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Rückblick "Neubebauung des Chinonplatzes"
Der Rückblick umfasst die Aspekte: Wie kam es zur Verfügbarkeit des Grundstücks? und Wie soll das Grundstück entwickelt werden?
Verfügbarkeit des Grundstücks
In den Städten Hofheim am Taunus und Kelkheim waren die vorhandenen Hallenbäder hoch defizitär und massiv sanierungsbedürftig. Allein die Halle II des Hofheimer Bades hätte laut Gutachten aus dem Jahr 1995 für mehr als vier Millionen DM saniert werden müssen.
Gleichzeitig hatte Hofheim Probleme mit dem Ausgleich des Haushalts, so dass die Stadt sich finanziell nicht in der Lage sah, ein neues Bad allein zu bauen bzw. das alte zu sanieren.
Die Stadt Kelkheim hatte ähnliche Probleme. Von daher war es naheliegend, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die sowohl den öffentlichen Auftrag erfüllen, den Vereins- und Schulsport zu gewährleisten, als auch eine attraktive Freizeitmöglichkeit für die Bevölkerung beider Städte bieten.
Das Hofheimer Hallenbad wurde 1996 geschlossen und abgerissen, der Schwimmbetrieb für Vereine und Schulsport – unter Hofheimer Beteiligung an den Betriebskosten - im Kelkheimer Bad organisiert.
Im September 1998 wurde die Arbeitsgemeinschaft „AG Gemeinsames Hallenbad Hofheim-Kelkheim“ gegründet, der je sieben Vertreter beider Städte angehörten. Angestrebt wurde die Errichtung eines gemeinsamen Bades auf Hofheimer Gemarkung. Dieses Ziel wurde von den Kommunen in Public-Private-Partnership mit dem Bauherrn und Betreiber Heribert Stork realisiert und die Rhein-Main-Therme im Dezember 2001 eröffnet.
Zeitlich parallel verliefen die langwierige Planung und der Bau der neuen Feuerwache am heutigen Standort Katharina-Kemmler-Straße. Das bestehende Gebäude an der Elisabethenstraße war im Laufe der Jahre für die gemeinsame Nutzung durch die Freiwillige Feuerwehr Hofheim, die zugleich eine Stützpunkt-Funktion im Main-Taunus-Kreis wahrnimmt, und die Einrichtungen des Main-Taunus-Kreises erheblich zu klein geworden. Der Neubau wurde im November 2003 eingeweiht.
Der „Chinonplatz“, das zeichnete sich im Laufe der 1990er Jahre ab, würde also in absehbarer Zeit für eine künftige Entwicklung zur Verfügung stehen.
Aufgabenstellung
Menschen leben, wohnen und arbeiten in einer Stadt. Sie verbringen hier ihre Freizeit - und sie kaufen ein. Nicht nur als Kreisstadt, sondern auch als sogenanntes Mittelzentrum ist der Stadt Hofheim am Taunus auch beim Thema Einkaufen eine besondere Funktion zugewiesen: Über die Versorgung der eigenen Bevölkerung hinaus nehmen Mittelzentren zusätzlich überörtliche Versorgungsaufgaben für die Menschen in benachbarten Orten wahr. Sie sind Anlaufpunkt für die Versorgung an Waren, Dienstleistungen und anderen Angeboten, die durch die umliegenden Unterzentren nicht gedeckt werden können. Im Bereich Waren zählen dazu Produkte des täglichen Lebens (zum Beispiel Nahrungs- und Genussmittel, Hygieneartikel, Zeitungen, Zeitschriften) und des mittelfristigen Bedarfs (zum Beispiel Schuhe, Bekleidung, Elektrowaren).
Die Stadt Hofheim muss, will sie ihre Funktion als Mittelzentrum wahren, das Einzelhandelsangebot weiter entwickeln. Denn in der Nahversorgung, und hier vor allem im preisgünstigeren Bereich, bestehen deutliche Lücken: Die Versorgung ist nicht für alle Bevölkerungs- und Einkommensgruppen gewährleistet.
Dies auch mit der Folge, dass Hofheimer wegfahren, um anderswo einzukaufen und Geld auszugeben.
Die Firma GWH Dr. Lademann & Partner Gesellschaft für Wettbewerbsforschung und Handelsentwicklung mbH zeigt in ihrem Gutachten eindeutig auf, dass Kaufkraft nach Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und in das Main-Taunus-Zentrum abfließt. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch die Studie "Wirtschaftsstandort Hofheim am Taunus - Strukturanalyse und Empfehlungen" des Planungsverbandes Ballungsraum Frankfurt / Rhein-Main.
Im Einklang stehen die Fachleute mit dem Stadtleitbild Hofheim, an dem zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mitgearbeitet und als ein Ziel formuliert haben: "Wir wollen durch ein breiteres Warenangebot die Kaufkraft aller, die im Einzugsgebiet wohnen, stärker an Hofheim binden."
Im Zuge der Debatte um die Kreisfusion in 2004 haben die Parteien in Hofheim übereinstimmend und klar formuliert, dass die Kreisstadt Hofheim Mittelzentrum bleiben muss. Das heißt auch, dass die Stadt über ein entsprechendes Einzelhandels-Angebot verfügen muss.
Neue Angebote dürfen jedoch keine Konkurrenz zum vorhandenen Angebot in der Hofheimer Altstadt darstellen, sondern sollen es ergänzen.

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