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Schulstraße 35

 

Biografien - Familie Kahn

 

Louis Kahn (geb. 30.9.1863) wurde als Sohn von Elesar und Bettchen, geb. Gutmann in Diedenbergen geboren. Während sein neun Jahre jüngerer Bruder Josef in dem von den Vorfahren ererbten Haus in Diedenbergen eine Metzgerei betrieb, gründete Louis eine eigene Existenz als Viehhändler in Marxheim. Wann genau er seinen Geburtsort verließ ist nicht überliefert. Vermutlich war es anlässlich seiner Hochzeit mit
Sophie, geb. Hess (geb. 5.6.1869 in Bürgel). Sophie Kahn war nachweislich seit 1892 in Marxheim gemeldet und die gemeinsame Tochter Caroline kam dort am 2. August 1893 zur Welt. Das Ehepaar baute sich eine solide wirtschaftliche Existenz auf und Louis Kahn engagierte sich auch in der jüdischen Kultusgemeinde Hofheim. Noch Ende 1935 als der Kultusvorsteher der Gemeinde, Isidor Rosenthal, sein Amt niederlegte und nach Frankfurt zog, übernahm Louis Kahn diese Aufgabe. Er wurde am 28. Januar 1936 vereidigt. Inzwischen war für ihn wie für alle jüdischen Viehhändler das Geschäft durch die Boykotte und ständigen Drangsalierungen zum Erliegen gekommen und bald musste auch das Ehepaar Kahn erkennen, dass ihnen nur die Flucht ins Ausland blieb. Nur kurz nach den schrecklichen Ereignissen der Pogromnacht verließen sie am 25. November 1938 Deutschland für immer und emigrierten in die USA. Ihrer inzwischen in Frankfurt-Höchst lebende Tochter Caroline, verh. Marx gelang ebenfalls die Flucht nach New York. Das Hab und Gut der Familie, in Überseecontainern, so genannten Lifts, verpackt wartete am Frankfurter Hauptbahnhof auf die Versendung. Doch selbst die bereits abgepressten Sonderabgaben und –steuern reichten der nationalsozialistischen Regierung nicht. Schließlich wurde das gesamte Umzugsgut beschlagnahmt und die Familie musste ihr neues Leben aus dem Nichts wieder aufbauen. Louis Kahn verstarb schon kurze Zeit später am 9. April 1940. Seine Ehefrau Sophie überlebte ihn um elf Jahre. Sie starb am 30. Oktober 1951 in den USA.