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Am Alten Bach (ehemals Mühlgasse 2) Hofheim

 

Biografien - Familie Strahlheim

 

Selma Strahlheim, geb. Levy (geb. 18.10.1880) zog 1907 aus ihrem Geburtsort Werdorf, Kreis Wetzlar nach Hofheim, vermutlich anlässlich der Heirat mit
Eleasar Strahlheim (geb. 24.12.1858, gest. 1934), Eleasar Strahlheim war als Viehhändler in der ganzen Stadt bekannt und ist noch heute in Erzählungen als „de Leser“ präsent. Er war ein aktives Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde – zeitweilig sogar als deren Vorsteher. Nach seinem Tod im Jahr 1934 lebte seine Witwe mit ihren Töchtern Johanna und Rosa zunächst weiter im eigenen Haus in der Mühlgasse. Nach dem Novemberpogrom 1938 war sie aber wie alle jüdischen Hauseigentümer gezwungen zu verkaufen. Die Stadt Hofheim erwarb Haus und Grundstück für 8300 Reichsmark. Am 26. September 1940 zog Selma Strahlheim zu ihrer Tochter Johanna, die inzwischen verheiratet war und mit ihrem Ehemann Ludwig Hahn in Frankfurt lebte. Die letzte gemeinsame Adresse der drei war Frankfurt, Schwanenstraße 22. Dabei handelte es sich um ein so genanntes „Judenhaus“. Zwischen Oktober 1941 und 1945 sind von dieser Adresse 27 Menschen verschleppt worden, darunter nachweislich auch Johanna und Ludwig Hahn. Über das weitere Schicksal Selma Strahlheims ist nichts Genaues bekannt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde aber auch sie in ein Vernichtungslager deportiert. Dem Suchdienst des Internationalen Roten Kreuzes gelang es nach dem Krieg nicht, ihre Spur wieder zu finden oder ihren Todestag zu ermitteln. Ihr Todesdatum wurde aus juristischen Gründen – wie in vielen ähnlichen ungeklärten Fällen - auf den 8. Mai 1945 festgesetzt, den Tag des Kriegsendes.
Johanna Hahn, geb. Strahlheim (geb. 27.11.1909), die älteste Tochter von Eleasar und Selma Strahlheim, arbeitete als Verkäuferin. Am 4. März 1939 heiratete sie in Hofheim Ludwig Hahn (geb. 1.11.1904) und zog sechs Wochen später mit ihrem Ehemann nach Frankfurt, Gausstraße 8. Im September des folgenden Jahres zog auch ihre Mutter aus Hofheim zu Tochter und Schwiegersohn. Ludwig Hahn hatte als Angestellter bei der Dresdner Bank gearbeitet. Wann er diese Anstellung verlor ist nicht mehr feststellbar. 1942 war er als Hilfsarbeiter registriert. Johanna Hahn, ihr Ehemann und ihre Mutter wohnten zuletzt zwangsweise in der Schwanenstraße 22. Von dort wurde das Ehepaar am 10.6.1942 nach Majdanek verschleppt, wo sich ihre Spur verliert. Das Todesdatum von Johanna Hahn, geb. Strahlheim wurde nachträglich auf den 8.5.1945 festgesetzt.
Rosa (Rosel) Strahlheim (geb. 18.7.1911), die jüngere Schwester Johanna Hahns, war eine begabte Pianistin. Sie studierte am Konservatorium in Höchst und spielte in der bekannten Hauckschen Kapelle. Am 18.2.1938 gelang ihr die Auswanderung in die USA.