisteten 304.000 Euro angerechnet werden.
Unter Berücksichtigung der Förderprogramme sind insgesamt knapp 700.000 Euro frei zu finanzieren als von der Kommune zu verbleibender Eigenanteil.
„Als ein wichtiger Partner im Stadtteil und in der gemeinsamen Umsetzung der Ziele des Förderprogramms mit dem entsprechenden Fachwissen haben wir den Kauf und Bau an die HWB übertragen, während die Stadt selbst Empfängerin der Fördermittel ist, diese aber direkt weiterleitet“, so Bürgermeisterin Stang.
Alle Fragen der Gäste wurden seitens der HWB vom Teamleiter Bauprojektmanagement, Helmut Gaadt, und Rainer Krebs vom Büro CNK - Architekten und Ingenieure - aus Hanau beantwortet. Dieses Büro war auch federführend für den Bau des Kinder- und Familienhauses in Langenhain und konnte diese Erfahrungen hier schon mit einbringen.
Die HWB ist Bauherr der neuen Kita und vermietet diese und mit einer Zweckbindung über 25 Jahre an die Stadt, die wiederum mit dem VdJJ als Träger vertraglich gebunden ist.
„Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch das finanzielle Engagement des VdJJ, denn der Verein beteiligt sich mit rund 118.000 Euro und hat daraus unter anderem schon die Interimslösung im ehemaligen ‚Cafe Flot’ mit Miete, Umbau, Renovierung und Einrichtung getätigt“, lobte Stang.
Für die Fichtestraße sorgt der VdJJ für die Inneneinrichtung der Küche, des Büros, des Personalraumes und die Erstausstattung mit Geschirr, Spiel- und Bastelmaterial für die künftigen kleinen Nutzer.
Vorgesehen sind hier künftig ausschließlich Ganztagesplätze mit Betreuungszeiten von Montag bis Donnerstag von 07.30 Uhr bis 16.30 Uhr und am Freitag von 07.30 Uhr bis 14.00 Uhr.
Die Geburtenzahlen in Hofheim Nord in den vergangenen drei Geburtsjahrgängen lagen stabil zwischen 107 und 109 Kindern.
Derzeit stehen in den vier Kindertagesstätten in Hofheim-Nord - „Johannes-Gemeinde“, „St. Peter und Paul“, „Am Steinberg“ und „Glückskinder“ 386 Plätze zur Verfügung.
Bianca Sigg vom Team Kindertagesstätten im Rathaus Hofheim dazu:
„Da bis 2013 im Main-Taunus-Kreis eine Versorgung von 39 Prozent aller Kinder unter drei Jahren als bedarfsgerecht angesehen wurde - man aktuell in Fachkreisen von einer höheren Bedarfsquote ausgeht – sind die neu entstehenden Kinderbetreuungsplätze ein weiterer Baustein zur Erreichung dieses Ziels.“

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